Der Albtraum der großen Mobilfunker

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Klickfit Ralf Hillebrand
ChatSim und ähnliche Modelle sagen den Mobilfunkanbietern den Kampf an. SN/chatsim
ChatSim und ähnliche Modelle sagen den Mobilfunkanbietern den Kampf an.

Hand aufs Herz: Wie viele SMS bekommen Sie noch pro Woche? Wenn Ihr Kommunikationsverhältnis dem Schnitt entspricht, dürften es nur noch einige wenige sein. Unsere textbasierte Kurzkommunikation hat sich beinahe vollständig auf Messaging-Dienste wie Whats App oder den Facebook Mes senger verlagert. Doch die Apps funktionieren nur, wenn man online ist. Kaum ist man auf Reisen und nicht gerade in einen WLAN-Spot eingeloggt, stockt die Messaging-Kommunikation - außer man ist bereit, Roaming-Kosten in Kauf zu nehmen. Doch es gibt mittlerweile einen anderen Weg: Das italienische Start-up ChatSim hat eine Lösung entwickelt, mit der man auf der ganzen Welt WhatsApp und vergleichbare Dienste nutzen kann. Die von ChatSim zur Verfügung gestellte SIM-Karte wählt sich in die lokalen Netze ein und gibt Whats App frei. Vorher müssen sich Nutzer noch online registrieren und Einstellungen auf dem Smartphone anpassen.

Vor allem der Preis ist erstaunlich: Für zwölf Euro pro Jahr kann man Textnachrichten verschicken, für 30 Euro Bilder und Videos und für 60 Euro kann man über die Messaging-Dienste noch telefonieren. Die ChatSim-Karten können online bestellt werden und sind angeblich weltweit lieferbar.

Für Mobilfunkanbieter ist der Dienst wohl fleischgewordener Horror. Denn sollten sich solche Systeme durchsetzen, werden sich viele die Frage stellen, wieso sie noch einen Mobilfunkvertrag brauchen. Große Einschränkungen bleiben aber: Mit ChatSim kann man zwar WhatsApp verschicken, aber nicht klassisch surfen, also etwa googeln. Und wirklichen Support oder ein zur Verfügung gestelltes Smartphone gibt es nicht. Dennoch zählt ChatSim bereits rund 300.000 Kunden.

Aufgerufen am 21.11.2017 um 12:05 auf https://www.sn.at/kolumne/klick-fit/der-albtraum-der-grossen-mobilfunker-99142

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