Seuchenspital St. Rochus

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das einstige Spital St. Rochus
Karte

Das Seuchenspital St. Rochus in Salzburg-Maxglan gehört zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg. Es wurde als Pest- und Seuchen-Spital (Lazarett) errichtet, nach 1735 als Arbeitshaus (Zuchthaus) und von 1816 bis 1898 als Kaserne (Rochuskaserne) genutzt.

Lage

Das Gebäude liegt am Ende der Rochusgasse und dem Beginn der Kendlerstraße unmittelbar am Glanbach, was zur Zeit der Errichtung auch für die Wäschereinigung und für die Hygiene bedeutsam war. Zum Seuchenspital gehörte aus wirtschaftlichen Gründen damals auch der Rochusmeierhof (fälschlich heute Rochushof genannt).

Geschichte

Pestlazarett

Fürsterzbischof Wolf Dietrich erwarb in der Riedenburg - die damals weit von der Stadt entfernt lag - ein Haus und verlegte das Pesthaus dorthin. Eine verheerende Seuche (Pest) war im Jahr 1626 der zwingende Anlass zu Errichtung eines Spitals außerhalb der Stadt. 1636 kaufte Fürsterzbischof Paris Lodron in Maxglan an der Glan eine Bauernkeusche und ließ an diesem Ort ein neues Pesthaus erbauten. 1637 wurde das alte Pestlazarett aus dem Bereich vor dem Linzertor dorthin an die Glan übersiedelt. Das neue Lazarett sollte weit vom Siedlungsraum der Stadt entfernt liegen (etwa eine Stunde zu Fuß) und dadurch die Ansteckungsgefahr für die Bevölkerung entscheidend vermindert werden. Das alte Pestlazarett war zu nahe an der Stadt gelegen. Das Pestlazarett besaß ein Lazarettbad an der Glan und seit 1640 einen eigenen Pestfriedhof. In der Mitte dieses Friedhofes stand auf einem großen Steinsockel ein Holzkreuz, Pestkreuz genannt. Der heilgie Sebastian und das Oberbild des Altares wurden um 1700 gestaltet, die weiteren Figuren (die Heiligen Joachim und Anna) stammen aus den Jahrzehnten nach 1700.

Im Franciszäischen Kataster von 1829 ist das Gebäude als ehemaliges Lazareth St. Rochus verzeichnet.[1]

Rochuskapelle

Hauptartikel Rochuskapelle (Seuchenspital St. Rochus)

Im Innenhof des einstigen Seuchenspitals wurde vermutlich im Jahr 1649 eine oktogone Kapelle erbaut, die den beiden Pestheiligen Rochus und Sebastian gewidmet ist. Der Altar wurde von Wolfgang Hagenauer 1781 neu gestaltet. das Altarblatt stammt aber schon von Frans de Neve und wurde nach 1660 gestaltet.

Zucht- und Arbeitshaus

Nachdem mehr als hundert Jahre keine Seuche mehr aufgetreten und das Pestspital auch baufällig geworden war, baute es Fürsterzbischof Schrattenbach 1735 zu einem Zucht- und Arbeitshaus um. Das Zucht- und Arbeitshaus wurde 1755 eingerichtet und hatte bis etwa 1815 Bestand. Hier wurden 'arbeitsscheue Leute', das waren Bettler, Unterstandslose und Kleinkriminelle, sowie auch 'liederlicher Leute' (Dirnen) eingesperrt und mussten sich ihre Verpflegung selbst erarbeiten. Oberhalb des Tors ließ der Fürsterzbischof eine ovale Steintafel mit der Inschrift "abstine aut sustine" ('Entbehre oder ertrage', genauer "Meide [die Straftat] oder leide [die Folgen]") anbringen. Im Giebel befindet sich das Wappen von Sigismund Graf Schrattenbach und die Jahreszahl 1758. Auch auf der Schmitt'sche Karte von Südwestdeutschland aus 1797 ist das Arbeitshaus verzeichnet.[2]

Rochuskaserne

Nach der Säkularisation und den Jahren der Napoleonischen Kriege kamen 1816 alle öffentlichen Gebäude des Fürsterzbistums ins Eigentum des damaligen Kaisertums Österreich. Das Gebäude wurde nun als Kaserne genutzt, kurzzeitig war es auch Notlazarett und das Gebäude, nun Rochuskaserne umgebaut. 1859, 1864 und 1866 waren Invalide darin untergebracht. 1870 wurde die österreichische Landwehr errichtet. Von 1887 bis 1898 diente es als Kaserne für die k.k. Landwehr. Damals waren hier etwa 100 bis 150 Soldaten stationiert. In der Zeit des Nationalsozialismus waren nach 1940 hier Hunde für die Ersatz- und Ausbildungsstaffel 18 und in den Ställen 20 Pferde untergebracht.

Stieglbrauerei

1901 wurde das Gebäude an die Stieglbrauerei verkauft. Im heute sogenannten "Ökonomiegebäude" waren und sind die Stallungen für Ochsen und Rösser, sowie die Remisen für die Kutschen untergebracht, mit denen die Stieglbrauerei bis heute Bier in Holzfässern ausliefert. Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist dort auch ein Mitarbeiter- und Seminarbereich eingerichtet.

Quellen

Einzelnachweise