Chronik

Flügel verliehen

Einige Asse aus der aktuellen rot-weiß-roten Nationalmannschaft der Skispringer wagten ihre ersten Sprünge beim traditionellen Goldi-Cup.

Weil den Skiclub Bischofshofen Nachwuchssorgen plagten und der ehemalige Tournee- und Weltcupsieger Andreas Goldberger aus Oberösterreich etwas "an seinen Sport zurückgeben wollte", wurde der Goldi-Cup aus der Taufe gehoben und in der Pongauer Sprunglaufmetropole vor 15 Jahren erstmals durchgeführt.

Bei der jüngsten Auflage am Sonntag - bei Kaiserwetter und mit 50 interessierten Mädchen und Buben aus der Region - konnte der rührige Skiclubpräsident Manfred Schützenhofer über vorbildliche Nachwuchsarbeit in seinem Verein berichten. Aktuell wird mit dem Leistungszentrum in Rif eine Kooperation ausgebaut, die es Skisprungtalenten aus dem Salzburger Zentralraum ermöglichen soll, den Sport im Pongau ausüben zu können.

Am Sonntag beobachteten neben dem Ex-Weltcupsieger auch Trainer und Kampfrichter die bislang vereinslosen Akteure im Alter zwischen fünf und zehn Jahren und boten den technisch Versiertesten ein Schnuppertraining beim Verein an. Goldberger lobte die perfekten Bedingungen und den Mut der Akteure zu dem einen oder anderen weiten Satz.

Jeder der sportlichen Nachwuchsspringer durfte dann natürlich auch eine eigene Goldi-Talente-Cup-Startnummer, eine Urkunde und einen Preis mit nach Hause nehmen.

Im Gespräch: Der Traum vom Fliegen

Der Sport begeistert, weil das nicht jeder kann. Der Weltcup-Gesamtsieger, Vierschanzentournee-Gewinner und Skiflugweltmeister Andreas Goldberger ist ein Pongau-Fan. Beim "PN"-Gespräch lobte er die professionelle Arbeit der Salzburger Skisprungclubs und erinnerte sich auch an seine großen Erfolge auf der Paul-Außerleitner-Schanze am Laideregg.


Warum ist der Sprunglaufsport so populär, wenn er doch nur von so wenigen Menschen betrieben wird?
Goldberger: Das mag wohl mit dem Traum sehr vieler Menschen zusammenhängen, einmal fliegen zu können. Zudem ist der Sport durch das überarbeitete Regelwerk fairer und für die Medien attraktiver geworden. Ich erinnere mich noch an Wettbewerbe in manchen Ländern, da wurden Weitenmessungen mit der sehr lokalen Brille vorgenommen.

Sollten so Talente-Cups wie Ihrer im Springen denn nicht auch für andere (Winter)sportarten installiert werden?
Der Erfolg des Goldi-Cups liegt nicht zuletzt am Engagement der Vereine. So fand gleich am Dienstag in Bischofshofen ein Vereinstraining für die begeisterten Mädchen und Buben statt.
Aus dem ehemaligen Kinderskifest von Toni Innauer fanden Niki Hosp, Thomas Morgenstern und Bernhard Gruber den Weg zu ihrem Sport. Sicher kann man das breiter aufstellen. Es will halt nach wie vor jeder Verein seine Schützlinge in seiner Sportsparte halten.

Sie legen Wert darauf, dass die Kinder beim Goldi-Cup keine Skisprungerfahrung haben.
Ja. Sie sollten natürlich ein bisschen Skilaufen können. Die Erfahrung hat gezeigt, dass manche beim ersten Sprung noch mit Schneepflug anfahren und beim dritten oder vierten mutig drauflosspringen. Wir messen beim Cup keine Weiten, wir beobachten nur, wie weit sie meine Tipps beim Absprung, im Flug und bei der Landung umsetzen. Daraus kann sich etwas entwickeln.

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