Leben

Sicheres Liftfahren für Kids

Vom Zauberteppich über den Teller- und Schlepplift bis hin zum Sessellift und zur Gondel: Das richtige Liftfahren mit dem Wintersportnachwuchs will gelernt sein. Damit es im wahrsten Sinne des Wortes wie am Schnürchen läuft, ist es wichtig, Kindern von Vornherein das richtige Verhalten am Skilift beizubringen und ihnen die Angst vor dem Liftfahren zu nehmen.

Richtiges Liftfahren will gelernt sein. SN/Michael Groessinger
Richtiges Liftfahren will gelernt sein.

Das Skifahren lernen ist für Kinder eine aufregende Zeit - und natürlich auch für die Eltern und alle, die bei den ersten Kurven im Schnee unterstützend dabei sind. Neben dem Skifahren selbst sollte aber auch auf das richtige Liftfahren besonderes Augenmerk gelegt werden. Denn die Erwachsenen tragen dazu bei, dass Kinder angstfrei im Skigebiet mit allen Liftarten fahren können und wissen, welche Verhaltensregeln gelten.

Immer mit der Ruhe

Vorneweg der wichtigste Leitsatz für das Liftfahrenlernen: Zeit lassen und ruhig bleiben. Im Zweifelsfall lieber einen Teller oder Anker beim Schlepplift auslassen, bevor man hektisch reagiert. Außerdem ist es gerade beim Liftfahren mit Kindern immer wichtig sicherzustellen, dass vor Fahrtantritt keine Kordeln, Schals oder Hosenträger so abstehen, dass sie sich bei Schlepplift und Co. verfangen könnten. So wird von Vornherein eine große Gefahrenquelle vermieden. Eine weitere Faustregel: Kinder unter 1,25 Metern sollten immer in Begleitung von Erwachsenen Lift fahren.

Richtiges Liftfahren will gelernt sein. SN/Michael Groessinger
Richtiges Liftfahren will gelernt sein.

Der Zauberteppich

Die Unterstützung eines Erwachsenen ist schon beim Fahren mit dem sogenannten Zauberteppich von Vorteil - denn auch das Hinauffahren mit dem praktischen Transportband will gelernt sein. Man sollte vor der ersten Fahrt des Kindes auf jeden Fall das Gehen mit Ski üben, denn das ist wichtig beim Auf- und Absteigen beim Zauberteppich. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Ski des Nachwuchsskistars nach vorn ausgerichtet sind. Eine Erklärung für das Kind, dass nach vorn zu schauen beim Skiliftfahren wichtig ist, ist ebenfalls ratsam.

Der Schlepplift

Der Klassiker unter den Skiliften ist der Schlepplift, bei dem man allein mittels Tellerlift oder maximal zu zweit mittels Ankerlift bergan gezogen wird. Bei beiden Varianten sollte man dem Kind vorab erklären, dass man sich ziehen lassen soll und sich nicht hinsetzen kann, da der Schlepplift das Gewicht nicht trägt. Viele Liftwarte stellen den Lift von selbst langsamer, wenn kleine Kinder einsteigen - man kann sie bei Bedarf aber auch jederzeit darum bitten. Sie helfen auch gerne beim Reichen des Tellers oder Ankers. Zum Tellerliftfahren sollte das Kind wissen, dass es wichtig ist, in der Spur zu bleiben und beim Aussteigen mit dem Durchziehen des Tellers zwischen den Beinen abzuwarten, bis die flache Ausstiegsstelle erreicht ist. Wenn die Fahrt mit Skistöcken noch zu herausfordernd ist, kann der Erwachsene das Halten der Stöcke übernehmen. Wenn der Skinachwuchs zum Selberhalten bereit ist, ist es ratsam, die Stöcke mittig zu halten und beide auf einer Seite. Sollte dennoch mal ein Skistock, ein Handschuh oder etwas anderes am Lift verloren gehen: unbedingt liegen lassen und nicht danach greifen - das birgt nur unnötiges Risiko.

Richtiges Liftfahren will gelernt sein. SN/ski amade
Richtiges Liftfahren will gelernt sein.

Beim klassischen Anker-Schlepplift ist es bei der Fahrt mit einem kleinen Kind immer bequem, es zwischen die Beine zu nehmen beim Hinauffahren. So kann es sich bequem an den Oberschenkeln des Erwachsenen anlehnen. Bei der ersten Fahrt allein empfiehlt es sich, die Skistöcke dem Erwachsenen zu geben und das Kind auf der Seite des Ausstiegs fahren zu lassen. Oben angekommen, gilt es das Kind immer zuerst aussteigen zu lassen. Tipp: Für die ersten Fahrten eine Zeit zum Liftfahrenüben wählen, in der weniger Betrieb herrscht. Außerdem empfiehlt sich zum Starten das Üben auf einem flachen Hang, bei dem sich der Schlepplift direkt neben der Piste befindet. Sollte doch einmal ein Sturz passieren, kann so die Liftspur schnell freigemacht werden.

Am Sessellift

Auch beim Sessellift sollte der Liftwart beim Einstieg im Zweifelsfall gebeten werden, den Lift etwas langsamer zu stellen, wenn man ein Kind mit dabeihat. Denn es muss oft etwas auf die Sitzfläche gehoben werden, damit man sicher mit dem Sessellift anfährt. Dann sollte das Kind gleich nach hinten bis zur Lehne rücken und der Sicherheitsbügel so schnell wie möglich runtergeklappt werden. Es ist darauf zu achten, dass die Gewichtsverteilung am Sessellift möglichst ausgeglichen ist und er waagrecht fährt - denn eine Schieflage macht es den Kleinen während der Fahrt und beim Ausstieg schwerer als nötig. Das Kind kann man während der Fahrt auch ruhig mit einer Hand festhalten. Sollte man mit mehreren Kindern fahren, können andere erwachsene Mitfahrer immer gebeten werden, ebenfalls ein Auge auf sie zu haben. Wichtig, wenn die Sesselliftfahrt sich dem Ende zuneigt: Den Sicherheitsbügel immer erst öffnen, wenn das Zeichen dazu gegeben wird! Dann, wie auch beim Schlepplift, Kinder zuerst aussteigen lassen und bei Bedarf dem Kind beim Wegfahren vom Lift etwas Schwung geben, um vom Ausstieg wegzukommen.

In der Gondel

Die gemütlichste Form des Liftfahrens mit Kindern! Bei der Liftfahrt mit einer Gondel sollte der Erwachsene das Ski-Einstecken in die Haltevorrichtung übernehmen - falls diese nicht vorhanden ist, kann der Erwachsene das Halten der Ski in der Gondel übernehmen. In der Gondel sollte sich das Kind gleich hinsetzen, um einen Sturz zu vermeiden.

Ob am Zauberteppich, am Schlepp- und Sessellift oder in der Gondel - eine Regel gilt für Kinder beim Skiliftfahren immer: Schaukeln und herumblödeln sind tabu!

Aufgerufen am 20.05.2022 um 05:28 auf https://www.sn.at/leben/sicheres-liftfahren-fuer-kids-113350045

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