KunstIgel

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Der KunstIgel am Mozartplatz aus der Igelperspektive.
Der KunstIgel am Mozartplatz .
Das Innere des "white noise" am Mozartplatz.
Der KunstIgel 2016 in Neukirchen am Großvenediger.
Der KunstIgel übersiedelte 2019 nach Hollersbach im Pinzgau.

Der KunstIgel ist ein begehbares Kunstobjekt.

Der KunstIgel in der Stadt Salzburg

Der erste Standort des KunstIgels war im Jahr 2011 am Mozartplatz in der Salzburger Altstadt.

Zur Zeit der Entscheidungsfindung im März 2011 fand die Salzburg Biennale statt. Der Standort Mozartplatz weckte bei den Salzburger zwiespältige Erinnerungen an das Festival Kontra.com 2006, wo ja Jürgen Fux seinem Protest gegen einen auf den Kopf gestellten russischen Helikopter Ausdruck mit einem auf den Kopf gestellten Pkw der Marke Peugeot 205 mit einem an einer Holzstange montierten "Heckrotor" vor der Mozart-Statue verliehen hatte.

Dort wurde von 24. März bis Anfang Juni 2011 ein Kunstraum mit dem Namen White Noise (Weißer Lärm) mit den Ausmaßen von 20 mal 15 Meter errichtet, der aus 1 700 Einzelteile besteht. Es wurde ein temporärer Kunstraum, der Platz für Konzerte, Diskussionen oder offene Proben bieten soll. Da für die Errichtung das Land Salzburg zuständig war, präsentierte am 11. März 2011 Landesrat David Brenner (SPÖ) das Bauwerk, dessen kolportierte Errichtungskosten den Steuerzahler 25.000 Euro kosten sollen.

Entstanden war "Weißer Lärm" nach Plänen des in Salzburg und Wien ansässigen Architekturbüros soma.

Nach Ende der Aufstellung am Mozartplatz

Nach Ende der Nutzung am Mozartplatz kaufte das Land Salzburg den Kunstigel um 300.000 Euro. Der Kauf wurde über das Jahresbudget des Fonds zur Förderung von Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum finanziert. Obwohl es für den Weiterverkauf einige Interessenten gab, sei der Kunstigel nicht der große Renner, so das Büro des zuständigen Landeshauptmann-Stv. David Brenner. Nicht zuletzt wegen der hohen Kosten saß man dann einige Zeit auf dem Kunstigel[1]. Denn allein die Montage und Demontage kostet zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Damit der Verkauf doch noch klappte, wurden weitere Steuergelder für eine Marketing-Kampagne mit eigenem Verkaufsfolder ausgegeben. Im Wasserbauhof, wo der Kunstigel zerlegt gelagert wurde, fehlte nun Lagerplatz für Wichtigeres.

2012

Im Sommer 2012 war der KunstIgel beim wichtigsten regionalen Kunstfestival der Steiermark vom 24. Juni bis 21. Juli im Krakautal in der 650-Seelen-Gemeinde Krakaudorf, Bezirk Murau, zu sehen. Die veranstaltende Organisation, Regionale21, zahlte aber als gemeinnützige Kulturinstitution keine Miete. Nur den Transport und den Aufbau von 25.000 Euro musste die Regionale21 bezahlen.

2015

Nach Stationen in der Stadt Salzburg, in Murau, Maribor (Slowenien), Košice (Ungarn), Oberndorf bei Salzburg und zuletzt in Tamsweg machte der mobile Kunstpavillon White Noise nun für fast ein ganzes Jahr, von 31. Oktober, bis 2. Oktober 2015, in Bad Gastein Station.

In Oberndorf bei Salzburg waren in zwei Monaten bei 60 Veranstaltungen rund 6 000 Besucher zu Gast, in Tamsweg in viereinhalb Monaten bei 90 Veranstaltungen rund 8 500 Besucher.

Offizieller Veranstalter in Bad Gastein war der Tourismusverband Bad Gastein. Die inhaltliche Programmierung erfolgt durch das Kuratorium in Bad Gastein. Es bestand aus Andrea von Goetz (Kuratorin sommer.frische.kunst), Josef Grabmaier (Kurator: summerjazz und snowjazz), Ingmari Schneeberger (Gasteiner Kulturkreis), Andreas Prause (musikalischer Leiter des Bundes-Oberstufenrealgymnasium Gastein) und Doris Höhenwarter (Tourismusverband Bad Gastein).

Das Land Salzburg förderte über den Fonds zur Förderung für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum den offiziellen Veranstalter, den Tourismusverband Bad Gastein, mit 50.000 Euro. Daraus wurden die Kosten für Transport und Aufstellung (20.000 bis 25.000 Euro) sowie für Infrastruktur, Bewerbung, Programmierung und Bespielung getätigt. Die Gemeinde Bad Gastein unterstützte den White Noise mit Leistungen des Bauhofs.

  • Winterprogramm:
Art on Snow Gastein: 31. Jänner bis 6. Februar 2015, Ausstellung: Kunst, Wintersport, Fotografie, Eis- und Schneeskulpturen.
Konzerte: Zwei bis drei Konzerte sind im Kunstpavillon über die Winterzeit geplant.
Snow Jazz: 13. bis 22. März 2015
Sommerprogramm (mit wieder eingezogener Plane):
Veronika der Lenz ist da: 22. bis 24. Mai 2015, Chansons und Salonmusik aus den 1920er-und 1930er-Jahren.
next badgastein talks: 3. und 4. Juli 2015, Vorträge und Workshops zum Thema Nachhaltigkeit und Architektur.
sommer.frische.kunst: Juli und August 2015.
Foto-, Mal- und Skulpturen-Workshops, Ausstellungen: Juli, August, September 2015.
Summer Jazz in the City: Juli und August 2015, jeden Mittwoch Jazz-Konzerte.
Schubert in Gastein: 10. bis 13. September 2015, klassische Musikkonzerte.
Lesungen, Theater, Kinovorführungen, Konzerte: in Zusammenarbeit mit dem Gasteiner Kulturkreis.

Der Pavillon wurde auch den heimischen Vereinen und Musikgruppen sowie dem Bundesoberstufenrealgymnasium Bad Hofgastein zur Verfügung gestellt.

2016

In diesem Sommer machte der mobile Kunst- und Kulturpavillon White Noise von 4. Mai bis 28. August 2016, in Wald im Pinzgau Station und wird mit einem umfangreichen Programm Impulsgeber im Innergebirg sein.

2019: Hollersbach ist neue Heimat für den KunstIgel

Nach sieben Jahren Wanderschaft durch alle Regionen Salzburgs hat der KunstIgel nun eine dauerhafte Bleibe: der Pavillon White Noise wird im Oberpinzgau, in Hollersbach, aufgestellt und künftig Veranstaltungsort für ein vielfältiges Kulturprogramm sein, das von m²-kulturexpress organisiert wird.

Der neue Kultur-Hotspot wird im Hollersbacher Ortsteil Grubing entstehen, wo Alois Stöckl das Grundstück, eine Waldlichtung auf einem nach Süden ausgerichteten Plateau, zur Verfügung stellt. Das Land übernimmt die Kosten für den Transport und unterstützt die Gemeinde finanziell bei der Aufstellung, die im Frühjahr 2020 über die Bühne gehen soll. Der Pavillon soll Treffpunkt für kulturinteressierte, neugierige und bildungswillige Gäste aus der Region sowie Auftritts- und Präsentationsplattform für regionale Kunstschaffende werden.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Salzburger Nachrichten, 1. August 2011