Endfelden

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Bauerngut Endfelden Jahreszahl 1636 auf dem Firstbaum
Bauerngut Endfelden am Fürther Sonnberg
Bauerngut Endfelden Westseite
Bauerngut Endfelden Wirtschaftsgebäude
Hutweide und Streuobstwiese

Endfelden ist ein Bergbauerngut auf dem Fürther Sonnberg im Gemeindegebiet von Piesendorf.

Name

Nach Hörburger und Ziller könnte der Hausname des Bauerngutes entweder auf den Personennamen >Anzo< oder >Anther< zurück zu führen oder zum Umstandswort >ent< (drüben, jenseits) gehörig sein. Jedenfalls gibt es im Pinzgau und im Pongau noch mehrere andere Bauerngüter gleichen Namens, Endfelden oder Entfelden geschrieben, so z. B. in Thumersbach im Gemeindegebiet von Zell am See, in Uttendorf, in Fusch an der Großglocknerstraße, in Lend und in Unken und im Pongau in der Gemeinde Goldegg.

Beschreibung

Endfelden liegt in steiler Hanglage auf ca. 850 m ü. A. auf dem Fürther Sonnberg und ist nach Süden ausgerichtet. Das Anwesen ist ein Pinzgauer Zwiehof, wobei das Bauernhaus aus dem Jahr 1636 stammt, wie die Jahreszahl auf dem Firstbaum überliefert. Endfelden ist ein Seitenflurhaus, das im Erdgeschoß aus Natursteinen gemauert ist. Diesen sitzt ein Holzblockbau auf, der auf der Wetterseite mit Holzschindeln verschlagen ist. Der Bergeraum über dem Stall war ursprünglich wie das Bauernhaus nach Nord-Süd ausgerichtet. Ein neuer Bergeraum wurde mittlerweile auf den alten Mauern des ursprünglichen Gebäudes in Ost-West-Richtung verschwenkt neu aufgesetzt und liegt östlich des Bauernhauses. Westlich des Bauernhauses befindet sich das neu erbaute Austraghaus, das derzeit von den erwachsenen Kindern der Familie bewohnt wird. Neben den genannten Gebäuden gibt es noch kleinere Nebengebäude, die als Werkstatt, Garage und Lagerräume Verwendung finden.

Betrieb

Endfelden ist ein Rinderhaltungsbetrieb mit Mutterkuh-Haltung, der noch im Vollerwerb geführt wird. Der Rinderbestand ist gemischt und besteht aus Fleckvieh, Pinzgauer Rind und Kreuzungen. Zum Hof gehören 20,5 ha Weidefläche, 12,6 ha Mähweide, 0,8 ha Streuwiese und 7 ha Hutweide. Als Zuerwerb werden im ersten Stock und im Dachgeschoß liegende einfache, aber gemütliche Fremdenzimmer mit Küchenbenützung vermietet (Kontakt 06549 / 7608). Eine asphaltierte Zufahrt vom Ortsteil Fürth im Salzachtal, die auch im Winter gut befahrbar ist, ist vorhanden.

Almwirtschaft

Zum Hof gehört auch noch die Nisserach-Alm im Löhnersbachgraben im Gemeindegebiet von Saalbach im Glemmtal mit insgesamt 185 ha Wald- und Weidefläche, die ein weitsichtiger Vorfahre im 20. Jahrhundert angekauft hat. Dort hat Herr Gottlieb Schwarz, Bauer auf Endfelden, 1992 eigenhändig ein neues Almgebäude errichtet, wobei das hofeigene Holz mit dem Reifmesser zugerichtet und in Blockbauweise nagelfrei aufgeschredelt wurde. Auf der Wetterseite ist die Almhütte verschindelt.

Bis 1990 war die Alm „weglos“, d. h. der Viehtrieb erfolgte in einem fünfstündigen Fußmarsch vom Heimhof bis zur Alm ohne Fahrzeuge. Der Weg verlief über die Schmittenhöhe, die Pinzgauer Hütte und die Piesendorfer Sonnberghütte auf Höhe von Niedernsill und dann in den Löhnersbachgraben - ein Seitental des Glemmtales - hinüber.

Philosophie

Man sieht es dem Hof und dessen Umfeld an und erlebt es im Gespräch mit den Besitzern, dass Herr Gottlieb und Frau Christl Schwarz mit ihrem Lebens- und Arbeitsplatz tief verbunden sind. Die Hofstelle wird liebevoll instand gehalten und gepflegt. Der Wunsch zur Erhaltung des von den Vorfahren Übernommenen und vom Schicksal Anvertrauten spielt genauso eine Rolle wie die Liebe zur Natur und zu den auf dem Hof gehaltenen Tieren, zu denen neben den Rindern auch Hühner und Enten, sowie ein Hofhund und eine Katze gehören. Die Familie hat auch für kulturelle Aktivitäten ein Sensorium und stellte z. B. dem Piesendorfer Kulturaktivisten Christian Rieder ein Stück Weidegrund zur Verfügung, wo er einen Heustadel in traditioneller Bauweise errichtet und als kleinen Schauraum über landwirtschaftliche Kulturtechniken gestalten wird.

Herr und Frau Schwarz können ihren Hof als Vollerwerbsbetrieb führen, nicht nur weil sie eine relativ große Almfläche ihr Eigen nennen, sondern auch wegen ihrer bescheidenen Lebensweise. Es bleibt ihnen die Hoffnung, dass eines ihrer drei Kinder ihre Arbeit weiter führen wird.

Quellen

Eigenartikel von Christina Nöbauer nach Gespräch mit den Hofeigentümern.