Sechs seltsame Dinge, die in Europacupspielen gegen Eintracht Frankfurt passierten

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Hauptsache Sport Gerhard Öhlinger

Immer wieder Österreich gegen die Eintracht: Von deutschen Amateuren, einem Pony auf dem Spielfeld und nachtblinden Torhütern.

☆ 1960 schlug sich der Wiener Sportclub im Meistercup-Viertelfinale achtbar und schied mit 1:2 und 1:1 gegen jene Frankfurter aus, die danach in einem denkwürdigen Finale Real Madrid mit 3:7 unterlagen. Über den angehenden ersten deutschen Europacupfinalisten schrieb die "Arbeiterzeitung", sie habe Quartier in einer Sportschule bezogen, "tagsüber gehen die Spieler allerdings ihrem Beruf nach".

☆ Das Auswärtstor für den Sportclub erzielte Karl Skerlan aus einem direkt verwerteten Eckball.

☆ Am Aschermittwoch 1976 empfing Sturm Graz im Cup der Cupsieger die Frankfurter um die Weltmeister Bernd Hölzenbein und Jürgen Grabowski und verlor das Hinspiel in Liebenau mit 0:2. Trainer Karl Schlechta bekannte danach, dass er nie an eine Chance seiner Truppe geglaubt hatte: "Das Kapitel Europacup war für mich mit der Bekanntgabe des Gegners beendet."

☆ Im Rückspiel stand für Frankfurt der Ersatztorhüter Dr. Peter Kunter, ein promovierter Zahnmediziner, im Tor. Sehr zum Unmut mancher Fans, die in Anrufen forderten: "Lieber einen Amateurtormann als diesen nachtblinden Doktor!" Flutlichtspiele galten als Kunters große Schwäche. Die Eintracht siegte mit 1:0. Man beachte das Maskottchen-Pony, das vor dem Anpfiff auf den Rasen getrieben wurde.

☆ Vor dem UEFA-Cup-Viertelfinale im März 1994 gegen Frankfurt reiste Austria Salzburg im Wintertrainingslager ins eiskalte Belgien. Steinharte, gefrorene Trainingsplätze ließen Heimo Pfeifenberger und Co. meutern. Trainer Otto Baric wollte mit dieser Maßnahme die Bedingungen vom Europacup-Ernstfall simulieren.

☆ Als im Rückspiel ein Elferschießen entscheiden musste, nützte Torhüter Otto Konrad eine kurze Pause, um selbst testweise vom Punkt aufs leere Tor zu schießen. Der Ball ging drüber, RTL-Moderator Ulli Potofski lästerte: "Otto Konrad sollten sie keinen Elfmeter schießen lassen..." Wenige Minuten später verwertete der Torhüter den entscheidenden Penalty.


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