Ein verkümmertes Säugetier aus industrieller Haltung

Der Mensch ist Allesfresser und kann kochen. Dieser Tatsache verdankt er seinen Erfolg auf Erden - und seiner Ungenießbarkeit.

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Versuchen wir etwas Licht in das Essverhalten des Menschen zu bringen. Diesem sind so gut wie keine Grenzen gesetzt. Das bewies besonders eindrucksvoll der Franzose Michel Lotito. Von 1966 bis zu seinem Tod im Jahr 2007 hat er 18 Fahrräder, 15 Supermarktwagen, sieben Fernseher, sechs Leuchter, zwei Betten, ein Paar Ski, ein Leichtflugzeug vom Typ Cessna 150, einen Computer und einen Sarg mitsamt Griffen verspeist. Sein Lieblingsgericht war die Fahrradkette. Überhaupt scheint der Mensch beim Essen gern eine Art Kitzel zu verspüren. So kam es in den 1930er-Jahren in den USA zu einer rasend schnellen Verbreitung einer neuen Essmode: In Studentenkreisen galt es plötzlich als chic, lebende Goldfische zu schlucken. Im Gegensatz zu Austern, die ja auch lebend geschlürft werden, konnte sich das goldene Zappel-Sushi aber nicht durchsetzen.

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