Politik

Ohne Autos auf den Gaisberg

Ausflügler aus Salzburg lieben ihren Hausberg - Künftig könnten sie im Bus fahren müssen. Die Politik diskutiert ein Fahrverbot auf den Spitz ab Oktober.

Gaisberg-Blick. Runter kommt man immer, aber wie kommt man künftig rauf?  SN/sw/vips
Gaisberg-Blick. Runter kommt man immer, aber wie kommt man künftig rauf? 

Begeistert sind sie nicht, die Wirtsleute auf dem Spitz, aber sie sind in den Prozess eingebunden: Die Stadt Salzburg prüft derzeit ein Fahrverbot ab der Zistelalm bis auf den Gipfel des Gaisbergs. Vor allem an Schönwettertagen während der Wintermonate herrscht dort enormes Parkchaos. Das Problem ist altbekannt und ärgerlich.

Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) bestätigt die aktuelle Prüfung durch das städtische Verkehrsamt in Kooperation mit dem Land, weil es sich bei der Gaisbergstraße um eine Landesstraße handelt.

Bus-Intervall müsste weiter verkürzt werden

Kommt das Fahrverbot, wie geplant, heuer erstmals von Oktober bis April zum Tragen, müsste im Gegenzug das Busangebot weiter ausgebaut werden. Derzeit fährt an diesen "stärkeren Tagen" alle 45 Minuten ein Bus, im Falle eines Fahrverbots würde das Intervall auf circa 25 Minuten verkürzt, gibt Preuner Auskunft. Die zuständigen Beamten hätten ihm gesagt, er sei in der Frage ja radikaler als Padutsch, sagt Preuner nicht ohne einen gewissen Stolz. Zur Erklärung: Auch die Bürgerliste will den Autoverkehr auf den Gaisberg seit Jahren eindämmen und den Gipfel autofrei bekommen. Inmitten dieser Debatte haben sich die jungen Stadt-Neos mit zusätzlichen Vorschlägen gemeldet. Gemeinderat Lukas Rößlhuber schlug nach Bekanntwerden des Endes der Gaißau-Lifte vor, einen dieser Lifte künftig auf den Gaisberg fahren zu lassen. Seine Parteikollegin Nevin Öztürk präzisierte: "Das wäre vor allem auch in Zusammenschau mit dem geplanten Gaisberg-Trail für Fahrräder eine charmante Idee. Man könnte ihn so planen, dass er Fahrräder auf den Berg transportieren kann. Das wäre eine Win-win- Situation."

Keine Genehmigung für alte Gaißau-Lifte

Bei Preuner weckt das Kindheitserinnerungen. Denn Anfang der 70er-Jahre gab es bereits einen Lift auf den Gaisbergspitz. Er kann der Idee durchaus etwas abgewinnen, aber sein Büroleiter Bernd Huber winkt auf konkrete Nachfrage hin ab: "Es gibt für die veralteten Lifte aus der Gaißau ganz sicher keine seilbahnrechtliche Genehmigung mehr. Das gilt als bereits abgeklärt." Sollte jemand etwas in die Richtung unternehmen, müsste es ein Privater sein. Und da werde die große Frage lauten: Amortisiert sich eine solche Anlage?

Einigt sich die Politik auf ein Fahrverbot, wird es vorerst ohne Schranken umgesetzt. Die Polizei müsste Falschparker aufgrund der Fahrverbotstafel anhalten und strafen.

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