"Normal war es nicht, was wir gemacht haben"

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Im Skizirkus Michael Smejkal

Ein großer Name kehrte zu Wochenbeginn zurück auf die Ergebnislisten auf der Streif: Jeffrey Read, 21-jähriger Sohn von Kanadas Skilegende Ken Read, belegte im Europacup Rang neun. Read, Dave Irwin und Steve Podborski bildeten das Rückgrat der "Crazy Canucks", die Anfang der Achtzigerjahre in Kitzbühel in Serie (bis 1983 Todd Brooker) gewonnen haben und danach in den Bars erst zu wahrer Höchstform aufgelaufen sind. "Es war eine unglaubliche Zeit, aber um ehrlich zu sein: Normal und gesund war es nicht, was wir gemacht haben", erzählte Podborski bei einem Europa-Besuch im letzten Sommer. Denn was den "Crazy Canucks" an Technik gefehlt hat, das machten sie mit Mut wett - und bezahlten mit schweren Stürzen einen hohen Preis. Wie zum Hohn arbeitet Podborski, Streif-Sieger 1981 und 1982, heute als Präsident von Parachute, einer Organisation, die sich mit Unfallprävention beschäftigt.

Und heuer? Da sind noch drei Kanadier am Start, nachdem sich das Team im November in Lake Louise fast aufgelöst hat: Erst endete für Manny Osborne-Paradis die Saison mit Beinbruch, dann beendete Erik Guay, gezeichnet von vielen Verletzungen, seine Karriere. Dazu fehlen dem kanadischen Verband Geld, Ressourcen und neuerdings sogar der Abfahrtstrainer: Man trennte sich nach Bormio von Burkhard Schaffer.

Indirekt hat das erste Kitzbühel-Training jetzt auch eine andere Karriere beendet: Patrick Küng (34), Abfahrts-Weltmeister von Beaver Creek 2015, beendete Mittwochabend mit sofortiger Wirkung seine Laufbahn. Der Schweizer fühlt sich nicht mehr in der Lage, an das Limit zu gehen.

Aufgerufen am 05.12.2020 um 07:16 auf https://www.sn.at/kolumne/im-skizirkus/normal-war-es-nicht-was-wir-gemacht-haben-64615159

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