Innenpolitik

CO2-Preis und Klimabonus: Das bringt die Steuerreform

Nach zähen Verhandlungen hat sich Türkis-Grün auf eine ökosoziale Steuerreform geeinigt. Die Reform soll bis 2025 in Summe Entlastungen von 18 Mrd. Euro bringen.

18 Milliarden Euro beträgt das Volumen der Steuerreform bis zum Jahr 2025. Hier die Eckpunkte.Die Opposition ließ hingegen wie erwartet kein gutes Haar an den Plänen zur Steuerreform.

CO2-Abgabe

Ab Mitte 2022 wird pro Tonne CO2 eine Abgabe von 30 Euro eingehoben. 2023 steigt die neue Steuer auf 35 Euro, 2024 auf 45 Euro und 2025 auf 55 Euro. Bereits mit dem ersten Ausbauschritt erhöht sich der Spritpreis um acht Cent.

 SN/apa

Klimabonus

Als Ausgleich wird ein regional abgestufter Klimabonus von 100, 133, 167 oder 200 Euro pro Jahr ausbezahlt, für Kinder gibt es einen Aufschlag von 50 Prozent. Der höchste Bonus wird Bewohnern ländlicher Regionen mit schlechter Anbindung an den öffentlichen Verkehr ausbezahlt, den niedrigsten erhalten Großstädter.

Mehrfach versicherte die Regierung, dass jeder durch die CO2-Bepreisung eingehobene Euro sofort wieder an die Bevölkerung ausgeschüttet werde.

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Familienbonus

Ab 1. Juli 2022 wird der unter Türkis-Blau eingeführte Familienbonus von 1500 auf 2000 Euro pro Kind und Jahr erhöht. Zugleich steigt der sogenannte Kindermehrbetrag für geringverdienende Alleinverdiener bzw. -erziehende von 250 auf 450 Euro pro Kind und Jahr.

KV-Beitrag

Ebenfalls mit Juli 2022 sollen die Krankenversicherungsbeiträge für Bezieher kleinerer Einkommen gestaffelt sinken. Die Details sind zum Teil noch offen. Als fix gilt, dass davon große Teile der Erwerbstätigen und der Pensionisten profitieren werden.

Tarifsenkung

Gleichzeitig beginnt die Steuerentlastung. Die zweite Tarifstufe wird ab Juli 2022 von 35 auf 30 Prozent sinken; das verspricht letztlich bis zu 650 Euro weniger Steuer pro Jahr. Die Reduktion der dritten Einkommensteuerstufe von 42 auf 40 Prozent folgt ein Jahr später - maximale Entlastung: bis zu 580 Euro pro Jahr.

 SN/apa

Beteiligungsmodell

Schon oft wurde ein Mitarbeiter-Beteiligungsmodell an Unternehmen angekündigt, nun soll es tatsächlich kommen. Plan ist, dass Beschäftigte durch eine Beteiligung an ihrem Unternehmen bis zu 3000 Euro steuerfrei vom Gewinn bekommen können.

KöSt

Die von den Unternehmen abzuliefernde Körperschaftssteuer wird "gegen Ende der Legislaturperiode" (Bundeskanzler Sebastian Kurz) gesenkt. 2023 soll sie um einen Prozentpunkt sinken, 2024 um einen weiteren, womit sie dann bei 23 Prozent liegt. Insgesamt sollte das eine Entlastung in der Dimension von 700 Millionen Euro bringen.

Investitionen

Wie von der Wirtschaft gewünscht, wird es einen Investitionsfreibetrag geben, der insbesondere ökologische Investments belohnen soll. Die damit einhergehende Steuerentlastung beziffert die Regierung mit 350 Millionen Euro. Der Freibetrag soll pro Unternehmen gedeckelt sein. Angehoben wird der Gewinnfreibetrag - von 13 auf 15 Prozent.

Bauern

Für die Landwirte sind zwei Entlastungen dabei. Energieautarke Bauernhöfe sollen besonders gefördert werden (mit 25 Millionen Euro). Und der 2012 abgeschaffte Steuervorteil des sogenannten Agrardiesels soll wieder eingeführt werden.

Dieselprivileg

Es bleibt dabei, dass Diesel weniger stark besteuert wird als Benzin. Und es bleibt auch bei der derzeitigen Pendlerpauschale; die im Regierungspakt angekündigte Reform kommt nicht.

Gegenfinanzierung

Die Steuerreform mit einem Volumen von 18 Milliarden Euro soll nicht gegenfinanziert, also durch anderwärtige Belastungen ausgeglichen werden. Laut Finanzminister Gernot Blümel soll die Gegenfinanzierung via Wirtschaftswachstum und Betriebsgründungen erfolgen.

Aufgerufen am 23.05.2022 um 12:17 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/co2-preis-und-klimabonus-das-bringt-die-steuerreform-110344198

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