Kitzbühel wird zum "Gemetzel" der Österreicher

Der Tennisklassiker bietet an drei Tagen drei rot-weiß-rote Duelle. Das Zuschauerinteresse ist groß wie selten zuvor.

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Netzroller Christian Mortsch

Die Auslosung für das ATP-Turnier in Kitzbühel hat den Tennisfans gleich drei österreichische Prestigeduelle beschert. Schon am Montag (3. Match nach 11 Uhr/live Servus TV) trifft Dennis Novak in einer Neuauflage des Erstrundenduells von 2018 auf Jurij Rodionov. Am Dienstag ermitteln dann Sebastian Ofner und Lucas Miedler, die im Doppel ein Duo bilden, den Achtelfinalgegner von Topstar Dominic Thiem.

"Ein rot-weiß-rotes Duell zum Auftakt hätte auch gereicht, weil ich überzeugt bin, dass die Jungs gegen jeden hier eine Chance haben. Aber es gibt eben Dinge, auf die keiner einen Einfluss hat", zeigte sich Turnierdirektor Alexander Antonitsch mit der Auslosung nur bedingt zufrieden. Dafür dürfte das Wetter einigermaßen mitspielen. Am Dienstag und ab Donnerstag ist Sonnenschein prognostiziert.

Aufgezeigt in der Qualifikation hat vor allem Miedler mit einem glatten Sieg über Vorjahresfinalist Denis Istomin sowie mit einem hart erkämpften 6:7(1), 7:5, 6:3 über Carlos Berlocq. Auch der bisher völlig unbekannte 19-jährige Tiroler Sandro Kopp musste sich im Quali-Finale dem topgesetzten Bolivier Hugo Dellien erst in drei Sätzen geschlagen geben. "Alle Österreicher haben sich in der Qualifikation sehr teuer verkauft. Wenn ihnen das im Hauptbewerb auch gelingt, dürfen wir uns auf spannende Matches freuen", sagt Antonitsch. Der Sieger zwischen Novak und Rodionov trifft im Achtelfinale auf den als Nummer vier gesetzten Uruguayer Pablo Cuevas.

Die Augen sind aber natürlich vor allem auf Thiem gerichtet. Dass es am Mittwoch in der Nightsession (ab 19.30 Uhr) nun zum Kräftemessen mit einem Landsmann kommt, verleiht seinem ersten Auftritt umso mehr Würze. Die Nummer vier der Welt hatte schon zuvor dafür gesorgt, dass es ab Mittwoch nur mehr Restkarten gibt. "So viele Zuschauer in der Qualifikation habe ich in Kitzbühel noch nie erlebt. Das waren mehr als beim Finale 2008, als Del Potro hier gewonnen hat", erklärt Antonitsch. Im Vorjahr kamen insgesamt 50.000 Zuschauer, diese Marke dürfte heuer übertroffen werden.

Auch im Doppel kommen die Topfavoriten aus Österreich - und mit Erfolgsserien zum Heimturnier. Philipp Oswald, Sieger in Umag, unterlag in Gstaad erst im Finale. Die Umag-Finalisten Oliver Marach und Jürgen Melzer holten nun den ersten Titel seit ihrer neuen Partnerschaft in Hamburg. Dort hat Nikolos Basilaschwili seinen Titel verteidigt. Der Georgier besiegte im Halbfinale Alexander Zverev nach Abwehr von zwei Matchbällen 6:4, 4:6, 7:6(5) und im Finale Thiem-Bezwinger Andrej Rublew 7:5, 4:6, 6:3.

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