Hahnbaum-Lifte

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Der ehemalige Hahnbaum-Sessellift
Hahnbaum-Sessellift 2017
Mittelstation des Sesselliftes
Bergstation des Sesselliftes
Die Abfahrt der Hahnbaumlifte mit Blick auf den Hochkönig.
Der ehemalige Großunterberg-Schlepplift
Bergstation des Großunterberg-Schleppliftes
Zum Abtransport bereit liegende Liftstützen nach Abriss des Sesselliftes

Die Hahnbaum-Lifte sind bei Familien und Schulklassen beliebte Skilifte im Hahnbaum Wintersportgebiet der Pongauer Bezirkshauptstadt St. Johann im Pongau.

Geschichte

Im Jahre 1946 war es einigen Bürgern ein Anliegen die wintertouristische Bedeutung des Ortes St. Johann im Pongau wiederzugewinnen, welche sie vor dem Zweiten Weltkrieg bereits gehabt hatte. Es wurde beschlossen einen Skilift auf den 1 226 m ü. A. hohen Hahnbaum zu errichten. Auf der einfachen Sesselbahn saßen sich die Leute gegenüber, die Stützen und Stationen waren aus Holz gebaut. Der Antrieb erfolgte durch einen alten Dieselmotor. Die erste Bahn ging aber nie richtig in Betrieb. Schon bei der Eröffnungsfahrt blieb sie auf halbem Weg stecken und konnte nicht wieder in Gang gebracht werden. Sie wurde kurzerhand abgerissen.

Ein Jahr später folgte ein neuerlicher Versuch. Zum Bau wurde Material aus Wehrmachtsbeständen, wie Stahlseile und Stützen verwendet. Auch dieser Ein-Sessellift musste nach zwei Wintern eingestellt werden.

Am 22. Dezember 1950 konnte durch Landeshauptmann Dr. Josef Klaus und Bürgermeister Hans Kappacher am Hahnbaum der modernste Sessellift Österreichs sowie das Hotel Hahnbaum eröffnet werden. Es gab mindestens sechs verschiedene Skiabfahrten. Die Pisten befanden sich alle im Naturzustand, lediglich erforderliche Zaunluken wurden geöffnet.

Die rasche technische Entwicklung der 1950er und 1960er Jahre ließ den einst modernsten Lift Österreichs sehr schnell altern. Trotz allem lockte der Hahnbaumlift nicht nur die St. Johanner an. Bis in die Landeshauptstadt Salzburg war der Lift bekannt geworden und Kolonnen von Skifahrern kamen mit dem Zug in das St. Johanner Skigebiet. Sogar österreichische Skimeisterschaften wurden auf dem Hahnbaum ausgetragen.

Anlässlich der Errichtung des Troisteinliftes auf der gegenüberliegenden Talseite kam es 1970 zur Gründung der „Berglifte St. Johann GmbH und CoKG“, der ersten Liftgesellschaft des Ortes. Mit Ende der Wintersaison 1975/1976 sollte der Betrieb des völlig überalterten Hahnbaum-Sesselliftes eingestellt werden. Zwei getrennte Initiativen starteten eine Selbsthilfeaktion und so brachte die St. Johanner Bevölkerung 8,8 Millionen Schilling (rund 650.000 Euro) für die Neuerrichtung der Doppelsesselbahn Hahnbaum auf. Es kamen schneearme Winter, in denen wenig, bzw. in einem Winter überhaupt kein Betrieb möglich war. Die Folge war, dass man 1989 beschloss eine Beschneiungsanlage für die Hauptabfahrt zu bauen. Es war eine der ersten Anlagen im Land Salzburg. Die hohen Kosten für die Instandhaltung des Liftbetriebes waren für die Gesellschaft nicht mehr tragbar. So übernahm im Herbst 1996 die Alpendorf Bergbahnen AG die St. Johanner Hahnbaum-Lifte, außer den sogenannten Oberhahnbaumlift, der in der Folge abgetragen wurde.

Die Hahnbaum-Lifte sind trotz der großen Konkurrenz, durch die im Umkreis befindlichen Liftanlagen, von großer Bedeutung für die St. Johanner Bevölkerung. Besonders bei Familien mit Kleinkindern und den St. Johanner Schulklassen sind die Hahnbaum-Lifte nach wie vor sehr beliebt.

