Hauptmenü öffnen

Monika Kaserer

Monika Kaserer mit Blizzard Gründer Toni Arnsteiner

Monika Kaserer (* 11. Mai 1952 in Neukirchen am Großvenediger) ist eine ehemalige Salzburger Skirennläuferin.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Monika Kaserers Karriere im Weltcup begann noch in den 1960er Jahren, mit einem 9. Platz im RTL von Oberstaufen (D) erreichte sie am 3. Jänner 1969 ihre ersten Weltcuppunkte. Am 18. Dezember 1971 stand sie erstmals auf einem Podest mit Platz 3 im Slalom von Sestriere (ITA). Ihr erster von 10 Weltcupsiegen folgte am 17. Jänner 1973 in Grindelwald (SWI). Es war ihr einziger Weltcupsieg im Slalom, acht weitere folgten im Riesenslalom und einer in der seltenen Weltcupdisziplin Parallelslalom, zum Saisonfinale am 22. März 1975 in Gröden (ITA). In der Abfahrt schaffte sie in Pfronten (D) einen 2. Platz als beste Platzierung - wie üblich hinter ihrer langjährigen Konkurrentin Annemarie Moser-Pröll.

Im RTL von Furano am 27. Februar 1977 feierte Kaserer ihren letzten Sieg im Weltcup, ein Jahr später bedeutete Platz zwei im RTL von Les Mosses (SWI) ihr letztes Podium, der 15. Platz von St. Gervais im Jänner 1980 steht als letztes Ergebnis in den Resultatslisten.

In den Saisonen 1972 bis 1977 war Kaserer im RTL Weltcup nie schlechter als Rang 3 platziert, 1973 konnte sie diese Disziplinenwertung für sich entscheiden. 1972 und 1973 war sie zudem jeweils Zweite im Gesamtweltcup hinter Annemarie Moser-Pröll, 1976 und 1977 zweimal Dritte.

Großereignisse

Monika Kaserer nahm ohne Erfolg an zwei Olympischen Winterspielen (Sapporo, Japan 1972 und Innsbruck 1976) teil, Rang 6 im RTL von Innsbruck war ihr bestes Ergebnis. Bei Weltmeisterschaften hingegen konnte sie zwei Bronzemedaillen gewinnen: Am 8. Februar 1974 in der Kombination von St. Moritz (SWI) und am 3. Februar 1978 im Slalom von Garmisch-Partenkirchen (D).

Vorgestellt

Annemarie Moser gegen Monika Kaserer - dieses interne Salzburger Duell hat in den 1970er Jahren die Damen-Skiwelt besonders fasziniert. "Am Anfang waren wir vor allem Konkurrentinnen, aber nie feindselig. Wenn wir einmal ein bisschen gekeppelt haben, dann wurde gleich ein Theater daraus gemacht. Am Schluss der Karriere waren wir gute Freundinnen, und wir sind heute noch in Kontakt", sagt Monika Kaserer. Den Beweis dafür lieferte auch die "Annamirl", die beim Besuch des SN-Redakteurs gemeint hatte: "Wann triffst Du die Monika? Ihre Telefonnummer weiß ich auswendig."

Monika Kaserer, die Riesentorlauf-Spezialistin, war erst 27 Jahre und doch eine der Ältesten, als sie im Jahr 1979 ihre Skikarriere beendete. Obwohl sie viel gewonnen hat, war sie weit davon entfernt, fürs Leben ausgesorgt zu haben. "20 Jahre lang habe ich keinen Urlaub gemacht, weil ich die Schulden am Haus abzahlen musste", verrät Kaserer, die mächtig stolz darauf ist, dass sie 1991 auch ihr Heimathaus samt Landwirtschaft erstanden und dann verpachtet hat. "Im Sommer helfe ich dem Pächter, etwa bei der Heuernte", erzählt Monika, die heute, 2007, noch genau so schlank und rank ist wie in ihrer aktiven Zeit, als sie Männerherzen höher schlagen ließ. Das Geheimnis ihrer Fitness: "Ich bewege mich sehr viel und esse, was mir schmeckt. Mit der Figur hatte ich nie ein Problem." Dafür mit den Bandscheiben. "Das war wohl eine Spätfolge unseres Trainings mit Gewichten. Wir waren damals die Versuchskaninchen", meint Kaserer, die sich mit 40 Jahren auf den Operationstisch legen musste. "Der Arzt hat mir gesagt, dass ich wahrscheinlich mit dem Skifahren aufhören muss. Da ist mir die Einstellung als Sportlerin, sich niemals gehen zu lassen, zu Gute gekommen."

Mit eiserner Disziplin hat es Monika Kaserer geschafft, dass sie nach wie vor Skifahren kann. "Nicht mehr schnell, sondern nur noch schön", wie sie mit ihrem berühmt gewordenen Lächeln erklärt. Und sie macht es professionell: Erst war sie 17 Saisonen in der Skischule Gerlos tätig, seit 1982 als staatlich geprüfte Skilehrerin, und nun ist sie seit sieben Jahren als Privat-Skilehrerin in Königsleiten begehrt. "Ich habe Stammgäste, die alle Jahre wieder kommen", erzählt Kaserer, die seit 1970 fein säuberlich ein Tagebuch führt.

Einen Ehering sucht man bei Monika vergeblich. "Ich habe immer gewusst, dass ich nie heiraten werde", sagt die Mutter eines 24-jährigen Sohnes. Hans-Peter ist Betriebselektriker bei der Skifirma Blizzard, "und mein ganzer Stolz", erklärt Kaserer.

Weil sie "keine ist, die gerne in der Sonne liegt", freut sie sich nach der Saison auf keinen Badeurlaub. Sondern? Auf Skitouren. Und aufs Bergwandern. "Ich habe viel gesehen auf dieser Welt und dadurch auch einen anderen Horizont bekommen. Aber die Heimat kennt man zu wenig, das ist eigentlich traurig", sagt Monika, die begonnen hat, die Berge in der Nachbarschaft zu erkunden. Und wenn sie einmal in Pension ist, dann will sich die ehemalige Weltklasseläuferin einen Urlaubstraum erfüllen und im Sommer nach Norwegen und Schweden reisen. Was sie sich noch vornimmt: Dasselbe wie ihre Freundin Annemarie. Beide wollen sich endlich von ihrem Laster (Marlboro in der roten Schachtel) befreien. Wer es wohl früher schafft?

Quelle

  • FIS Homepage
  • Salzburger Nachrichten (Hans Adrowitzer)