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Was erwartet Skifahrer diesen Winter? Das sind die wichtigsten Neuigkeiten

Flying Mozart und eine Cabrio-Bahn. Trotz Corona: Der kommende Winter bringt Neuigkeiten in den Wintersportgebieten. Wir stellen zehn davon vor.

Grandiose Bergwelt, jetzt mit modernen Liftanlagen: Verbier in der französischen Schweiz. SN/dislentev - stock.adobe.com
Grandiose Bergwelt, jetzt mit modernen Liftanlagen: Verbier in der französischen Schweiz.

Der Bergbahnboom der vergangenen Jahre macht Pause: Die Skiliftgesellschaften investieren nach einem praktisch komplett ausgefallenen Winter verständlicherweise deutlich verhaltener als vor der Coronakrise. Trotzdem gibt es in den Alpen gleich mehrere Liftprojekte, die zum Start der Skisaison 2021/2022 eröffnen. Wir stellen die spannendsten vor:

Eine Cabrio-Seilbahn für den Karersee

Am Südtiroler Karersee geht es jetzt sogar „oben ohne“ bergauf. SN/doppelmayr/michael mussner
Am Südtiroler Karersee geht es jetzt sogar „oben ohne“ bergauf.

Bislang war das Tierser Tal in Südtirol zwischen Seiseralm und Rosengarten ein Geheimtipp für ruhesuchende Bergsteiger und Winterwanderer. Jetzt nicht mehr: Ab 15. Jänner 2022 verbindet die neue Tierser Seilbahn das Tal mit dem aufstrebenden Skigebiet Carezza am Karerpass. Der besondere Clou: Auf dem Dach der Seilbahn gibt es eine Aussichtsterrasse, von der aus man die Bergwelt des Rosengartens ohne trennende Glasscheibe bewundern kann. Oben an der Frommer Alm angekommen, haben die Skifahrer Anschluss an das in den vergangenen Jahren runderneuerte Skigebiet Karersee mit gut 40 Pistenkilometern.

Lech/Zürs: Schneller auf dem Weißen Ring

Die Vorarlberger Seite des Arlberggebiets fühlt sich seit jeher als die etwas feinere an. Einige Bergbahnen sind freilich in die Jahre gekommen. Zur neuen Saison wurden zwei 50 Jahre alte Hauptverkehrsachsen gegen moderne Seilbahnen ausgetauscht. So die zentrale Madlochbahn zwischen Zürs und Lech, die einem modernen Sechsersessel mit Hauben weichen musste, dessen Talstation auch noch so versetzt wurde, dass die Komfort gewohnten Skifahrer nicht mehr anschieben müssen. Den kleinen Ortsteil Zug kannten Arlberg-Skifahrer lange Jahre als Nadelöhr der beliebten Skirunde "Weißer Ring". Die Wartezeiten am Zugerberg gehören nun nach dem Ersatz eines alten Doppelsessels gegen eine moderne Zehnerkabinenbahn der Vergangenheit an.

Verbier rüstet auf

Das größte Skigebiet der Schweiz heißt Verbier oder marketingmäßig "Les 4 Vallées". 2022 wird dort der Winter der Innovationen: Gleich vier neue Lift-Großprojekte leisten sich die örtlichen Skiliftgesellschaften. Direkt aus Verbier heraus wird die alte Zubringerbahn Médran 1 durch eine neue Zehnerkabinenbahn hinauf nach Les Ruinettes ersetzt. Dank fast doppelter Beförderungsleistung sollte das morgendliche Anstehen dort nun ein Ende haben. Das gilt auch für die neue Verbindung von Thyon 2000 und Le Collons 1900; dort sorgt eine Kombibahn, in die abwechselnd Sessel und Gondeln gehängt sind, dafür, dass sowohl Skifahrer als auch Fußgänger bequem zwischen beiden Orten pendeln können. Am gegenüberliegenden Ende des Riesenskigebiets werden zwei neue Sechsersesselbahnen den Ort La Pissevache mit dem Col de Chargerat verbinden und im Anschluss die alte Sesselbahn in La Pasay im äußersten Süden des Gebiets bei Bruson ersetzen.

