Liebeserklärung und reuige Entschuldigung

Im Skizirkus SN
Frida Hansdotter war die große Slalom-Königin von Flachau. SN/gepa pictures
Frida Hansdotter war die große Slalom-Königin von Flachau.

Die Körpersprache allein verriet, wer an diesem Abend die Siegerin und wer die gefühlte Verliererin war. Mikaela Shiffrin schlich wie ein Häufchen Elend durch das Zielgelände und machte auch mit Gesten deutlich, was sie von Rang drei im letzten Slalom vor der WM gehalten hat. Das tat ihr hinterher leid, denn bei der nächtlichen Pressekonferenz entschuldigte sie sich in aller Form für ihr Verhalten im Zielgelände. "Ich wollte niemand beleidigen, schon gar nicht die tollen Fans hier. Flachau ist ein großartiges Rennen", sprach sie tapfer, obwohl es in ihrem Inneren wohl ganz anders ausgesehen hat.

Doch ab dem heutigen Donnerstag wendet sich das Blatt im Damen-Zirkus, das weiß und darauf hofft auch Shiffrin. "Lindsey is back und ihr gehört ab sofort die Show. Sie liebt es und sie wird das inszenieren", meinte Shiffrin, die sich dadurch auch Vorteile für sich erhofft. "Ich stehe nicht mehr ständig im Mittelpunkt, das wird mir helfen." In Zauchensee überlässt sie vorerst Vonn die Bühne, Shiffrin wird weiter auf Abfahrten verzichten. "Die sind zum momentanen Zeitpunkt nicht eingeplant", sagte sie. Aber ein Antreten in der Kombination am Sonntag (bestehend aus Super G und Slalom) kann sie sich sehr wohl vorstellen.

Völlig unbeschwert und strahlend erschien danach Frida Hansdotter zur Pressekonferenz. Die 31-jährige Schwedin kam zum sechsten Mal in Folge in Flachau auf das Podest und gewann hier zum zweiten Mal, wofür sie das höchste Preisgeld, das bei den Damen ausgeschüttet wird, einstecken durfte: 70.561 Euro. "Ich liebe Flachau und von mir aus könnte es nur noch Nachtslaloms geben", meinte die Schwedin.

Aufgerufen am 13.11.2018 um 05:42 auf https://www.sn.at/kolumne/im-skizirkus/liebeserklaerung-und-reuige-entschuldigung-538186

Schlagzeilen