Am 20. Februar 2020 beschloss der Aufsichtsrat der Alpendorf Bergbahnen einstimmig, dass der 50 Jahre alte Sessellift im Sommer abgetragen und durch einen kürzeren Schlepplift, der oberhalb der bestehenden Talstation beginnen soll, ersetzt wird. Mit diesem Schlepplift sollen auch Schlitten transportiert werden, um eine verkürzte Rodelbahn am Leben zu erhalten. Die Investition von zirka 1,6 Millionen Euro sieht auch eine Erneuerung der Beschneiungsanlage vor. Es ist geplant die Piste in zwei Teile zu teilen. Einerseits eine Trainingsstrecke für Schulen und Vereine, andererseits eine Publikumsstrecke. [1]

Am 8. März 2020 war der letzte Betriebstag der Saison. Bereits einen Tag später wurde mit den Abrissarbeiten von Großunterberg-Schlepplift und Sessellift begonnen. Diese Eile war deshalb angebracht, weil somit die Stützen noch bei Schneelage entfernt wurden und daher der Flurschaden für die Grundbesitzer geringer gehalten werden konnte. [2]

Hetzenbichl Übungslift

Mit Beginn der Wintersaison 2010/2011 wurde unterhalb des Gasthofs Hetzenbichl ein 330 Meter langer Tellerschlepplift gebaut. Er hat den in die Jahre gekommenen Übungsschlepplift neben dem „Kinderland Hahnbaum“ ersetzt. Der Lift ist für Einheimische und Gäste kostenlos benutzbar. Dieser Tellerschlepplift wurde am 17. Dezember 2010 in Betrieb genommen. Er ist 328 Meter lang und kann pro Stunde 615 Personen befördern. In den Lift investierte die Stadtgemeinde St. Johann im Pongau 280.000 Euro. [3]

Ehemalige Lifte

Sessellift

Beim Hahnbaum-Sessellift handelte es sich um einen Zweier-Sessellift mit dem Baujahr 1976. Die Talstation befand sich auf der Premwiese, direkt im Ort, die Bergstation auf 1 128 m ü. A. neben der Vogei Hüttn. In zirka 16 Minuten Fahrzeit brachte der Lift 858 Personen pro Stunde auf den Berg und überwand dabei 509 Höhenmeter. Der Sessellift hatte eine Mittelstation, welche sich zirka auf Höhe der Bergstation des Großunterberg-Schleppliftes befand und nur als Ausstiegsstelle genutzt wurde.

2018 wurde bekannt, dass der Hahnbaum-Sessellift abgerissen werden sollte. Es herrschte große Aufregung in der Bevölkerung und es kam zur Gründung der Bürgerinitiative PRO Hahnbaum-Sessellift, die den Erhalt des Liftes forderte. Eine Unterschriftensammlung und Gespräche mit dem Bürgermeister sowie der Betreiberfirma bewirkten einen Aufschub des Abrisses. Um einen langfristigen Weiterbetrieb des Sesselliftes zu sichern, wurde ein umfangreiches Winter- und auch Sommerkonzept für den Lift erarbeitet. Im Jänner 2019 machte die Bürgerinitiative mit einem Demonstrationsmarsch durch St. Johann auf das Anliegen der Bevölkerung für einen Weiterbetrieb des Sesselliftes aufmerksam.

Anfang November 2019 verlautete die Alpendorf Bergbahnen AG, dass der Hahnbaum-Sessellift mit Ende der Wintersaison 2019/2020 eingestellt wird. Der Gemeindevertretungsbeschluss erfolgte mehrheitlich mit 18 Stimmen bei 4 Gegenstimmen.

Der 8. März 2020 war der letzte Betriebstag des Hahnbaum-Sesselliftes. Am nächsten Tag wurde mit der Demontage begonnen, die ersten Liftstützen fielen am 10. März.

Die 177 Doppelsessel werden für je 200 Euro verkauft. Der Erlös geht zur Gänze an den Verein für Kinderkrebshilfe im Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach.

Großunterberg Schlepplift

1967 wurde durch eine Privatinitiative der Großunterberg-Schlepplift errichtet. Er war 955 Meter lang und überwand 199 Höhenmeter. Der Lift verlief parallel zum Sessellift und endete vor Beginn des Steilhanges auf 847 m ü. A..
Am 4. März 2020 wurde der Betrieb des Großunterbergliftes eingestellt. Der Abriss erfolgte wenig später, am 9. März. Er soll durch einen neuen Schlepplift, mit neuer Trassenführung, ersetzt werden.

Hubangerllift

Der Hubangerllift ersetzte 1967 den kurzen, legendären Pawlicek-Lift auf der Premwiese. Er führte am linken Rand der Premwiese zum Gasthof Sonne. Der Hubangerllift, sowie der Oberhahnbaumlift wurden 1996 eingestellt, nachdem diese nicht von der Alpendorf Bergbahnen AG übernommen wurden.[4]

Bilder

 Hahnbaum-Lifte – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Bilder von den Abrissarbeiten des Großunterbergschleppliftes und des Sesselliftes – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen

  • St. Johanner Stadtbuch
  • Eigenrecherche Elisabeth Höll
  • St. Johann-Journal vom Februar 2011 und Dezember 2015 und 2016
  • Gästemagazin Snow Space Flachau, Wagrain, St. Johann 2018

Einzelnachweise

  1. ORF Salzburg
  2. Salzburger Nachrichten, 11. März 2020
  3. Salzburger Woche, Ausgabe Pongauer Nachrichten, 20. Jänner 2011 - Tellerschlepplift
  4. Pongaumagazin, Ausgabe 33, Juni 2008