Kitzbühel: Abgang des Streckenchefs ist heißes Thema

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Im Skizirkus Michael Smejkal

Andernorts wäre es nur eine Randnotiz, in Kitzbühel ist es natürlich ein Thema, das die Wogen hoch gehen lässt: Streif-Streckenchef Axel Naglich hat nach drei Jahren alles hingeworfen und der Wechsel an der Spitze verlief durchaus filmreif, wenn man Insidern in Kitzbühel glaubt. Naglich, Extrem-Skifahrer, Filmemacher und kritischer Zeitgeist, hat viele Stärken, die Diplomatie gehört aber nicht dazu. Dass es überhaupt drei Jahre zwischen Naglich und dem alt-ehrwürdigen Kitzbühler Ski-Club gut gegangen ist, verwundert ohnedies. Doch sein Hauptkritikpunkt verdient es, dass man wertfrei darüber nachdenkt: Naglich wollte immer eine Rennsport-Akademie für junge Skifahrer in Kitzbühel etablieren. "Das sollten wir mit unseren Gewinnen machen, das steht auch so in den Statuten."

Ihm folgt (wie könnt es anders sein) ein gebürtiger Kitzbühler nach: Mario Mittermayer-Weinhandl. Er war Abschnittsleiter beim Slalom am Ganslernhang und übernimmt nun "mit Demut und Ehre" diese Aufgabe. Er selbst kennt die Arbeit im Skisport von der Basis weg, er war Trainer im Kitzbüheler Ski-Club, später im DSV (Technik Herren) und er ist mit der Buckelpisten-Silbermedaillengewinnerin von Nagano, Tatjana Mittermayer, verheiratet. Er muss den sensiblen Spagat zwischen spektakulär und halsbrecherisch auf der Streif finden, keine immer ganz leichte Aufgabe.

Die ersten, die heuer die Streif testen durften, waren die Europacupläufer. Die montägige Europacup-Abfahrt (allerdings nur bis Oberhausberg) gewann mit Daniel Danklmaier ein Österreicher vor Nils Mani und Lars Rösti (beide Sz). Danklmaier darf damit wohl ziemlich sicher mit einem Startplatz in der samstägigen Abfahrt rechnen.

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