Ho! Ho! Ho! - heißt gar nichts. Darum: Rettet das Christkind!

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Lokalpatriot Heinz Bayer

Er hat ein Kerzerl angezündet. In der Kirche. Beim Hinausgehen. Ich hab's gesehen. Und ich versuchte ihn zu trösten. Ein wenig zumindest. Schon auch a bissl feinzarisch. Der Grund war ein Lied. Es heißt: "Tauet Himmel den Gerechten!" Das gehört zum Advent, so wie es auch die Stille tut. Er, um den es hier geht, ist der umsichtige Leiter eines wichtigen Seilbahnunternehmens. Und das Kerzerl, das angezündet wurde, hat bei dem Wetter wohl seinen Grund. "Tauet Himmel ..." ist für seine Branche in diesen Tagen ja nicht die optimale Musikbegleitung. Er hat trotzdem herzhaft mitgesungen, als damit der Gottesdienst am Sonntag eröffnet wurde.
Stichwort Begleitung. Und damit auch Stichwort Advent. Immer öfter taucht in dieser schönen Zeit ein stark übergewichtiger Mann auf. Der muss Diabetes haben, so wie der aussieht. Aufgedunsenes Gesicht, ungesund rote Wangen und einen Bauch, wie ihn einst der Catcher Otto Wanz hatte. Der Sprachschatz des dicken Roten ist sehr begrenzt. Mehr als "Ho! Ho! Ho!" ist von dem Typen mit amerikanischem Migrationshintergrund nicht zu hören. Ja, und wofür steht dieser Santa - so nennt er sich - überhaupt? Für Zuckerwasser und klebriges süßes Zeug. Und für ein ungesundes Leben. Das war es dann schon.

Aber da ist noch jemand. Sie wissen es. Richtig: das Christkind. Es ist hier bei uns daheim. War es immer schon. Es bringt Hoffnung und Freude. Und die Botschaft des Friedens. Aber das Christkind hat einen echt schweren Stand. Schuld daran ist der dicke Rote. Der drängt sich überall hinein. Also bitte: Retten wir das Christkind.

Es ist allerhöchste Zeit!

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