Superstar drückt auf die Tränendrüse

Serena Williams sorgt nicht nur sportlich wieder für Schlagzeilen. Die Drama-Queen aus den USA weiß wie man sich verkauft lässt nach überstandener Krise just in Wimbledon tief in ihr Seelenleben blicken.

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Netzroller Christian Mortsch
Nach einer Krise nun wieder obenauf: Serena Williams. SN/afp
Nach einer Krise nun wieder obenauf: Serena Williams.

Keine der Tennis-Neuzeit ist so erfolgreich wie sie und keine kann sich so gut verkaufen wie sie. Und wohl kein Turnier eignet sich besser dazu, sich da wie dort in Szene zu setzen. Beides ist Serena Williams vor dem Wimbledon-Halbfinale nun wieder bestens gelungen.

Zunächst hat sich die US-Amerikanerin sportlich wieder in Stellung gebracht, um den seit mehr als zwei Jahren anvisierten 24. Grand-Slam-Triumph, die Bestmarke von Margaret Court, zu egalisieren. Dazu fehlen noch zwei Siege, der erste soll am Donnerstag gegen Barbora Strýcová (CZE) her. Williams nähert sich auf dem heiligen wieder ihrer Bestform.

Abseits davon ließ der 37-jährige Superstar nun in einer Kolumne im US-Magazin "Harper's Bazaar" zu ihrer Leidenszeit tief blicken. Mit "Serena unretouchiert - die nackte Wahrheit" und teils freizügigen Fotos wird die Story angepriesen. Sie habe 2018 nach der denkwürdigen Finalniederlage bei den US Open gegen die Japanerin Naomi Osaka therapeutische Hilfe bekommen, habe nicht mehr schlafen und aus Erschöpfung nicht mehr trainieren können. Der einzige Weg die Niederlage abzuhaken sei eine Entschuldigung bei Osaka gewesen. "Als ihre positive Antwort kam, kamen mir die Tränen."

Zur Erinnerung: Auslöser dieser Krise war ein Eklat, der fast in der Disqualifikation endete und Osakas Triumph, der größte aller Zeiten für Japan, überschattete. Sie hatte dem Schiedsrichter nach geahndeten Wutausbrüchen Sexismus vorgeworfen, was für Empörung und heftigste Kritik sorgte. Zeigt sie sich nun einsichtig? Fehlanzeige. "Warum werden Frauen als verrückt und irrational abgestempelt, wenn sie leidenschaftlich sind?", fragt sie. "Wenn das Männer machen, werden sie als stark angesehen."

Aufgerufen am 21.07.2019 um 12:25 auf https://www.sn.at/kolumne/netzroller/superstar-drueckt-auf-die-traenendruese-73251052

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