Die Zeit für einige große Abschiede ist gekommen

Die Kugeln sind vergeben, bleibt nur noch die Frage: Wer verabschiedet sich am letzten Wochenende dauerhaft aus dem alpinen Ski-Weltcup?

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Im Skizirkus Michael Smejkal
Marcel Hirscher klärt seine Zukunft erst nach dem Weltcupfinale. SN/gepa pictures
Marcel Hirscher klärt seine Zukunft erst nach dem Weltcupfinale.

Zum Abschluss folgt die Kür der Seriensieger: Marcel Hirscher hat vor dem abschließenden Wochenende beim Weltcupfinale in Andorra den Gesamtweltcup sowie die Slalom- und die Riesentorlauf-Kugel sicher. Bei den Damen trifft das auf Mikaela Shiffrin zu, nur im Riesentorlauf fehlen ihr zum Kugelgewinn noch drei Pünktchen - und sie kann ihre Rekordmarke ausbauen, 15 Saisonsiege hat sie schon, zwei könnten noch folgen. Einen Sieg hat Hirscher am Freitag verloren, Stefan Luitz bekam in seinem Einspruch gegen seine Disqualifikation in Beaver Creek wegen der Verwendung von Sauerstoffflaschen vom CAS recht.

Für viele wird das Wochenende eher sentimental werden. Denn viele Fahrer werden ihre Ski in die Ecke stellen. Lindsey Vonn und Aksel Lund Svindal haben es schon gemacht, die Franzosen Thomas Fanara und Julien Lizeroux sowie die Schweden Mattias Hargin und Olympiasiegerin Frida Hansdotter werden das am Wochenende machen.

Fraglich ist, wie viele der Verletzten sich noch eine Rückkehr antun. Der Schweizer Marc Gisin, der in der Abfahrt im Grödnertal so schwer gestürzt ist, will es auf jeden Fall noch einmal probieren. Ein großes Fragezeichen steht auch hinter dem Salzburger Philipp Schörghofer. Die letzten drei Saisonen waren im Grunde geprägt von Verletzungen und Comeback-Versuchen. Momentan sei er in einer Phase, "in der ich überlegen muss, wie weit das noch alles Sinn macht. Ich brauche jetzt ein bisschen Abstand, im Frühjahr sehen wir weiter." Diese Frage muss auch Carlo Janka beantworten. Der einzige noch aktive Rennläufer neben Marcel Hirscher, der je den Gesamtweltcup gewonnen hat, hat in den letzten Jahren sukzessive den Anschluss an die Weltspitze verloren. Sinngemäß gilt das auch für den Deutschen Felix Neureuther. Der hatte den ganzen Winter über schon Andeutungen in Sachen Rücktritt gemacht und schien zuletzt doch etwas davon abgerückt zu sein.

Und dann sind da aus heimischer Sicht noch die zwei großen Fragezeichen: Marcel Hirscher und Anna Veith. Beide sind Jahrgang 1989, kamen gemeinsam in den Weltcup, haben gemeinsam ihre Triumphe gefeiert - und treten sie nun gemeinsam ab? Bei Hirscher eine Frage der Motivation (daher ist ein Rücktritt eher zu verneinen), bei Veith ist es eine Frage der Physis: Schaffen ihre Knie noch ein weiteres Comeback?

Aufgerufen am 20.03.2019 um 11:05 auf https://www.sn.at/kolumne/im-skizirkus/die-zeit-fuer-einige-grosse-abschiede-ist-gekommen-67311244

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