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Coronaimpfung in Salzburg: Ab 1. Februar beginnt Anmeldung für über 80-Jährige und Risikogruppen

Ab 1. März sind dann die über 65-Jährigen an der Reihe. Die breite Bevölkerung wird - abhängig von der Verfügbarkeit des Impfstoffs und den Lieferkapazitäten - erst ab Juni geimpft werden können. Geimpft wird bei den Hausärzten und mittels Impfstraßen in größeren Orten.

Das Land Salzburg, die Ärztekammer und das Rote Kreuz haben Dienstagvormittag die weitere Vorgangsweise in Sachen Corona präsentiert.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) sprach von einem dreigliedrigen System: "Vorsichtsmaßnahmen, testen und impfen." Diese drei Maßnahmen wolle man nun kombinieren.

Ziel: Möglichst viele Menschen ein Mal pro Woche testen

Zunächst zur Teststrategie: Ab Montag, 18. Jänner, werden die Standorte für Gratis-Schnelltests von bisher sechs auf 14 aufgestockt. Es wird Teststandorte in der Stadt Salzburg, Eugendorf, Oberndorf, Oberalm, Kuchl, Hallein, St. Johann, Radstadt, Schwarzach, Saalfelden, Mittersill, Zell am See, Tamsweg und St. Michael geben. Zusätzlich wird es acht mobile Testteams geben, die in peripheren Gemeinden zu fixen Zeiten ein Mal pro Woche kostenlose Tests anbieten. Man baue hiermit die Kapazitäten für 100.000 bis 120.000 Tests pro Woche auf. "Das sind bis zu 480.000 Testungen pro Monat", sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Das Land sei außerdem in Gesprächen mit Wirtschaft und Industrie. Größere Unternehmen sollen ihre Mitarbeiter selbst testen und über die Betriebsärzte die Testergebnisse in das System einpflegen. Außerdem sei man in Gesprächen mit niedergelassenen Ärzten, um hier Antigen-Schnelltests anzubieten. Bis Montagabend haben sich laut Haslauer 98 Ärzte dafür gemeldet.

Ab Montag muss man sich zum Test anmelden

Bislang konnten die Salzburgerinnen und Salzburger ohne Anmeldung zu den kostenlosen Schnelltest-Standorten kommen. Ab Montag sei das "mit diesem Mengengerüst" nicht mehr möglich. Es werde daher ersucht, dass sich die Leute online anmeldeten. "Dann können wir das alles digital abwickeln und so können wir dem Ansturm gerecht werden", sagt Haslauer. Ziel sei es, dass sich möglichst viele Menschen ein Mal pro Woche testen ließen. Rot-Kreuz-Kommandant Anton Holzer sagt, das Anmeldesystem werde am Freitag unter www.salzburg-testet.at freigeschaltet. Die 14 Teststandorte würden von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein. Zusätzlich werde man am Samstag in jedem Bezirk eine Station von 9 bis 13 Uhr offen halten, sagt Holzer. Dazu seien täglich 210 Mitarbeiter im Einsatz. "Ab Montag ist nur mehr ein Test nach Anmeldung möglich. Das hat den Vorteil, dass es keine oder nur mehr geringe Wartezeiten geben wird, weil es mit der Anmeldung ein Zeitfenster geben wird", sagt Holzer. Wer sich nicht online anmelden könne, könne dies auch über die Gesundheitsrufnummer 1450 machen.

Impfdosen steigen bis März auf 6000 pro Woche

Was die Coronaimpfungen betrifft, so spricht Haslauer von einem holprigen Start mit organisatorischen Fragen. Alles hängt freilich von den Impfstoff-Lieferungen ab. "Wir haben einen definierten Anteil an Impfdosen. Das sind derzeit pro Woche 3900 Dosen. Ab Kalenderwoche fünf (ab 1. Februar) sind es 4238 Dosen und das steigt bis Kalenderwoche 13 (ab 29. März) auf 5958 Dosen", sagt Haslauer. Unklar sei derzeit, wann das Land mit einem Impfstoff vom Hersteller Moderna rechnen könne.

Salzburg habe nun aber eine Organisation zum Impfen aufgestellt. Eine eigene Impfdisponentin wird sich um den Stand der Lieferungen kümmern, zumal es nach der ersten Teilimpfung drei Wochen später auch den "zweiten Stich" benötigt. Und auch dafür müsse man Mengen reservieren.

Bis Ende nächster Woche sind die Heime durch

Salzburg will sich an die Impfempfehlung des Bundes bzw. die Priorisierung der Gruppen halten. Dies sei sinnvoll, sagt Haslauer. Bis Ende nächster Woche würden alle Senioren- und Pflegeheime durchgeimpft. "Das wird nächste Woche abgeschlossen sein. Dann können wir uns auf andere Personengruppen rundherum konzentrieren." Ab Anfang Februar könnten sich die über 80-Jährigen zur Impfung melden, die nicht in einem Seniorenwohnheim lebten. Angemeldet und vorgemerkt werden zur Impfung können über 80-Jährige unter www.salzburg-impft.at oder unter der Gesundheitshotline 1450. Das Ganze sei aber kein Reservierungssystem, wo es nach Einlangen der Anmeldung gehe, betont Haslauer. Das bedeutet, dass die Impftermine nicht nach Zeitpunkt der Anmeldung vergeben werden. Risikogruppen können sich ab 1. Februar beim Hausarzt melden und werden dann auf die Liste gesetzt, sofern der Hausarzt bestätigt, dass man zur Risikogruppe zählt. "Patienten, die glauben, dass sie zur Risikogruppe gehören, sollen sich bei ihrem Hausarzt melden. Mit dem Vormerksystem können wir schnell reagieren, wenn plötzlich mehr Impfstoff da ist", sagt Landesrettungskommandant Anton Holzer. Ab Anfang März seien die über 65-Jährigen an der Reihe, ebenfalls per Onlineanmeldung oder über 1450. Bis Ende März sollten 30.000 Personen der Kategorie 1 durchgeimpft sein, sagt Haslauer. "Die tragende Säule bei der Durchimpfung sind die niedergelassenen Ärzte", sagt der Landeshauptmann.

Breite Masse ab Juni dran

Gesundheitslandesrat LH-Stv. Christian Stöckl betont, dass man nicht alles auf der Stelle verimpfen könne, sondern es natürlich auch die zweite Impfung brauche. Fix sei aber, dass sich Menschen über 80 ab 1. Februar melden könnten. Ab 1. März die über 65-Jährigen. Diese Gruppe werde man im April, Mai und Juni impfen. Dann komme die restliche Bevölkerung an die Reihe, also die breite Masse in etwa ab Juni. "Diesen Plan können wir nur so umsetzen, wie auch die Lieferungen des Impfstoffs kommen", sagt Stöckl. Derzeit stünden 3900 Dosen pro Woche zur Verfügung. Bis Anfang März steige diese Menge sukzessive auf fast 6000 Dosen an, sagt Stöckl. Das weitere Prozedere hänge davon ab, wann der Impfstoff von Astrazeneca zugelassen werde in Europa und für welche Altersgruppen er erlaubt werde. Bis Sommer werde man in Österreich große Mengen mehrerer Impfstoff-Produzenten geliefert bekommen. "Die weitere zeitliche Planung können wir dann verfeinern." Das Rote Kreuz werde in Orten mit über 10.000 Einwohnern Impfstraßen aufbauen. Hier sei man sehr flexibel und könne bereits ab Februar bereit sein, etwa auch zum Impfen von Einsatzorganisationen, sagt Holzer.

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