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Bei Fodas Abschied: ÖFB-Team zeigt Moral und rettet Remis gegen Schottland

Die Teamchef-Karriere von Franco Foda endete am Dienstag mit einem 2:2 gegen Schottland. Gregoritsch und Schöpf sicherten Österreich nach einem 0:2-Rückstand noch ein Remis.

Mit vier Siegen startete Franco Foda 2018 seine Karriere als Teamchef des österreichischen Fußball-Nationalteams. Auch wenn danach die Leistungen nur selten erfrischend waren, sprachen die Zahlen lange Zeit für den Deutschen. In seiner Amtszeit schaffte Österreich den Aufstieg in die höchste Liga in der Nations League und überstand erstmals die Gruppenphase bei einer Europameisterschaft. Nach dem Verpassen der WM-Endrunde in Katar endete am Dienstag nach viereinhalb Jahren aber die Ära Foda. Der 55-Jährige verabschiedete sich mit einem Unentschieden.

Das ÖFB-Team erreichte vor nur 6.600 Zuschauer (Minusrekord im Ernst-Happel-Stadion) im Testspiel gegen Schottland nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2. In seinem letzten Spiel bewies Foda den Mut, den sich viele Fans und Experten schon viel früher gewünscht hätten. Der 55-Jährige schickte mit Christoph Baumgartner, Marko Arnautovic und Sasa Kalajdzic drei Stürmer aufs Feld und wollte den Gegner mit hohem Pressing unter Druck setzen. Statt David Alaba, der nach der Pleite in Wales abgereist war, trug Aleksandar Dragovic in seinem 100. Länderspiel die Kapitänsschleife.

Die offensivere Spielweise bescherte den Österreichern in der Anfangsphase einige Ballgewinne und zwei Topchancen. Kalajdzic scheiterte per Kopf (6.) und mit einem Schuss aus kurzer Distanz (14.) aber am starken Schottland-Goalie Craig Gordon. Der 39-jährige Routinier war auch von Marko Arnautovic, der nach einem sehenswerten Spielzug im Sechzehner zum Abschluss kam, nicht bezwingen. Effizienter zeigten sich die Schotten in der 28. Minute. Nach einer Ecke scheiterte Abwehrchef Grant Hanley noch an der Latte, den Abpraller drückte Jack Hendry über die Linie. Der Ausgleich hätte wenig später fallen müssen, doch Leipzig-Legionär Konrad Laimer knallte den Ball in aussichtsreicher Position neben das Tor.

Kurz nach der Pause erhöhten die Schotten, die im Juni noch auf den WM-Zug aufspringen können, sogar auf 2:0. Die ÖFB-Defensive war bei einem schnellen Spielzug nicht im Bilde, John McGinn versenkte den Ball aus zehn Metern (56.). Doch Dragovic und Co. zeigten danach Moral und Foda bewies ein glückliches Händchen beim Wechseln. In der 75. Minute gelang Joker Michael Gregoritsch per Kopf der Anschlusstreffer, nur wenige Minuten später traf der ebenfalls eingewechselte Alessandro Schöpf vom Sechzehner zum 2:2 (82.). Fast hätte ein weiterer Joker noch den Siegtreffer erzielt, doch Andreas Weimann scheiterte an Gordon. Dennoch war Foda stolz auf sein Team: "Es sollte nicht immer nur kritisiert werden. Diese Mannschaft hat ein erfolgreiche Zukunft vor sich."

Während Österreich die WM im kommenden Winter verpassen wird, sicherten sich Polen (2:0 gegen Schweden) und Portugal (2:0 gegen Nordmazedonien) am Dienstag noch ein Ticket für die Endrunde in Katar.

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