Win-win auf Salzburgerisch

Es muss nicht alles gleich chinesisch sein, nur weil es so ähnlich klingt.

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Querschläger Fritz Messner

Das wintertouristische Debakel von Gaißau-Hintersee wird wöchentlich um einige Kapitel reicher - momentan gibt es Schnee für fünf Jahre, aber keinen Liftbetrieb. Dass die Geschichte mit dem "Investor" aus China, der von sogenannten "Insidern" eingefädelt wurde, noch gut ausgehen wird, glaubt hoffentlich niemand mehr. Aber vielleicht ist aus dem Reinfall eine Lehre zu ziehen.

Denn auf der einen Seite investiert unsere touristische Winterindustrie, von der unser Land erklecklich profitiert, jährlich hunderte Millionen in Infrastruktur, ständig wird von neuen Wundergondeln und Mega-Jets berichtet. Wenn das in die Qualitätsverbesserung geht, ist nichts dagegen zu sagen.

Auf der anderen Seite kommen aus der gleichen Ecke andauernd Befürchtungen, dass das Skifahren bei den jungen Menschen, vor allem bei jenen aus den Ballungsgebieten, an Stellenwert verliert, und dass man dem als Ski- und Tourismusnation unbedingt entgegenwirken muss. Es gibt dafür tolle Angebote für Schulen und Jugendorganisationen, in die ebenfalls viel Geld fließt - wogegen auch nichts einzuwenden ist.

Gerade Gaißau-Hintersee wird immer als ideales Skigebiet für Familien aus der Stadt und dem sie umgebenden Speckgürtel bezeichnet. Was spricht eigentlich dagegen, dass die potenten Ski-Platzhirsche im Innergebirg einen Bruchteil ihrer Budgets abzwacken und in die Lifte in Gaißau-Hintersee oder in ähnliche "Nahversorger" stecken, um dort den Betrieb aufrechtzuerhalten?

Denn die Kinder, die dort Skifahren lernen, werden später sehr wohl auch in die großen Skigebiete wechseln. Das wäre dann wohl eine sogenannte Win-win-Situation - und in diesem Fall das Gegenteil von chinesisch, obwohl es so ähnlich klingt.

Aufgerufen am 19.08.2019 um 12:58 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/win-win-auf-salzburgerisch-63865792

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