Türkisblaue Verpackungskünstler

Kommt das Heimatschutzministerium - und was wird aus den anderen Ressorts?

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Querschläger Fritz Messner

So wie es scheint, wird sich uns die neue Regierung noch vor Weihnachten bescheren. Und jetzt sind wir natürlich gespannt, was sich in den Packerln befindet, die gerade geschnürt werden. Bisher hat man ja die Inhalte noch geschickt vor uns verborgen und wir durften nur das bunte Geschenkpapier an der Oberfläche und die glänzenden Mascherl anschauen. Denn das türkise Christkindl und der blaue Knecht Ruprecht sind wahre Meister der Verpackung. Auch Ministerien sollen in neue Bezeichnungen gewickelt werden, um den Geistern, die man rief, Rechnung zu tragen.

So soll es anscheinend nun bald ein "Heimatschutzministerium" geben - das ist jetzt keine Erfindung eines halb lustigen Satirikers, sondern die Wortschöpfung des obersten blauen Vordenkers und Worteschmieds. Das wirft die Frage auf, was sonst noch alles umbenannt werden wird, damit es dem vorvorgestrigen Österreichbild entspricht, das vor der Wahl zusammengepinselt wurde. Wird das Bundesheer schon bald Heimatwehr heißen? Oder wird die Landwirtschaft schon bald im Ministerium für Heimatscholle und Heimatknolle ressortieren und die Schulen im Ministerium für Zucht, Ordnung und Fallfehler? Die Justiz könnte dann im Ministerium für Volksabstimmungen und Flächenpropaganda landen, die Sozialagenden im Ministerium für Schmarotzerbekämpfung und die Frauenpolitik im Ministerium für Heim, Herd und Gucci-Tascherl. Auch ein Ministerium für Volks- und Reimkultur und eines für Körperertüchtigung wären Optionen.

Das Prunkstück der neuen Regierung wird aber ganz sicher das Ministerium für Volksgesundheit und Kettenrauchen sein, ein Symbol für eine neue, verantwortungsvolle Politik für die Menschen in diesem Land.

Aufgerufen am 25.04.2018 um 02:40 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/tuerkisblaue-verpackungskuenstler-21684025

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