Corona und die Monster

Autorenbild
Den Riss heilen Daniele Pabinger
Symbolbild SN/photo by yaopey yong on unsplash
Symbolbild

Dieses Virus ist vielen ein Monster: Es raubte die Liebsten, brachte Ärzte und Pflegepersonal in den eineinhalb Jahren der Pandemie an ihre Grenzen, machte einen Strich durch Lebensträume.

Monströse Züge hat aber seit Anbeginn der Krise auch der Umgang mit dem Virus. So mussten Menschen in der ersten Coronaphase oft einsam in Spitälern und Altersheimen sterben, weil die Zugangsbeschränkungen so rigide waren. Das machte die Trauer bei den Hinterbliebenen noch bitterer.

Monströs geworden ist aber auch die Rhetorik im Verlauf der Pandemie. Derzeit verläuft sie an der Front Geimpfte/Ungeimpfte. Radikale Stimmen geben den Ton an, differenziert wird in den seltensten Fällen. Auch die Regierung spielt auf dieser Orgel und macht pauschal alle Ungeimpften zum Sündenbock.

Wir müssen all die Monster bannen, bevor sie übermächtig werden. In Francisco de Goyas Werk "Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" halten Eulen die dunklen Wesen auf, bevor sie sich auf den schlafenden Künstler zu stürzen drohen. Gleich wird er aufwachen. In der Weisheit steckt ein Quäntchen (Nächsten-)Liebe, die braucht es immer im Leben.

Sie haben Gedanken, Ideen, Erfahrungen dazu, wie wir trotz aller unterschiedlicher Meinungen gut miteinander leben können? Schreiben Sie uns bitte unter leserforum@SN.at (maximal 1000 Anschläge).

Aufgerufen am 01.12.2021 um 07:54 auf https://www.sn.at/kolumne/den-riss-heilen/corona-und-die-monster-112996666

Kommentare

Schlagzeilen