Sieben seltsame Dinge, die bei Spielen gegen Nordirland passierten

Peitschenknaller, Sturmregen und ein kickender Bankkaufmann: Die Geschichte der Länderspiele gegen Nordirland ist eine Geschichte voller Irreregularitäten.

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Hauptsache Sport Gerhard Öhlinger
Ferdinand Feldhofer als Torhüter 2004 gegen Nordirland. SN/gepa
Ferdinand Feldhofer als Torhüter 2004 gegen Nordirland.

1. Schlechte Stimmung vor dem WM-Match gegen Nordirland 1982 in Spanien. Österreich war praktisch ausgeschieden, die Kicker sehnten den Urlaub herbei. Funktionäre wurden im Quartier zum allgemeinen Gaudium in voller Montur in den Hotelpool geschmissen. Teamchef Felix Latzke vermisste die Möglichkeit der körperlicher Züchtigung für seine Spieler: "Müsste ich das noch einmal machen, dann vom ersten Tag an mit der Peitsche." Eine B-Elf erreichte ein versöhnliches 2:2 gegen die Nordiren.

2. Schon zwei Monate später ging es unter Latzkes Nachfolger Erich Hof erneut gegen Nordirland. Nur 11.500 Zuschauer sahen den 2:0-Sieg gegen Nordirland, das folgende Match gegen die Türkei wurde kurzerhand ins Hanappi-Stadion verlegt.



3. Beim Rückspiel 1983 in Belfast berief Hof den Vorarlberger Bankkaufmann Martin Gisinger ein, der am Feierabend als Legionär bei St. Gallen kickte. Verteidiger Leo Lainer stöhnte nach der 1:3-Niederlage gegen überlegene Nordiren: "Bei diesem unerhörten Druck sind wir ganz schwindlig geworden."



4. Per Brief appellierte ÖFB-Präsident Beppo Mauhart an die Teamspieler, Charakter zu zeigen. Das tat not im Herbst 1990, kurz nach dem Färöer-Desaster und einem 1:9 des FC Tirol gegen Real Madrid. 7000 Zuschauer im Praterstadion empfanden das 0:0 gegen Nordirland unter diesen Umständen irgendwie als Erfolg.

5. "Starke Regenfälle in Lissabon schockten Österreichs Team" lautete eine Schlagzeile. Dabei spielten Toni Polster und Co. 1995 doch in Belfast? Aber das Parallelspiel von Portugal gegen Irland hatte noch Einfluss auf Österreichs kleine EM-Chance. Regen prasselte dann wirklich - in Belfast den armen ÖFB-Kickern aufs Vokuhila-Haupt, und er spülte beim 3:5 alle Hoffnungen weg.

6. Zum 3:3 in Belfast von 2004 muss nicht mehr viel gesagt werden. Stichwort Irreregulär. Untergegangen ist im Trubel um die Krankl-Wutrede, dass der Feldhofer-Ferdl sein erstes und letztes Länderspiel als Torhüter bestritt, als er für den verletzten Alexander Manninger das Tor hütete und immerhin seinen Kasten sauber hielt.



7. Beim Rückspiel ein Jahr später war Krankl schon Ex-Teamchef und Mittelfeldmann Markus Kiesenebner trotz Gelbsperre dabei. Der Referee beim vorherigen Match hatte die Verwarnung einzutragen vergessen. Und wer behauptet, Andi Herzog habe nie eine Chance beim ÖFB erhalten? Die Interviews vor dem Spiel gab nicht Interims-Teamchef Willi Ruttensteiner, sondern Teammanager Herzog.

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