Anton Werber

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Anton Werber (* 4. September 1881 in Itzling bei Salzburg; † 3. April 1955 in Zell am See) war in der Zwischenkriegszeit zwei Mal Bürgermeister von Zell am See.

Leben

Der Sozialdemokrat Anton Werber (vormals Vrba bzw. Wrba[1]) war ÖBB-Bediensteter (Lokomotivführer, weiters Installateur und Hausbesitzer), bzw. nachfolgend ÖBB-Pensionist. 1919 bis 1922 war er zum ersten Mal Bürgermeister von Zell am See. Die Sozialdemokraten konnten bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates am 6. Juni 1919 den Bürgermeister stellen, Anton Werber wurde mit zehn Stimmen gewählt, der Kandidat der Bürgerlichen, Leo Gastgeber, erhielt nur acht Stimmen. Werber blieb bis 1922 im Amt, von August 1920 bis September 1921 wurde er krankheitsbedingt im Bürgermeisteramt von Vizebürgermeister Leo Gastgeber vertreten. Bei der Bürgermeisterwahl am 22. April 1922 unterlag Werber dem nationalen Kandidaten Josef Ernst (10. 8 Stimmen).[2]

1931 wurde er nach einer Geheimdiplomatie durch die Unterstützung bürgerlicher Gemeindevertreter (die die Abwahl von Josef Ernst mit allen Mitteln durchsetzen wollten) erneut zum Bürgermeister gewählt. Er war somit Vorgänger und auch Nachfolger des nationalsozialistischen (NSDAP, in Österreich: Hitlerbewegung) Bürgermeisters Josef Ernst, der von 1922 bis 1931 das Amt des Bürgermeisters von Zell am See ausübte. Werber blieb in seiner zweiten Amtsperiode allerdings nur bis Mai 1933 Bürgermeister.[3]

Nach zunehmenden Aggressionen auf der Straße mit blutigen Zusammenstößen zwischen Sozialdemokraten und Nationalsozialisten, persönlichen Diffamierungen (so wurde ihm auch vorgehalten, dass er erst kurz vor ersten Amtsperiode seinen ursprünglichen Familiennamen Vrba (Wrba) hatte eindeutschen lassen; vgl. Quellen > Einzelnachweis 1) und einem Misstrauensantrag der Fraktion der NSDAP gegen Anton Werber, in dem es um Bezüge Werbers als Verwaltungsdirektor der Schmittenhöhebahn und um Zweifel an seiner Unparteilichkeit gegangen war, schaltete sich im Frühjahr 1933 die Gemeindevertretung gleichsam selbst aus (Selbstauflösung), eine für den 2. Juni 1933 anberaumte Sitzung des Gemeinderates musste daher bereits von Bezirkshauptmann Regierungsrat Dr. Rudolf Hanifle als Regierungskommissär geleitet werden.[4]

Literatur

  • Hölzl, Ferdinand, 1200 Jahre Zell am See, S. 136, Eigenverlag, Zell am See, 1975
  • Schausberger, Franz: Alle an den Galgen. Der politische „Takeoff“ der „Hitlerbewegung“ bei den Salzburger Gemeindewahlen 1931. Böhlau: Wien/Köln/Weimar, 2005
  • Hochhold, Rainer, Cella in Bisontio, Zell im Pinzgau, Zell am See – Eine historische Zeitreise, Zell am See, 2013. ISBN: 978-3-200-03385-6

Quellen bzw. Einzelnachweise

  • Hölzl, Ferdinand: Pinzgauer Parteichronik. Band 1: Die Sozialdemokraten und Gewerkschaften. Zell am See 1983.
  1. Nach Schausberger (2005) S. 200 wurde Anton Wrba (Vrba) 1881 in Itzling bei Salzburg geboren und kam 1908 als Lokomotivführer der Pinzgauer Lokalbahn nach Zell am See. In den Sitzungsprotokollen der Marktgemeinde Zell am See kann der „Wandel“ von Wrba auf Werber nachverfolgt werden: Im Protokoll vom 18. Februar 1919 ist noch der Name Anton Vrba angeführt, am 20. März scheint zum ersten Male das eingedeutschte Werber auf. Am 17. Mai 1919 wird Werber erstmals als Bürgermeisterstellvertreter genannt. Vgl. Sitzungsprotokolle der Marktgemeinde Zell am See 1919. Sitzungen am 18. Februar, 20. März bzw. 17. Mai 1919. In Hochhold, 2013).
  2. Sitzungsprokolle der Marktgemeinde Zell am See 1919 bis 1922. In: Hochhold (2013) 281f
  3. Sitzungsprokolle der Stadtgemeinde Zell am See 1930/31. In: Hochhold (2013) S. 296f
  4. Sitzungsprokolle der Stadtgemeinde Zell am See 1933. In: Hochhold (2013) 299f
Zeitfolge
Vorgänger


Anton Gassner
Josef Ernst

Bürgermeister der Stadt Zell am See
19191922
1931 - 1933
Nachfolger


Josef Ernst
Dr. Rudolf Hanifle (als Regierungskommissär)