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Thomas Oberender

Thomas Oberender (re.) 2010 mit Birgit Minichmayr und Nicholas Ofczarek

Thomas Oberender (* 11. Mai 1966 in Jena, Deutschland) ist aktueller Schauspielchef der Salzburger Festspiele.

Leben

Oberender studierte von 1988 bis 1993 Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und bis 1995 "Szenisches Schreiben" an der Hochschule der Künste Berlin. Nach journalistischen Arbeiten unter anderem für "Tagesspiegel", "Die Zeit", "Frankfurter Rundschau" und "Neue Züricher Zeitun" begann er, Texte für das Theater zu verfassen.

Sein erster, wenngleich unvollendeter Theatertext war eine Fortschreibung von Heiner Müllers "Wolokolamsker Chaussee". Das erste fertige Theaterstück, "Steinwald", wurde mit dem Preis der Frankfurter Autorenstiftung ausgezeichnet; es wurde 1995 im Schauspielhaus Bochum uraufgeführt. Für sein Stück "Nachtschwärmer" erhielt er im Jahr 2000 den deutschen Jugendtheaterpreis.

1997 war Thomas Oberender Mitbegründer des Berliner Autorentheaters "Theater Neuen Typs" (TNT). Hier entstand auch das Festival "Achtung: Gegenwart!" und mit ihm regelmäßige Debütabende junger deutsprachiger Dramatik am Renaissancetheater Berlin.

Am 1. September 2005 wurde sein Stück "Das Treffen" zeitgleich in Nashville/Tennessee (USA) und Magdeburg uraufgeführt. Am 30. Dezember 2005 hatte am Berliner Ensemble das mit Moritz von Uslar verfasste Stück "Ich hab Dir gesagt, Du sollst nicht Wiederkommen - 100 Fragen an Heiner Müller" Uraufführung.

Seit der Spielzeit 2000/01 arbeitete er mit Matthias Hartmann. Während dessen Intendanz am Schauspielhaus Bochum bis Sommer 2004 war er dort im Direktorium. Mit Matthias Hartmann übersiedelte er 2005 in gleicher Funktion nach Zürich. Im Oktober 2006 wurde er als verantwortlicher Schauspielchef der Salzburger Festspiele vorgestellt und mit einem Vertrag bis 2011 ausgestattet.

Als Schauspielchef der Salzburger Festspiele trat Thomas Oberender in eine Reihe bedeutender Theatermacher: Otto Schenk, Peter Stein (1991 bis 1997), Ivan Nagel (1998), Frank Baumbauer (bis 2001), Jürgen Flimm (bis 2004) und Martin Kušej (bis 2006).

Die erste von ihm programmierte Spielzeit bei den Salzburger Festspielen 2007 war die bestbesuchte Schauspielsaison der vergangenen zehn Jahre. Er war Wunschkandidat als Intendant des Deutschen Theaters Berlin ab 2008, lehnte diese Bestellung jedoch ab, um seinen Vertrag bei den Festspielen zu erfüllen.

Nach Meinungsverschiedenheiten mit Intendant Jürgen Flimm wurde am 9. Dezember 2008 bekannt, dass Thomas Oberender nach dem Festspielsommer 2009 sein Amt zurücklegen wird. Allerdings revidierte das Kuratorium der Festspiele diese Entscheidung in einer Sondersitzung am 13. Jänner 2009. Danach erfüllte Oberender doch seinen Vertrag bis 2011.

Quellen

  • Salzburger Nachrichten
  • Salzburger Festspiele [1]