"Das Jahr ohne Sommer" 1816: Als ein Vulkanausbruch Salzburg in die Hungerkrise trieb

Das Jahr 1816 ging als "Jahr ohne Sommer" in die Geschichte ein. Ernteausfälle ließen Getreide- und Brotpreise explodieren, viele Menschen mussten hungern. Wie eine Familie aus dem Tennengebirge die Zeit erlebte und warum die Kartoffel die Gewinnerin dieser Krise war, hören Sie in dieser Podcastfolge von "Schattenorte".

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Schattenorte Simona Pinwinkler

Der Ursprung der Geschichte entspringt etwa 12.000 Kilometer von Salzburg entfernt - auf der Insel Sumbawa im heutigen Indonesien. Am 5. April 1815 bricht dort der Vulkan Tambora aus. Das löst einen globalen Klimawandel aus, die Temperaturen fallen, ein Dunst legt sich über Mitteleuropa. Das Jahr 1816 gilt als das "Jahr ohne Sommer". Auch wenn die Zusammenhänge damals niemand weiß, die Auswirkungen sind auch in Salzburg spürbar: Schnee bis in den Juni, Hagel und Überschwemmungen führen zu Ernteausfällen und Hunger. Exemplarisch dafür steht die Familie Grimming aus St. Martin im Tennengebirge. Der Hof wurde abgetragen und ist nun im Freilichtmuseum Großgmain zu besichtigen. Die Historikerinnen Monika Brunner-Gaurek und Sabine Veits-Falk sprechen in diesem Podcast über die Hungerkrise in Salzburg, die bis ins Frühjahr 1818 andauerte.

Durch diese Episode führen SN-Redakteurinnen Anna Boschner und Simona Pinwinkler gemeinsam.

Literatur zu dieser Episode:

Sabine Veits-Falk: Zeit der Noth. Armut in Salzburg 1803-1870, Verein Freunde der Salzburger Geschichte, Salzburg 2000.
Stefan Schmidt: Das Jahr ohne Sommer. Entwicklung einer Hungerkrise in Mitteleuropa und eine Betrachtung des klimatischen Verlaufs der Jahre 1816 und 1817 in Salzburg. Diplomarbeit Universität Salzburg, 2016.
Stefan Feiler, Josef A. Standl und Hans Roth: Flachgau und Rupertiwinkel im Wandel der Zeit. Gedenkband 1816-2016, Oberndorf 2016.

Die Teuerungsjahre 1816/17, zeitgenössische Darstellung, überlassen vom Bauern Felber in Essing in Bayern. (aus Standl/Roth/Feiler: Flachgau und Rupertiwinkel im Wandel der Zeit, 2016.) SN/lk salzburg/archiv
Die Teuerungsjahre 1816/17, zeitgenössische Darstellung, überlassen vom Bauern Felber in Essing in Bayern. (aus Standl/Roth/Feiler: Flachgau und Rupertiwinkel im Wandel der Zeit, 2016.)

SN-Podcast "Schattenorte"

In der Podcast-Serie "Schattenorte" widmen sich die SN-Redakteurinnen Anna Boschner und Simona Pinwinkler den dunklen Kapiteln in der Geschichte in und um Salzburg. Haben Sie Fragen oder Anregungen zu dieser Episode - oder kennen Sie Schattenorte in Ihrer Heimat, die es wert sind, beleuchtet zu werden? Dann schreiben Sie uns an podcast@sn.at.

Aufgerufen am 17.05.2022 um 05:18 auf https://www.sn.at/podcasts/schattenorte/das-jahr-ohne-sommer-1816-als-ein-vulkanausbruch-salzburg-in-die-hungerkrise-trieb-119086465

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