SN-Hilfe im Advent

Die Fröhlichkeit hat sich Alexander trotz allem behalten

Ein Unfall stellte das Leben der Familie Flatscher auf den Kopf. Kurz vor Alexanders achtem Geburtstag ist der größte Wunsch seine Genesung.

Tatyana Flatscher mit Sohn Alexander: „Er lernt Tag für Tag etwas Neues.“ SN/Robert Ratzer
Tatyana Flatscher mit Sohn Alexander: „Er lernt Tag für Tag etwas Neues.“

Seinen achten Geburtstag am kommenden Dienstag wird Alexander Flatscher nicht so feiern, wie er es in den Jahren zuvor gemacht hat. Lachen wird er trotzdem. Sein frohes Naturell hat sich Alexander trotz des Unfalls, der das Leben der Familie auf den Kopf stellte, bewahrt. "Er ist gut drauf und freut sich über das, was er kann", sagt Mutter Tatyana Flatscher.

Am 23. Juli hatte Alexander mit seinem elfjährigen Bruder Maximilian im Garten der Familie Ball gespielt. Dabei sprang der Ball über den Zaun auf die Pinzgauer Bundesstraße, die vor dem Haus in St. Martin bei Lofer vorbeiführt. Alexander sei nicht ohne Schauen auf die Straße gelaufen, wie das berichtet wurde, sagt Vater Martin Flatscher. "Sogar der Autofahrer hat gesagt, er habe ihn noch an der Straße stehen gesehen. Alexander hat nach links und rechts geschaut, den letzten Blick nach links hat er aber wohl nicht mehr gemacht."

Autofahrer konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren

Kurz vor der Stelle endet die 50-km/h-Tempobeschränkung, so konnte auch der Autofahrer nicht mehr rechtzeitig reagieren, als Alexander auf die Straße lief. Sein älterer Bruder Maximilian habe den Unfall gesehen, sagen die Eltern. "Wir haben seinen Schrei gehört, dann ist er zu uns gelaufen. Er hat nur ,Alexander' gerufen und nach draußen gezeigt." Das Leben der Familie habe sich von einer Sekunde auf die andere geändert, sagt Vater Martin Flatscher. Zwei Tage später wollte die Familie eigentlich nach Bulgarien reisen. "Wir wären vier Wochen unterwegs gewesen", sagt Tatyana Flatscher.

Urlaub gab es für die Familie seit dem Sommer keinen. In den ersten Tagen nach dem Unfall sei nicht klar gewesen, ob es Alexander überhaupt schaffen werde, sagt Martin Flatscher. "Neben der schweren Kopfverletzung war seine Lunge gequetscht, er hatte Serienrippenbrüche."

Einen Monat lang auf der Intensivstation

Zum Glück machte er in den ersten Tagen bereits Fortschritte. "Am zehnten Tag nach dem Unfall konnte er ohne Tubus atmen." Einen Monat war Alexander auf der Intensivstation. Seither wird er auf der neurologischen Rehabilitation (Rekiz) im Salzburger Kinderspital behandelt. Diffuses axonales Trauma nennen Mediziner die Art der Kopfverletzung, die Alexander bei dem Unfall erlitten hat. Der Aufprall hat Teile der Nervenzellen in Alexanders Gehirn beschädigt. Die Verletzung betrifft unter anderem das Stammhirn und die Nervensysteme.

Sprechen kann Alexander noch nicht

Mit Hilfe kann Alexander mittlerweile wieder breiige Nahrung selbst essen. Zu seinem Lachen, das er gerne zeigt, kann er auch wieder winken. Sprechen kann Alexander noch nicht, er verstehe aber sehr viel, sagen die Eltern. Sorgen macht ihnen, dass er sich häufig erbricht. "Es kann noch keiner sagen, wo die Reise hingeht", sagt Tatyana Flatscher. Er mache aber ständig Fortschritte. "Tag für Tag kann er etwas Neues." Bis auf Weiteres muss Alexander in der neurologischen Rehabilitation bleiben.

Der große Bruder hat den Unfall gesehen

Wie lange, das ist unklar. "Die kleine Schwester Elena fragt immer, ob er in zwei Wochen wieder zu Hause ist. Für eine Fünfjährige ist das lang. Wir gehen davon aus, dass er noch Monate hier ist. Wie viele, kann niemand sagen." Die kleine Schwester frage sehr oft nach Alexander. Der große Bruder würde sehr gut mit der Situation umgehen. Auch wenn es für ihn besonders belastend sei, weil er den Unfall gesehen hat.

Eine Prognose über Alexanders künftigen Gesundheitszustand kann noch nicht abgegeben werden. Auch wenn Martin Flatscher sehr optimistisch ist, denkt Tatyana Flatscher schon viel darüber nach, welche Adaptionen für ihr Leben nach der Reha notwendig sein werden. "Bis jetzt hat Alexander oben im Stockbett geschlafen. Ob das künftig noch möglich ist, wissen wir nicht." Auch könnte es sein, dass sie ein anderes Auto brauchen, in dem etwa eine Gehhilfe Platz hat. "Ich habe mich auch schon nach Therapeuten für Alexander umgeschaut. Ich denke auch an einen Assistenzhund", sagt die Mutter.

Vater und Mutter wechseln sich am Bett Alexanders ab

Im Moment dreht sich das Familienleben um die Betreuung von Alexander im Spital. Mutter und Vater wechseln sich seither am Bett Alexanders ab, während der andere Elternteil bei Maximilian und Elena ist. Martin Flatscher hat sich dafür von seinem Beruf als Zimmerer karenzieren lassen. "Wir schauen, dass wir nicht in Negativität versinken. Wir konzentrieren uns auf das, was gut geht", sagt Tatyana Flatscher. Natürlich seien sie manchmal antriebslos, sagen die Eltern. "Aber ich denke mir dann immer: Wenn ich die Wäsche jetzt nicht mache, dann bleibt es liegen."

Nacht der 1000 Lichter zu Halloween für Alexander

Hilfe hat die Familie auch von Alexanders Großeltern und von vielen Freunden in St. Martin. "Die Leute laden uns zum Essen ein oder bringen etwas vorbei", sagt Martin Flatscher. Zu Halloween wurde im Ort eine Nacht der 1000 Lichter zugunsten der Familie veranstaltet.

Wie das Weihnachtsfest für die Familie heuer aussehen wird, ist noch nicht klar. "Wir wollen irgendwie gemeinsam feiern", sagt Martin Flatscher. Der größte Wunsch wäre, dass das zu Hause möglich ist.

Die Familie kann über ein Konto des Roten Kreuzes unterstützt werden. IBAN: AT11 2040 4005 0025 1363

Kennwort: Für Alexander
Die Spenden gehen zu 100 Prozent an die Familie.

Die Familie kann über ein Konto des Roten Kreuzes unterstützt werden:

IBAN AT11 2040 4005 0025 1363
Kennwort Für Alexander

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