Ein großer Schritt zur Ortler Ronda

Drei Skiberge besitzt der Traditionsbergsteigerort Sulden am Fuß des Südtiroler Bergkönigs Ortler. Die Vision ist, diese drei zu einer Pistenrunde, der Ortler Ronda, zu verbinden. Einen großen Schritt dorthin bildet der Neubau der Zehnerkabinenbahn Kanzel, zum Großteil auf der Spur eines alten Doppelsessellifts. Der ursprünglich für den vergangenen Sommer geplante Bau der Anlage war wegen Corona verschoben worden. Die neue Bahn startet im Zentrum des Dorfs Sulden, nur zwei Stockschübe von der Bahn zum gegenüberliegenden Skigebiet Langenstein entfernt, und reicht bis zur Pulpito-Hütte auf 2350 Metern Höhe.

Zwei Neue für Oberstdorf

Wer in Oberstdorf hoch hinaus will, der begibt sich auf die Pisten des Nebelhorns. Dort tat bis zum vergangenen Jahr eine 90 Jahre alte Pendelbahn brav ihren Dienst. Die wurde nun mit mehr als 50 Millionen Euro Aufwand gegen eine moderne Zehnerkabinenbahn getauscht. Die surrt nicht nur deutlich schneller in die Höhe, sondern erspart den Fahrgästen auch das bisher nötige Umsteigen an der Mittelstation. Bereits zum vergangenen, coronabedingt ausgefallenen Winter war eine weitere Zehnergondel startbereit: auf dem Familienberg Söllereck an der Straße zwischen Oberstdorf und dem Kleinwalsertal. Dort können sich die Skiurlauber nicht nur über mehr Komfort und höheres Tempo freuen; dank der verschobenen neuen Talstation müssen sie die Ski auch nicht mehr so weit schleppen wie bisher.

Cortina d'Ampezzo und die Sella Ronda

Jetzt mit Direktzugang zur Sella Ronda: Cortina d’Ampezzo. SN/irina sen - stock.adobe.com
Jetzt mit Direktzugang zur Sella Ronda: Cortina d’Ampezzo.

Die imposanten Bergmassive der Tofane und des Lagazuoi gehören zum Gewaltigsten, was die Dolomiten zu bieten haben. Wer beides unter die Ski nehmen wollte, der war bislang auf einen Pendelbus angewiesen. Das ist seit Eröffnung der Zehnerkabinenbahn Son dei Prade-Bai de Dones vorbei. Die 4,5 Kilometer lange Bahn verbindet die Teilgebiete Tofane und Cinque Torri. Von der Mittelstation Cianzopè kann man auch noch mal ins Tofane-Gebiet einsteigen; entlang der oberen Hälfte der Bahnstrecke ist dagegen keine Skipiste vorgesehen. Wer oben an den Cinque Torri angekommen ist, hat dagegen die Möglichkeit, sich erstmals auf Ski von Cortina aus auf die berühmte, sternförmige Sella Ronda zu machen.

Mozart fliegt aufs Grießenkareck

Snow Space Salzburg: der G-Link in Wagrain.  SN/atelier walter oczlon
Snow Space Salzburg: der G-Link in Wagrain.

Auf den sanften Hügeln des Salzburger Landes wurde der Begriff der Skischaukel erfunden. Zwei davon wurden im Vorjahr durch eine Verbindungsbahn eins und vermarkten sich jetzt als "Snow Space Salzburg". Der einen, Zauchensee-Flachauwinkl-Kleinarl (auch "Shuttleberg" genannt) fehlt allerdings noch ein Stück in Flachauwinkl über die Tauernautobahn. Das zu schließen hat für die aktuelle Saison nicht mehr geklappt und wurde auf 2022 verschoben. Dafür durfte sich die andere Skischaukel, Flachau-Wagrain-Alpendorf, einen neuen Hochgeschwindigkeitseinstieg aus Wagrain hoch zum Grießenkareck leisten. Diese Zehnerkabinenbahn "Flying Mozart" erhielt eine unterirdische Mittelstation mit Umsteigemöglichkeit in die Pendelbahn zum Grafenberg.

