Wieso WhatsApp auf Unternehmen zugeht

Eine Business-Version von WhatsApp soll kommen. Die Facebook-Tochter will aber nicht jede Firma zur Kasse bitten.

Autorenbild
Klickfit Ralf Hillebrand
Facebook hat für WhatsApp ganz besondere Pläne. SN/APA/AFP/LIONEL BONAVENTURE
Facebook hat für WhatsApp ganz besondere Pläne.

Die Gerüchte gibt es seit der Übernahme von WhatsApp durch Facebook: Der Kurzmitteilungsdienst könnte das erste Produkt des Social-Media-Riesen werden, das sich primär durch Verkäufe finanziert - und nicht durch Werbung. Doch lange Zeit stellte Facebook etwaige Pläne zurück. Bis vor einigen Tagen ein Blogeintrag die Ambitionen neuerlich belegte. "Wir entwickeln für Menschen - und jetzt auch für Unternehmen", war auf blog.whatsapp.com zu lesen. Wenig später legte der für das operative Geschäft zuständige WhatsApp-Manager Matt Idema nach. "Wir wollen eine Grundlage dafür schaffen, damit Menschen Unternehmen Kurzmitteilungen schicken und Antworten bekommen können", sagte Idema dem "Wall Street Journal". "Wir haben vor, dafür von Unternehmen in Zukunft Geld zu verlangen." Ersten Firmen wurden auch bereits Dienste für den Kontakt zu Kunden angeboten, etwa verifizierte Accounts, Newsletter-Dienste oder Beratungsservices. Bislang sind die Dienste aber noch im Testbetrieb - und deshalb kostenlos. Wann WhatsApp den nächsten Schritt setzen will, ist nicht bekannt.

Ein Versprechen, das gehalten werden soll

Doch wieso kommt Facebook von der eigentlichen Linie ab, seine Dienste primär über Werbung zu finanzieren? Dies hat offenbar zweierlei Gründe: Zum einen will man ein Versprechen halten. Bei der Übernahme durch Facebook hatte WhatsApp-Mitgründer Jan Koum betont, dass der Service dauerhaft werbefrei bleiben soll. Zum anderen hat man im Firmensegment eine rege und zugleich potenziell lukrative Nachfrage erkannt: Sowohl in der Kommunikation nach außen als auch für die firmeninterne Kommunikation könnte WhatsApp noch breiter genutzt werden.

Die gute Nachricht für viele österreichische Unternehmen baute Facebook indes in einem Nebensatz ein: Die WhatsApp-Business-App soll nur Großunternehmen etwas kosten. Für kleine bis mittelgroße Unternehmen soll die Lösung kostenlos sein.

Aufgerufen am 21.11.2018 um 06:50 auf https://www.sn.at/kolumne/klick-fit/wieso-whatsapp-auf-unternehmen-zugeht-17149348

Schlagzeilen