Baumann war der tragische Held der WM

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Im Skizirkus Michael Smejkal
Romed Baumann war als Führender nach der Abfahrt in den Slalom gegangen. SN/APA/AFP/DIMITAR DILKOFF
Romed Baumann war als Führender nach der Abfahrt in den Slalom gegangen.

Glück oder gar ein Erfolgslauf sehen anders aus: Der Tiroler Romed Baumann war der tragische Held dieser WM aus heimischer Sicht. Zunächst kam er nach durchwachsener Saison mit hohen Erwartungen, aber dem Makel des Platzfahrers nach St. Moritz, wo er von Beginn an nur Außenseiter in der Qualifikation war. Am Ende wurden ihm Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer in der Abfahrt vorgezogen.

Die Genugtuung kam Montag. In der Kombi-Abfahrt - die wegen Startverkürzung tags zuvor ident war mit der sonntägigen WM-Abfahrt - markierte Baumann überlegene Bestzeit. Damit war er sogar schneller als Max Franz bei seiner Fahrt zu Bronze. Im direkten Vergleich distanzierte er Montag Mayer und Kriechmayr um über acht Zehntelsekunden und zeigte damit, was möglich gewesen wäre.

Doch das Happy End blieb aus - und wenn Glück fehlt, kommt Pech auch noch dazu. Denn just seine mit Abstand beste Saison abfahrt erwies sich sogar noch als Bumerang. Baumann musste wegen seiner Bestzeit als 30. starten - und war damit trotz 2,61 Sekunden Vorsprungs chancenlos. Auf einer völlig ramponierten Strecke verlor er seine Medaille.

Ans Aufgeben denkt der Hochfilzener (sein Vater ist als Kampfrichter bei der Biathlon-WM dabei) nicht. "An einem guten Tag kann ich immer noch Abfahrten gewinnen", meinte er.

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