Das betrübliche Ende von Brangelina und Kernilehna

Unüberbrückbare Differenzen, Wutausbrüche, Seitensprünge: Das Schicksal von Traumpaaren, auch in Österreich.

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Purgertorium Alexander Purger

Zunächst zum Grundsätzlichen, langsam zum Mitschreiben: Das kunstvolle Kunstwort Brangelina bezeichnete das Ehepaar Angelina Jolie und Brad Pitt, ihres Zeichens Hollywood-Schauspieler und zusammen eben Brangelina genannt (nicht Angebrad). Wer das nicht wusste, muss es sich auch nicht mehr merken, denn das ist alles Geschichte. Das ehemalige Traumpaar lebt in Scheidung und jetzt tobt ein Rosenkrieg, der die Welt in Atem hält.

Die ganze Welt? Nein, Österreich nicht. Denn wir sind noch ganz andere Rosenkriege gewöhnt. In diesem Jahrzehnt mussten wir schon das Ende von Fayenegga verkraften, also die Scheidung des Traumpaars Faymann-Spindelegger. Kaum hatten wir uns von diesem Schock erholt, ging Fayelehna in die Brüche, die überaus vielversprechende Paarung Faymann-Mitterlehner.

Der Schmerz über diesen Verlust saß tief, wurde aber gelindert durch das Antreten von Kernilehna, das vor allem optisch überzeugende Traumpaar Kern-Mitterlehner. Aber in die Freude mischt sich bereits die bange Frage: Wann wird das in die Brüche gehen?

Die Parallelen zwischen Brangelina und Kernilehna sind leider unübersehbar. Beide Ehen begannen wunderbar und mit den besten Vorsätzen. Dann aber kamen die Wutanfälle, über die Angelina Jolie und Christian Kern nun Klage führen. Was bei Brangelina der Anlass war, wissen wir trotz geschätzt 3,5 Millionen Medienberichten nicht so genau.

Bei Kernilehna ist er bekannt. Nämlich begab es sich eines Ministerrats, dass Kern allein auf dem roten Teppich vor den Fotografen der Weltpresse posierte, und zwar im verführerischen schwarzen Reformerkleid. Das löste bei Mitterlehner einen Brad-Pitt-artigen Wutanfall aus. Er schrie CETA und Mordio.

Kern versuchte zu beschwichtigen, indem er in seiner Familie eine repräsentative Mitgliederbefragung durchführen ließ, bei der sich 98 Prozent gegen CETA aussprachen. Über Mordio findet eine weitere direktdemokratische Urabstimmung in Kerns Wohnung statt.

Überdies werden "unüberbrückbare Differenzen" ins Treffen geführt (wir reden jetzt von Brangelina). Außerdem wird über verbotene Seitensprünge gemunkelt (die Rede ist jetzt von Kernilehna). Interessanterweise wird beiden Seiten ein Verhältnis mit einer gewissen blauäugigen Hacelina nachgesagt, einem ganz verruchten Weibsstück.

Beobachter gehen somit von einer bevorstehenden Kernilehna-Scheidung mit anschließendem Rosenkrieg aus. Wann das sein wird, ist noch offen. Aber wie sagte Voltaire: "Die Scheidung stammt wahrscheinlich aus derselben Zeit wie die Ehe. Ich glaube trotzdem, dass die Ehe einige Wochen älter ist."

Aufgerufen am 25.09.2018 um 08:54 auf https://www.sn.at/kolumne/purgertorium/das-betruebliche-ende-von-brangelina-und-kernilehna-1028461

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