Panoramabahn zum Hochzeiger

Das Tiroler Pitztal besuchen viele nur wegen seines Gletscherskigebiets ganz hinten im Tal. Dabei ist das größere Skigebiet weiter vorn Richtung Inntal der Hochzeiger. Der bekommt nun zur neuen Saison seine liftmäßige Krönung: Anstelle der alten Rotmoosbahn, aber deutlich weiter hinauf und auch ein Stück versetzt, schießt die neue Achtersesselbahn "Hochzeiger 2.5" bis unmittelbar unter die Felswände des Hochzeigers auf 2500 Meter Seehöhe. Die spektakuläre Trassenführung ermöglicht einen bisher nicht gekannten Panoramablick und hat zudem auch ganz praktische Vorteile. Denn vom neuen höchsten Punkt des Skigebiets sind rund 80 Prozent aller Pisten erreichbar.

Imst: Zwei Gondeln fürs Kinderparadies

Imst kennt man als Skifahrer bislang hauptsächlich vom Durchfahren: zum Arlberg, nach Ischgl oder Serfaus. Nun macht das kleine, gerade mal zehn Pistenkilometer umfassende Imster Hausskigebiet Hochimst eindrucksvoll von sich reden: Denn in einem Kraftakt hat die örtliche Liftgesellschaft die beiden in die Jahre gekommenen Sesselbahnen gegen moderne Zehnerkabinenbahnen getauscht. Die Neuen verlaufen auf ähnlicher Trasse wie ihre Vorgänger, es gibt also keine zusätzlichen Skipisten. Für die Hauptzielgruppe, Kinder und Familien, sind die neue Bahn zur Untermarkter Alm, kurz U-Alm genannt, und ihre Verlängerung, die Alpjochbahn, freilich ein Segen. Schließlich fährt es sich mit Kinderwagen in der Gondel deutlich einfacher - barrierefrei bis zur Bergstation Alpjoch auf 2050 Meter.

Ein Liftwunder dank Corona

Wiederbelebte Olympiapisten: Jahorina in Bosnien-Herzegowina. SN/nikola spasenoski-stock.adobe
Wiederbelebte Olympiapisten: Jahorina in Bosnien-Herzegowina.

Wer kennt noch Jahorina? Das Pistenareal der Olympischen Spiele von Sarajevo 1984 ging im Balkankrieg der 1990er-Jahre zugrunde. Im vergangenen Winter wurden seine Überreste von Schneesüchtigen wiederentdeckt, weil es als eines von wenigen Skigebieten in Europa geöffnet war. Mit dem damals verdienten Geld holt Jahorina nun zur großen Runderneuerung aus: Fünf neue Lifte entstehen, darunter eine Gondel und zwei Highspeed-Sechsersessel. Insgesamt sind unglaubliche 75 Millionen Euro investiert worden, auch in Flutlichtpisten, beleuchtete Loipen und eine Beschneiungsanlage, die für eine 150 Tage lange Winterskisaison ausreichen soll. Hingucker der Neubauten: Die Poljice-Gondel endet an der Bergstation in einem Tunnel, der sie mit der ebenfalls neuen Olympia-Bar verbindet. Und eröffnet wird die Saison mit einem großen Dönerfestival am ersten Dezemberwochenende, bei dem die besten Dönermacher der Welt gekürt werden sollen.

Aufgerufen am 07.12.2021 um 10:19 auf https://www.sn.at/leben/reisen/was-erwartet-skifahrer-diesen-winter-das-sind-die-wichtigsten-neuigkeiten-112631446

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