Das macht den Laver Cup so außergewöhnlich

Wenn Superstars zu Kindern und Einzelkämpfer zu Teamplayer werden - das neue Format im Welttennis hat nach anfänglicher Kritik eine große Zukunft vor sich.

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Netzroller Christian Mortsch
Vereint im Team Europa: Rafael Nadal, Roger Federer und Dominic Thiem. SN/GEPA pictures
Vereint im Team Europa: Rafael Nadal, Roger Federer und Dominic Thiem.

Als künstlich gezüchtete Show und Geldmacherei war der Laver Cup bei der Premiere 2017 kritisiert worden. Zwar entzweit der Tennis-Kontinentalvergleich die Fans weiterhin, doch scheint das neue Format zusehends an Befürwortern zu gewinnen. Die dritte Auflage am Wochenende in Genf war an Dramatik und Emotionen jedenfalls kaum zu überbieten. Spieler und Zuschauer waren beim 13:11-Sieg von Europa über die Weltauswahl gleichermaßen euphorisiert. "So eine Stimmung habe ich noch nie erlebt", bedankte sich Matchwinner Alexander Zverev. Der Deutsche besiegte Milos Raonic 6:4, 3:6, 10-4. Das entscheidende Einzel überhaupt erst ermöglicht hatte Superstar Roger Federer mit einem Sieg über John Isner. Denn zuvor gingen für Europa das Doppel sowie das Einzel von Dominic Thiem, der für den verletzten Rafael Nadal einsprang und Taylor Fritz unterlag, jeweils im Match-Tiebreak verloren.

Natürlich gibt es im Tennis bedeutendere Titel zu gewinnen, doch liefert der Laver Cup Bilder, die sich ins Gedächtnis einprägen. Einzelkämpfer werden zu Teamplayern, genießen es sichtlich, als Mannschaft aufzutreten, und reißen damit das Publikum mit. Wenn mit Federer und Nadal die zwei größten Rivalen zu Kollegen werden, auf der Bank mitfiebern wie kleine Kinder, sich gegenseitig coachen und Emotionen zeigen, wie sonst nur in Grand-Slam-Endspielen, dann ist das ebenso authentisch wie außergewöhnlich.

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