Der Neo-Salzburger feierte seinen ersten "Heimsieg"

Henrik Kristoffersen hat seinen Hauptwohnsitz in die Stadt Salzburg verlegt und wird da ganzjährig leben und trainieren.

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Im Skizirkus Michael Smejkal

Von wegen unterkühlter Nordländer: Henrik Kristoffersen schrie Dienstagabend in Schladming die Freude über seinen Sieg im Nachtslalom lautstark aus sich heraus. "Ich wusste, dass ich gegen 50.000 Fans und Marcel fahren musste, das hat mich noch mehr angespornt", meinte er und sprach im nächsten Satz von einem "schönen Heimsieg".

Heimsieg? Nun, die Erklärung dafür: Kristoffersen hat sich vor rund einem halben Jahr eine Wohnung in der Stadt Salzburg gekauft. Wohnungen oder Appartements in Österreich besitzen oder mieten viele Skifahrer, allein schon wegen der Reisedistanzen. Daher wohnt etwa auch Aksel Lund Svindal im Winter in Innsbruck. Bei Kristoffersen ist das etwas anders: Er hat seinen Hauptwohnsitz nach Salzburg verlagert, wird hier ganzjährig wohnen. "Es ist der ideale Platz für mich. Die meisten Weltcuporte sind nah und zum Training auf die Reiteralm ist es auch nicht weit." Auch nach Fuschl zu seinem Sponsor wäre es nicht weit. "Das stimmt, aber wichtiger ist für mich Taxham." Taxham? Dort steht das Red-Bull-Trainingszentrum der Fußballer und dort hat, wie berichtet, auch der Franzose Alexis Pinturault im Sommer schon trainiert. Red-Bull-Athletenbetreuer Robert Trenkwalder ist von den Möglichkeiten dort recht angetan, weswegen er seine Schützlinge immer wieder nach Taxham umleitet. Kristoffersen bestätigte auch, dass es kein Wintersitz ist. "Nein, ich werde ganzjährig in Salzburg leben."

Nur wo sich seine Dachterrassenwohnung in Salzburg genau befindet, das will Kristoffersen nicht verraten. "Ein bisschen Privatsphäre muss auch sein."

Privatsphäre, das war am gestrigen Mittwoch auch das Stichwort für Marcel Hirscher. Der Salzburger nahm sich einen Tag Auszeit, ehe er sich auf den sonntägigen Riesentorlauf-Hit in Garmisch-Partenkirchen vorbereiten wird. Die neun Hundertstel Rückstand nagten zwar am Annaberger, weil er im Finish etwas vom Gas gegangen ist. Aber er nahm es positiv: Der Rückstand auf Kristoffersen "ist ordentlich geschmolzen".

Vor allem die Kurssetzung hat Hirscher danach noch bewegt. Der zweite Durchgang war nämlich gleich um drei Sekunden schneller als der erste Lauf auf diesem Hang. Hirscher: "Es wird immer extremer, immer mehr auf die reinen Spezialisten zugeschnitten." Selbst zwischen Slalom und Riesentorlauf geht die Schere gewaltig auf, es gibt nur mehr wenige Fahrer, die in beiden Disziplinen vorn mitfahren können - in beiden Sparten gewinnen kann momentan nur Hirscher.

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