Chronik

Winterwetter: Drei verletzte Schüler bei Busunfall, Baum legte Bahnstrecke lahm

Der Winter hat sich zurückgemeldet - und das hat auch Auswirkungen auf die Verkehrssituation: Ein Linienbus kam Mittwoch früh bei Hallwang von der Straße ab, drei Passagiere wurden mit leichten Verletzungen ins Spital gebracht. Ein umgestürzter Baum legte die Bahnverbindung zwischen Bischofshofen und Hüttau lahm.

Gegen sieben Uhr hat sich auf der Wiener Straße im Hallwanger Ortsteil Esch auf der rutschigen Fahrbahn ein Unfall mit einem Postbus ereignet, der laut Verkehrsverbund Richtung Salzburg unterwegs war. Der 46-jährige Fahrer dürfte die Kontrolle über das Fahrzeug verloren haben. Der Bus der Linie 140, in dem sich rund 40 Passagiere befunden haben, geriet auf den Grünstreifen und prallte gegen einen Strommasten, an dem er zum Stillstand kam. Das Rote Kreuz brachte drei Schüler aus Oberösterreich im Alter von 10, 12 und 13 Jahren mit leichten Verletzungen ins Landeskrankenhaus. Die Freiwillige Feuerwehr Hallwang unterstützte den Einsatz. "Unsere Aufgabe hat sich auf Absicherungsarbeiten beschränkt", sagte Ortsfeuerwehrkommandant Manfred Hauser. Für den Abtransport des schwer beschädigten Linienbusses sei ein Bergeunternehmen angefordert worden.

Bahnstrecke im Pongau wieder freigegeben

Ein umgestürzter Baum legte am Mittwoch die Bahnverbindung zwischen Bischofshofen und Hüttau lahm. Die ÖBB sperrte die Strecke für mehrere Stunden und richtete für den Fernverkehr einen Schienenersatzverkehr zwischen Schladming und Bischofshofen und für den Nahverkehr zwischen Hüttau und Bischofshofen ein. Um 12.38 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben.

Lenker bei Auffahrunfall auf A10 verletzt

Bei einem Auffahrunfall auf der Tauernautobahn (A10) ist Mittwoch früh ein 29-jähriger Pkw-Lenker aus Kärnten verletzt worden. Im Brentenbergtunnel bei Werfen war es zu einem Stau gekommen, als der Mann auf zwei vor ihm fahrende Klein-Lkw auffuhr. Er wurde vom Roten Kreuz ins Krankenhaus nach Schwarzach gebracht. Der Tunnel war laut Polizei Richtung Salzburg bis kurz vor acht Uhr gesperrt bzw. einspurig befahrbar.

Aufgrund der winterlichen Witterung kam es am Mittwoch im Frühverkehr vor allem im Flachgau und rund um die Stadt Salzburg zu Staus und erheblichen Verzögerungen. Weitere aktuelle Verkehrsmeldungen finden Sie hier.

Die Bahnstrecke zwischen Hüttau und Bischofshofen musste am Mittwoch vorübergehend gesperrt werden. SN/öbb/bachl
Die Bahnstrecke zwischen Hüttau und Bischofshofen musste am Mittwoch vorübergehend gesperrt werden.

Die Asfinag hatte bereits für die Nacht auf Mittwoch eine Neuschneewarnung für die Tauernautobahn ausgegeben. Dienstag früh erreichte nämlich die von den Meteorologen angekündigte Sturmfront das Land Salzburg. Betroffen sein werde davon in erster Linie die Scheitelstrecke zwischen Eben im Pongau und dem Katschbergtunnel.

"Wir sind auf den kommenden Volleinsatz mit allen Mitarbeitern und zusätzlich bereitgestellten Winterdienstfahrzeugen in den Meistereien Golling, Flachau und St. Michael vorbereitet", sagt Heimo Maier-Farkas. Er ist der Leiter der Betrieblichen Erhaltung der Asfinag und hat zudem "diverse Abschleppunternehmen an der Strecke alarmiert."

Sie sollen sich für den Ernstfall bereit halten. Sollte der Wintereinbruch besonders heftig ausfallen, könne der Schwerverkehr am rechten Fahrstreifen präventiv angehalten werden. Als Alternative biete sich die Phyrrnstrecke an - auch dort sei Schneefall angesagt, allerdings in deutlich geringerem Ausmaß als an der Tauernautobahn.

Sturmböen bis 110 km/h

Schon am Dienstagmorgen sah die Prognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) einiges auf Salzburg zukommen: "Am Morgen zieht eine Sturmfront durch (Flachgau um 06:30 mit ca. 100-110 km/h / Pinzgau und Pongau um 07:00 mit ca. 90 km/h / Lungau ab 08:00 mit ca. 90 km/h). Mit der Front folgen kräftige Regengüsse, die bis 500m herab rasch in Schnee übergehen. Tagsüber bleibt es windig bis stürmisch und es schneit und regnet wiederholt. Schneefallgrenze sinkt am Nachmittag/Abend auch in tiefe Lagen. In den Tälern kann sich bis zum Abend je nach Höhenlage eine Schneedecke von 10 bis 20 cm aufbauen. Zwischen den Schauern kann es vor allem am Nachmittag kurz aufreißen. Am Morgen 1 bis 10 Grad, tagsüber gehen die Temperaturen zurück auf 1 bis 3 Grad."

Bäume umgestürzt, Dach abgedeckt

In Abtenau rückten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr kurz nach 7.30 Uhr morgens aus. Zwei umgestürzte Bäume versperrten die Fahrbahn einer Straße komplett. Mit Hilfe von Kettensägen wurden die Bäume zerkleinert und von der Straße entfernt.

In Zell am See wurde das Dach einer Bootsgarage zum Teil abgedeckt. Die Teile waren auf die Gleise der naheliegenden Westbahnstrecke geflogen. Der Zugverkehr musste für knapp zwei Stunden gesperrt werden, da durch den anhaltenden Sturm eine weitere Gefährdung des Zugverkehrs befürchtet werden musste.

Auch in Rauris, Taxenbach und Saalfelden rückten die Einsatzkräfte zu vom Sturm abgedeckten Dächern aus.

"Das Gefährlichste sind die einzelnen Sturmböen"

"Das Gefährlichste am Sturm sind die einzelnen Sturmböen", sagt Renate Eschenlohr vom ARBÖ Salzburg. Grundsätzlich sollte man bei Sturmwarnung unnötige Fahrten vermeiden. Ist dies nicht möglich, hat der ARBÖ fünf Tipps zum richtigen Verhalten zusammengestellt:

  • 1) Geschwindigkeit reduzieren und Fahrverhalten anpassen.
  • 2) Beide Hände aufs Lenkrad.
  • 3) Umgebung beobachten.
  • 4) Dachlasten beachten: Sollte man Dachlasten wie Skiboxen oder Skiträger mitführen sollte man unbedingt damit rechnen, dass der Wind eine größere Anpressfläche zur Verfügung hat. Wenn möglich, diese bereits im Vorfeld abnehmen.
  • 5) Auch Überholmanöver sind zu vermeiden. Hier kann leicht ein trügerisches Windloch - vor allem bei Überholvorgängen von Lkw - entstehen. Häufig trifft einen dann die Böe mit voller Wucht. Bei Bedarf geschützte Bereiche aufsuchen.

Quelle: SN

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