Die TÄNDLEREI - ein verlassener Ort als Blickfang

Seit Jahrzehnten wartet die Tändlerei in der Salzburger Steingasse auf ihre Restaurierung. Noch hat sie ihren nostalgischen Charme nicht verloren. Inspiriert hat sie auch ein salzburgisch-französisches Künstlerduo.

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Kulturklauberin Daniele Pabinger
Die Tändlerei in der Steingasse ist ein beliebtes Fotomotiv.  SN/daniele pabinger
Die Tändlerei in der Steingasse ist ein beliebtes Fotomotiv.

Das historische Haus mit dem Schild "Stein Gasse 33" verfällt zusehends. Der Putz hat sich schon an vielen Stellen gelöst. Blickfang ist aber immer noch das alte Geschäftsportal mit dem Schriftzug TÄNDLEREI. Die Rollläden wurden vor mehr als drei Jahrzehnten heruntergelassen, der nostalgische Charme ist geblieben.

Zum Reiz des verlassenen Ortes trägt auch die Geschäftsbezeichnung bei: Unter einer Tändlerei ist so etwas wie ein Altwarengeschäft oder Trödelladen zu verstehen. Das Wort leitet sich von Tand ab, was soviel wie unnützes Zeug bedeutet. Auch vom Tändler oder der Tandlerin ist heute nur mehr selten die Rede. In Mundartausdrücken wie "umadumtandeln" hat sich der Begriff aber erhalten. Dabei geht es darum, sich spielerisch mit etwas zu beschäftigen, das scheinbar nutzlos ist - oder halt (zu) viel Zeit braucht.

In der Steingasse 33 wird seit Ewigkeiten nicht mehr getandelt. Erwähnt wird die Tändlerei in alten Salzburger Zeitungen erstmals in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Um 1900 hingegen dürfte am gleichen Standort eine "Ausspeiserei" bestanden haben, 1938 ein "Speisehaus". Das Portal ist auf alle Fälle alter als die Tändlerei.

Spuren von Graffiti-Sprayern finden sich zuhauf auf dem Geschäftsportal. Einen auffälligen Akzent hat jedoch das Straßenkunst-Duo JANA & JS mit ihrem Motiv gesetzt: Eine sitzende junge Frau in Rückenansicht schaut in Richtung der ehemaligen Auslage. Ihr rotes, rückenfreies Kleid sorgt für einen Farbtupfer auf der verwitterten Fassade. Die Arbeit von JANA & JS auf dem Tändlereiportal besteht schon seit einigen Jahren, wurde heuer aber erneuert. Wer durch die Straße flaniert - und etwas Zeit zu vertandeln hat - kann sich an dem Zusammenspiel von alt und neu erfreuen. Zum beliebten Fotomotiv ist das Sujet längst geworden.

Weitere Motive des Künstlerpaars JANA & JS - sie gebürtige Salzburgerin, er Franzose - sind auch am Haus Gaswerkgasse 3 zu sehen oder entlang des Wanderwegs auf den Nockstein in Koppl.

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