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Paul Kritsch

Generalmajor Paul Kritsch (* 1946 in Niederösterreich; † 21. Februar 2009 in Salzburg) war von 2002 bis 2005 Militärkommandant in Salzburg.

Leben

1968 trat Paul Kritsch beim Ausbildungsregiment 8 als Einjährig-Freiwilliger in das Bundesheer ein und setzte dann seine Laufbahn beim Fliegerausbildungs-Bataillon in Hörsching fort.

Nach der Militärakademie und der Versetzung nach Salzburg als Flugmeldeoffizier beim Verband Großraumradarstation Kolomansberg begann er neben dem Beruf das Studium der Kunstgeschichte und Politikwissenschaften an der Universität Salzburg.

Von 1979 bis 1982 absolvierte er die Generalstabsausbildung und wurde zum Referenten im Ministerium für das Projektmanagement Goldhaube, das legendäre System zur Luftraumüberwachung für Österreich in St. Johann im Pongau. Von 1984 bis 1986 war er in der Pongauer Bezirkshauptstadt tätig. Beinahe zwölf Jahre hindurch war Paul Kritsch Brigadekommandant der Luftraumüberwachung (1987 - 1998) in der Schwarzenbergkaserne, dann bis 2002 Kommandant der Fliegerdivision.

2002 wurde er überraschend zum Militärkommandant von Salzburg ernannt. Überraschend deswegen, weil er sich eigentlich für das Kommando der Luftstreitkräfte beworben hatte und nicht auf der Kandidatenliste für das Militärkommando gestanden war. In seine Zeit als Militärkommandant fielen unter anderem die Hochwassereinsätze des Heeres in Mittersill.

Am 1. November 2005 übernahm Kritsch im Verteidigungsministerium in Wien die Leitung der Gruppe Prozess- und Ergebniskontrolle. Das Militärkommando von Salzburg übergab er offiziell erst am 30. Jänner 2006 an Brigadier Karl Berktold.

Seinen letzten Auftritt in der Öffentlichkeit hatte Kritsch in Zusammenhang mit einer Bundesheerübung, bei der Nebelhandgranaten eine Massenkarambolage mit einer Toten und sieben Verletzten auf der Donauuferautobahn (A22) bei Korneuburg im Jänner 2009 ausgelöst hatten. Nach seinen Untersuchungen musste er feststellen, dass er einen kausalen Zusammenhang zwischen den Zündungen der Nebelhandgranaten und dem Unfall "nicht in Abrede stellen" könne.

Paul Kritsch verstarb überraschend an einem Herzinfarkt, den er beim Schneeschaufeln erlitten hatte. Er wurde am Salzburger Kommunalfriedhof unter militärischen Ehren beigesetzt.

Ehrungen

Paul Kritsch wurde 2004 von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Salzburg ausgezeichnet.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten
Zeitfolge
Vorgänger

Roland Ertl

Militärkommandant von Salzburg
2002 – 2005
Nachfolger

Karl Berktold