Eisenbahn auf den Großglockner

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Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es Planungen für eine Eisenbahn auf den Großglockner.

Geschichte

Ing. Heinrich Schroeder trat um 1891 mit dem Plan an die Öffentlichkeit, eine Eisenbahn auf den Großglockner zu errichten. Ing. Schroeder war der ausführende Bauingenieur der Gaisbergbahn in der Stadt Salzburg gewesen.

Ausgangspunkt der projektierten, etwa 23 Kilometer langen, als Schmalspur gedachten Großglockner-Bahn wäre Bruck-Fusch an der Staatsbahn. Von dort, 750 m ü. A., würde die Bahnlinie zunächst als Adhäsionsbahn im Fuscher Tal über Fusch (809 m ü. A.) führen. Bei der südlich des Dorfzentrums beginnenden stärkeren Steigung müsste die erste Geländestufe mittels Zahnschienen überwunden werden.

Die eigentliche Bergbahn würde jedoch erst bei der Vögelalpe (1 190 m ü. A.) im Ferleitental beginnen und zunächst eine Steigung von 7,6 Prozent, dann 19,7 Prozent haben. Die Bahnlinie würde weiter über die Frauenalpe (1 540 m ü. A.) geführt werden, um mit einer Steigung von 19,7 Prozent bis zum Beginn der Pfandlscharte (2 030 m ü. A.) zu verlaufen. Der Gletscher müsste durch einen etwa 2,4 Kilometer langen Tunnel mit 7,1 Prozent Steigung überwunden werden. In einer Höhe von 2 200 m ü. A. würde die Bahn auf kärntner Seite im Pfandlschartental wieder ans Tageslicht kommen.

Vorbei am Glocknerhaus wäre die Trasse mit einer Steigung von elf Prozent hinauf zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe verlaufen. Dort war geplant, die Trasse über der Pasterze entlang bis zur Hofmannshütte (2 444 m ü. A.) mit einer Steigung von 7,1 Prozent dann direkt an die Pasterze zu führen (die damals noch dort bis 2 468 m ü. A. reichte, heute unter 2 200 m ü. A.).

Pasterzenbahn

Bei dem veränderlichen Zustand des mittleren, fast ebenen Pasterzen-Gletschers sollte erst auf Grund längerer Beobachtungen entschieden werden, ob derselbe mittels eines entsprechend konstruierten Bahngeleises überfahren werden kann oder ob eine Seilbahn zuverlässiger wäre.

Großglockner-Gipfelbahn

Von etwa Bahnkilometer 30 an verleiden die Gletscherabstürze des Großglockners, sowie die Lawinen und Steinschläge eine oberirdische Führung der Bahn; es ist deshalb ein steiler Tunnel von etwa 900 Metern Länge durch festen Fels geplant, an welchem eine Seilbahn die Touristen von dem Pasterzen-Boden direkt bis in die Höhe der Erzherzog-Johann-Hütte (Adlersruhe) bringen würde, wo die Bahn ihr vorläufiges Ende finden soll. In späterer Zeit soll die Bahnlinie bis zum Kaiserkreuz auf den Glocknergipfel ausgedehnt werden.

Nie gebaut

Dieses Projekt wurde ebensowenig realisiert wie die Idee einer Seilbahn auf die Adlersruhe, der Seilbahn auf den Fuscher-Kar-Kopf oder die Straßenverlängerung in die Gamsgrube - alle drei waren GROHAG-Projekte.

Quelle