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Red Bull Salzburg trotz 3:1 gegen Napoli ausgeschieden

Nach dem 0:3 im Hinspiel war der Sieg gegen die Italiener daheim zu wenig für Österreichs Fußballmeister. Red Bull Salzburg ist damit im Achtelfinale der Europa League ausgeschieden.

29.520 Zuschauer in der ausverkauften Red-Bull-Arena hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen. Vor Jubel über drei geschossene Tore, vor Ärger wegen einer Vielzahl vergebener Chancen oder einfach nur, um Red Bull Salzburg am Ende mit Standing Ovations zu verabschieden. Nach einer überragenden Leistung und einem völlig verdienten 3:1-Sieg gegen Italiens Vizemeister SSC Napoli herrschte aber nicht nur beim Publikum, sondern auch bei den Bullen selbst ein emotionaler Ausnahmezustand. "Ich spüre eine Riesenenttäuschung und gleichzeitig sehr viel Stolz", sagte Marco Rose über einen seiner größten Siege als Trainer der Salzburger.

Der reichte nach dem 0:3 im Hinspiel dennoch nicht zum Aufstieg ins Viertelfinale der Europa League. "Wir haben viel probiert und investiert, wir waren mutig, aber sind von Napoli für einen Fehler bitter bestraft worden." Die Salzburger erholten sich von dem Gegentor in der 14. Minute schnell und rissen die Partie an sich. "Wir können stolz sein auf unsere Leistung. Ich denke, wir haben heute hoch verdient gewonnen, leider ist uns in Neapel kein Tor gelungen", resümierte Außenverteidiger Stefan Lainer, der aber nicht hadern wollte mit dem 0:3 vor einer Woche, sondern seinen Blick nach vorn richtete: "Wir haben wieder einmal bewiesen, was in uns steckt. Napoli war sicher der stärkste Gegner, der in letzter Zeit in Salzburg gewesen ist. Darauf wollen wir aufbauen."

Tränen bei Hannes Wolf

Red Bull Salzburg verlängerte mit dem 3:1-Sieg eine ohnehin schon unheimliche Serie und blieb auch im 18. Europacup-Heimspiel ohne Niederlage. Insgesamt ist man schon seit 59 Pflichtspielen daheim ungeschlagen. "Es macht einfach Riesenspaß mit dieser Mannschaft zu arbeiten, den Jungs beim Fußball spielen zuzusehen", sagte Sportdirektor Christoph Freund, der sich an diesem glorreichen Fußballabend nicht an den neu aufkeimenden Trainerspekulationen beteiligen wollte. Demnach soll Marco Rose im Sommer nicht zur TSG Hoffenheim, sondern zum VfL Wolfsburg wechseln. "Wir haben einen Trainer, der sehr begehrt ist. Heute hat man wieder gesehen, dass die vielen Gerüchten nicht auf die Mannschaft abfärben."

Bittere Abschiedstränen vergoss unterdessen Hannes Wolf. Der Offensivspieler bestritt mit Salzburg sein letztes Europacup-Match, ehe er im Sommer zu RB Leipzig wechseln wird. Überwältigt von den Emotionen, lag er minutenlang in den Armen von Co-Trainer Rene Maric. Klar und strukturiert, genau so wie er zuvor gespielt hatte, bilanzierte Europacup-Debütant Dominik Szoboszlai: "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung, aber nicht mit dem Resultat. Wir sind ausgeschieden." Nervös sei er nicht gewesen, sagte der 18-jährige Ungar, "ein volles Stadion gibt mir immer zusätzliche Energie."

Der um 15 Jahre ältere Christoph Leitgeb, der für Szoboszlai eingewechselt worden war, jubelte über eines seiner seltenen Tore und meinte: "Es war eine großartige Leistung, aber fünf Tore gegen Napoli zu schießen ist fast unmöglich." Nach dem Aus im Achtelfinale fiel sein Resümee von Salzburgs Europacup-Saison so aus: "Die war überragend, mit einem einzigen Schönheitsfehler in Neapel."

Fehlerserie führte zu 0:1

Drei Tore hätte Salzburg nach dem 0:3 vom Hinspiel in Neapel benötigt, um zumindest in eine Verlängerung zu kommen. Fünf Tore waren das Soll für ein Aufstiegswunder aber plötzlich ab der 14. Minute. Arkadiusz Milik brachte den Tabellenzweiten der italienischen Serie A mit einem Seitfallzieher in Führung, vorausgegangen war eine Fehlerserie der Salzburger durch Enock Mwepu, Andreas Ulmer und Jerome Onguéné.

Die Chancen wären durchaus da gewesen für die fünf Tore, das macht das Aus in der Europa League letztlich bitter. Die bis dahin noch zurückhaltend agierenden Salzburger steckten den Gegentreffer weg und schafften zehn Minuten nach dem 0:1 den Ausgleich. Dominik Szoboszlai rechtfertigte seine erste Startelf-Nominierung in der Europa League mit einem Idealpass auf Munas Dabbur. Der Israeli schlug noch einen Haken und vollendete zum 1:1 (24.).

Onguéné per Kopf (37.) und Takumi Minamino mit einem Weitschuss (43.) zeigten noch vor der Pause, dass die Aufholjagd möglich war, wenn auch die Napoli-Abwehr meist felsenfest stand. Allerdings hätte es auch 1:2 stehen können, denn einen Weitschuss von Fabian Ruiz lenkte Torhüter Alexander Walke mit den Fingerspitzen noch an die Stange (28.).

Mit der Einwechslung von Fredrik Gulbrandsen (59.) brachte Trainer Marco Rose neues Feuer in den nachlassenden Angriffsschwung seines Teams. Das wurde rasch belohnt, der Norweger verwertete eine Maßflanke von Andreas Ulmer zum 2:1 (65.). Da hätte es noch einmal eng werden können für Napoli, hätten in der folgenden Drangphase beispielsweise Minamino (Fernschuss/75.) oder Dabbur (Kopfball übers Tor nach einem Eckball /76.) mehr Abschlussglück gehabt. Als dann noch Dabburs spektakulärer Seitfallzieher nur an der Stange landete (87.), dämmerte es auch den größten Optimisten: Es sollte einfach nicht sein an diesem Abend.

So blieb das Tor zum 3:1, von Routinier Christoph Leitgeb in der Nachspielzeit erzielt, nur noch eine schöne Fußnote. Am Europa-League-Aus für Red Bull Salzburg änderte es nichts mehr.

Weitere Spiele im Achtelfinale

D. Kiew - Chelsea 0:5 (Gesamtscore 0:8), Krasnodar - Valencia 1:1 (2:3), Inter Mailand - Eintracht Frankfurt 0:1 (0:1), Villarreal - St. Petersburg 2:1 (5:2), Arsenal - Rennes 3:0 (4:3), Benfica Lissabon - Dinamo Zagreb 3:0 n. V. (3:1), Slavia Prag - FC Sevilla 4:3 n. V. (6:5).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Quelle: SN

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