Erwin Kerber

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Salzburger Festspiele 1930: Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl (links) und Dr. Erwin Kerber, bei der Eröffnung des zweiten Teils der Radioreportage "das festliche Salzburg".
Rechts unten Dr. Kerber im Festspielsommer 1934.
Das Grab von Erwin Kerber auf dem Salzburger Kommunalfriedhof

Regierungsrat Dr. Erwin Kerber (* 30. Dezember 1891 in der Stadt Salzburg; † 24. Februar 1943 ebenda) war ein Salzburger Theaterfachmann, insbesondere Direktor der Salzburger Festspiele und Intendant des Salzburger Landestheaters.

Leben

Erwin Kerber war der Sohn des k. u. k. Hofbuchhändlers Hermann Kerber, der ein hervorragender Mitarbeiter des Mozarteums war.

Nach Volksschule und Besuch des humanistisches Gymnasiums in Salzburg musste Kerber im Ersten Weltkrieg an die Russland- und Italien-Front.

Er wurde im Jahr 1919 von der Salzburger Festspielhaus-Gemeinde als Sekretär in Dienst genommen. Bald darauf wurde er mit der künstlerischen Leitung der Festspiele betraut und erhielt den Titel Direktor. Diese Stellung als Direktor hatte Kerber bis 1942 inne. 1933 als leitender juridischer Beamter (Direktionsrat) von Clemens Krauss an die Wiener Staatsoper berufen, wurde Kerber 1935 Verwaltungsdirektor. Nachdem Krauss nach Berlin gegangen war und einer kurzen zweiten Direktion Felix von Weingartners, wurde er von 1. September 1936 bis 1. September 1940 Direktor dieses Hauses. In dieser Zeit wandte er sich auch der Regietätigkeit zu. Dabei fand er in musikalischen Belangen Unterstützung von Bruno Walter und Hans Knappertsbusch.

In seine Zeit als Operndirektor fiel auch der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland. Er die Auflagen der Nazis um, indem mehr als 200 Juden und sogenannte „jüdische Mischlinge“ sowohl aus dem künstlerischen als auch dem Verwaltungspersonal entlassen wurden. Dabei verlor er aber viele Dirigenten und Sänger, die das Haus unfreiwillig oder freiwillig verließen. Unter ihnen waren Bruno Walter, Josef Krips; Rosette Anday, Lotte Lehmann, Richard Tauber und andere. Diese künstlerische Lücken füllte er durch neue Engagements.

Im April 1942 übernahm Kerber neben seiner Tätigkeit bei den Salzburger Festspielen auch die Intendanz des Salzburger Landestheaters (damals noch Stadttheater).

Kerber starb an den Folgen einer Herzattacke, die er bei einer Theaterprobe erlitten hatte.

Kerber fand seine letzte Ruhestätte auf dem Salzburger Kommunalfriedhof.

Straßenbenennung

Nach Erwin Kerber ist im Salzburger Stadtteil Aigen die Erwin-Kerber-Straße benannt.

Veröffentlichungen

  • Ewiges Theater. Salzburg und seine Festspiele. Piper, München 1935.

Quellen

Zeitfolge