Ski-WM: Schild ist die Hoffnung, Puchner das Bauernopfer

Eine Salzburger Erfolgsserie droht bei der Ski-WM zu reißen. Für die Mirjam Puchner aussortiert wurde. Warum eigentlich?

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Im Skizirkus Christian Mortsch
Mirjam Puchner steht nicht in Österreichs WM-Kader für Aare. SN/gepa
Mirjam Puchner steht nicht in Österreichs WM-Kader für Aare.

Österreichischen Skiverband nominierte zwölf Athletinnen für die WM, darunter mit Bernadette Schild nur eine Salzburgerin. Die Saalfeldenerin hat Medaillenchancen im Slalom und kämpft allein auf weiter Flur gegen das drohende Ende einer Erfolgsserie des Landesverbands. Bei zwölf Großereignissen (vier Olympische Spiele, acht Weltmeisterschaften) seit 2003 in Serie holte immer zumindest eine Salzburgerin Edelmetall.

Während für Anna Veith das Saison- und WM-Aus wegen eines Kreuzbandrisses kam, hat Mirjam Puchner mit ihrer Ausbootung einen sportlichen Rückschlag zu verdauen. "Nach der Verletzung von Conny Hütter habe ich mir berechtigte Hoffnungen gemacht, dass ich dabei bin", sagt die St. Johannerin. Nach langer Verletzungspause fährt die 26-Jährige eine gute Comebacksaison, unter anderem als Sechste in Gröden. Enttäuscht zeigt sich Puchner von der fehlenden Kommunikation: "Mir hat nie wer gesagt, dass und warum ich nicht dabei bin." Puchner ist ein Bauernopfer für das dezimierte Technikteam, das aufgefüllt wurde, um überhaupt vier Damen am Start zu haben. Die Blöße, bei einem WM-Rennen nicht alle vier Plätze in Anspruch zu nehmen, will sich die Skination Nummer eins natürlich nicht leisten. Auch, wenn etwa im Riesentorlauf, gar keine Medaillenkandidatin am Start steht. Anders sieht es etwa in der Abfahrt aus. Da sind Nicole Schmidhofer, Ramona Siebenhofer und Stephanie Venier gesetzt. Mit Tamara Tippler muss eine, die heuer bereits auf dem Podest stand, sogar in die Qualifikation. Leider ohne Puchner. "Es tut schon weh, wenn Kolleginnen dabei sind, die nicht in den Top-30 sind und ich so nicht einmal die Chance auf die Qualifikation im Abfahrtstraining bekomme", sagt sie.

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