Wie man sich auf Instagram nicht strafbar macht

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Klickfit Ralf Hillebrand
Selbst auf einem bewusst simpel gehaltenen Fotoportal wie Instagram kann man viel falsch machen. SN/apa
Selbst auf einem bewusst simpel gehaltenen Fotoportal wie Instagram kann man viel falsch machen.

Ein Foto auf Instagram: Eine hübsche Frau lehnt an einer Wand. Darunter ist zu lesen, dass die junge Dame gern "knallige und strahlende Farben" trägt. Was auf den ersten Blick wie eine von vielen (mäßig sinnvollen) Freizeitpostings auf Instagram anmutet, ist in Wirklichkeit Werbung. Die Frau hält eine Waschmittelflasche in der Hand. Und gekennzeichnet ist das Ganze nur durch den Vermerk "#ad" ("advertisement") - ein Hashtag von vielen, die an das Posting angehängt sind.

Solche Fälle gibt es zuhauf auf Instagram. Doch reichen zwei versteckte Buchstaben tatsächlich, um eine Werbung zu kennzeichnen? Was muss man beachten, wenn man Werbepostings auf Instagram stellt? Ein deutsches Gericht hat bereits im Juni entschieden, dass ein verstecktes "#ad" zu wenig ist. Und Peter Harlander, Salzburger Anwalt und IT-Sachverständiger, skizziert auch für Österreich eine ähnliche Rechtslage: Die Werbung müsse "eindeutig als solche erkennbar sein". Dafür reiche "#ad" nicht aus, ein prominent platziertes "#anzeige" oder "#werbung" wohl schon.

Verstöße gegen die korrekte Kennzeichnung könnten Mitbewerber genauso abmahnen wie Konsumentenschutzorganisationen oder Wettbewerbsverbände. Zur Verantwortung gezogen werden kann sowohl der Auftraggeber der Werbung als auch derjenige, der sie gepostet hat, also in vielen Fällen sogenannte Influencer - meist hübsche Menschen, die im Social Web eine große Fangemeinde haben. Diese wüssten oft noch zu wenig über die Auflagen, sagt Harlander. "Aber langsam sickert durch, dass so was wie das Werberecht doch relevant ist."

Aufgerufen am 19.12.2018 um 10:32 auf https://www.sn.at/kolumne/klick-fit/wie-man-sich-auf-instagram-nicht-strafbar-macht-18667549

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