Wie Kochschinken und Sauerkraut die EU noch retten könnten

Die Engländer beschimpfen Brexit-Befürworter jetzt als "Kochschinken". Vielleicht wächst nun zusammen, was zusammengehört.

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"Hoffentlich hören die Politiker jetzt mal auf die jungen Leute. Diese große Wand aus Kochschinken hat lang genug ihren Willen gehabt."

Dieser Satz stammt vom englischen Autor Ben Davis. Er setzte ihn im Vorjahr als Tweet ab, nachdem die englische Parlamentswahl für die Labour Party unerwartet erfolgreich verlaufen war. Mit "Kochschinken", also "gammon", waren ältere, weiße und männliche Engländer gemeint. Also Brexit-Befürworter und Superpatrioten, die jeden Tag in ihrem Kühlschrank nachsehen, ob sich nicht ein Immigrant darin versteckt halten könnte. Die Assoziierung mit Kochschinken kommt vom saftigen, rosigen Teint, den Rechtspopulisten beim Schimpfen meistens haben. Diese Eigenschaften unter dem Namen "gammon" zu versammeln entbehrt nicht einer gewissen Komik, weil schon der Name ein Immigrant ist: Er leitet sich von jambon ab. Also von einem Wort des politischen und kulinarischen Erbfeinds Frankreich.

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