Bitte kein Zwischenjubeljahr

20!6 war echt voll super - auch 2©17 sollte unter einem zünftigen Motto stehen.

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Querschläger Fritz Messner

Zutiefst enttäuscht muss ich feststellen, dass 2017 wohl ein Zwischenjubeljahr wird. "Salzburg 20!6" wurde gerade abgefeiert und 2018 wird bekanntlich unter dem Motto "Stille N8" stehen. In der Stadt gibt es schon Pläne für einen ganzjährigen Christkindlmarkt und Adventsingen statt Festspielen und in den gefühlten 116 Stille-Nacht-Gemeinden (lediglich Lend, Krimml und Thomatal scheinen es bisher noch nicht geschafft zu haben, einen touristisch verwertbaren Bezug an den Haaren herbeizuziehen) werden tolle Events vorbereitet.

Und 2017? Soll es als ein schnödes Jahr ohne zünftiges Motto in die Geschichte eingehen? Wir werden es doch noch schaffen, ein ähnlich schlüssiges und nervenzerfetzendes Thema wie "Salzburg 200 Jahre bei Österreich" aus dem Hut zu kratzen.

Da wäre zum Beispiel der 1000. Geburtstag von Bermudo III., König von León, der mit der Erfindung der nach ihm benannten Shorts Abermillionen von All-Inclusive-Touristen zu einer einheitlichen Tracht verhalf. Das wäre ein buntes Treiben in Stadt und Land, Kritiker und Traditionalisten würden aber sicher den Salzburgbezug vermissen. Der wäre bei "500 Jahre Küfertanz" gegeben. Das Thema wäre auch top-aktuell, denn begleitet wurde der Tanz, der aus Freude über die Vertreibung der Pest aufgeführt wurde, vom ewigen Mantra der Lokalpolitik: "Heiliger St. Florian b'hüt unser Haus, zünd's and're an!"

Dazu würde auch das Motto "250 Jahre Sigmundstor" passen, als Symbol für den Salzburger Dauerbrenner Verkehrspolitik. Da diesbezüglich die Wogen aber hoch und die Meinungen diame tral auseinander gehen, wird wohl wie üblich der kleinste gemeinsame Nenner übrigbleiben: "Fünf Jahre Rettungsgasse". Ist doch auch schön, oder?

Aufgerufen am 15.11.2018 um 06:39 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/bitte-kein-zwischenjubeljahr-557233

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