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Red Bull Salzburg unterlag Napoli nach starkem Kampf mit 2:3

Im dritten Spiel in der Champions League bezog Österreichs Fußballmeister Red Bull Salzburg daheim gegen SSC Napoli eine 2:3-Niederlage.

Gekämpft, brilliert, begeistert - und dennoch verloren. Red Bull Salzburg musste sich am Mittwochabend am dritten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase Neapel nach einem mitreißenden Match mit 2:3 (1:1) geschlagen geben und hat damit den Anschluss an das Spitzenduo in Gruppe E vorerst verloren.

Überrascht hatte Salzburg bereits vor dem Anpfiff mit der Aufstellung. Trainer Jesse Marsch schickte seine Elf in einem 4-2-3-1-System auf das Feld. Eine Formation, in der man die Bullen in dieser Saison noch nicht gesehen hat. Dominik Szoboszlai saß nur auf der Bank, stattdessen bildeten Hee-Chan Hwang, Takumi Minamino und Patson Daka im offensiven Mittelfeld eine Art "Assist-Reihe" für Sturmtank Erling Haaland.

Rasmus Nissen Kristensen (FC Red Bull Salzburg/li) und Erling Braut Haaland (FC Red Bull Salzburg/re) am Mittwoch, 23. Oktober 2019, nach Ende der Fußball-Champions-League Begegnung, Gruppe E, zwischen Red Bull Salzburg und SSC Napoli in Salzburg. SN/APA/KRUGFOTO
Rasmus Nissen Kristensen (FC Red Bull Salzburg/li) und Erling Braut Haaland (FC Red Bull Salzburg/re) am Mittwoch, 23. Oktober 2019, nach Ende der Fußball-Champions-League Begegnung, Gruppe E, zwischen Red Bull Salzburg und SSC Napoli in Salzburg.

Der obligatorische Rainermarsch und die Champions-League-Hymne waren gerade verstummt, als erstmals die Salzburger im Blickpunkt standen. Allerdings nicht die Offensive, sondern die Bullen-Abwehr: Der belgische Napoli-Stürmer Dries Mertens prüfte nach gerade einmal einer Spielminute mit einem scharfen Schuss Torhüter Cican Stankovic.

Der parierte prächtig mit einer Fußabwehr. Auf der Gegenseite machte es Haaland besser. Der Red-Bull-Wunderstürmer traf in der achten Minute zum vermeintlichen 1:0, doch schon sein verhaltener Jubel zeigte, dass er sich seiner Sache nicht recht sicher war. Und tatsächlich: Der Video-Schiedsrichter (VAR) überprüfte das Tor und entschied auf Abseits. Zurecht, denn Haaland stand beim abgeblockten Schuss von Enock Mwepu in der verbotenen Zone.

Danach fehlte den Salzburgern der Zugriff auf das Spiel. Die Bullen brachten nicht die Energie, die sie gegen Genk und in der zweiten Hälfte gegen Liverpool ausgezeichnet hatte, auf den Platz und kamen zu selten in Umschaltsituationen, was von einer Klassemannschaft wie Neapel sofort bestraft wurde. Der überragende Mertens schoss Napoli mit voller Wucht unter die Querlatte zur 1:0-Führung.

Kurze Distanz: Salzburg-Keeper Cican Stankovic ist beim 0:1 durch Dries Mertens ohne chance. SN/APA (KRUGFOTO)/KRUGFOTO
Kurze Distanz: Salzburg-Keeper Cican Stankovic ist beim 0:1 durch Dries Mertens ohne chance.

Doch wieder einmal brach Salzburg nach einem Rückstand nicht ein, sondern fand mit dem Rücken zur Wand plötzlich ins Spiel. Haaland, immer wieder dieser Haaland, kämpfte sich mit Entschlossenheit und Tempo mehrmals in den Strafraum, doch Napoli-Keeper Alex Meret machte alle Torchancen zunichte.

Erst durch einen Elfmeter, nachdem Hee-Chan Hwang von Kevin Malcuit gefoult worden war, kassierten die Italiener schließlich das erste Gegentor in der Champions-League-Gruppenphase. Haaland zeigte sich vom Punkt eiskalt und traf zum 1:1 (40.) - und wie schon gegen Genk und Liverpool heizte der Showman die ohnehin schon ausgezeichnete Stimmung unter den 29.520 Zuschauern im Stadion weiter an.

Zu diesem Zeitpunkt war Salzburgs Stammtorhüter Cican Stankovic mit Verdacht auf Muskelfaserriss bereits ausgewechselt worden. Weil Alex Walke nach wie vor noch nicht bei 100 Prozent ist und im Kader der Bullen fehlte, feierte der Brasilianer Carlos Coronel sein Champions-League-Debüt.

Und er war es auch, der in der zweiten Hälfte unweigerlich im Mittelpunkt stand: Dries Mertens (schon wieder!) erzielte in der 64. Minute mit dem erst dritten Torschuss der Italiener das 2:1.

Erling Haaland, der prägende Akteur auf Salzburger Seite, schaffte in der 73. Minute nach einer Junuzovic-Maßflanke per Kopf zwar den neuerlichen Ausgleich, doch keine 60 Sekunden später stellte der kurz zuvor eingewechselte Lorenzo Insigne mit einem Heber über Coronel auf 3:2. Damit war die imposante Heimserie gerissen und die erste Nullnummer nach 71 Pflichtspielen ohne Niederlage besiegelt.

Wir sahen sie schon fröhlicher: Red-Bull-Geschäftsführer Stefan Reiter und Trainer Jesse Marsch. SN/GEPA pictures
Wir sahen sie schon fröhlicher: Red-Bull-Geschäftsführer Stefan Reiter und Trainer Jesse Marsch.

Stimmen zum Spiel

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "Wir haben gegen einen guten Gegner gespielt, der sehr schlau ist. Wir haben in der Champions League zu viele Gegentore bekommen. Napoli war nicht in vielen Momenten gefährlich, aber wenn sie gefährlich waren, haben wir zu viele Fehler gemacht. Wenn man in solchen Spielen einen Fehler macht, ist es immer gefährlich. Wir müssen lernen. Haaland ist noch nicht bei 100 Prozent, aber er ist immer gefährlich. Wir müssen positiv sein - wir sind noch am Leben. Wir haben in jedem Match gut gespielt. Wir brauchen in Neapel eine Topleistung. Hoffentlich ist die Verletzung von Stankovic nicht so schlimm."

Erling Haaland (Salzburg-Spieler/Doppeltorschütze): "Der Aufstieg wird jetzt hart, aber wir müssen von Spiel zu Spiel schauen."

Andreas Ulmer (Salzburg-Kapitän): "Es ist bitter, wenn man das 2:2 erzielt und gleich wieder einem Tor nachlaufen muss. Wir hätten da etwas besser hinter dem Ball stehen müssen. Wir wollten aufs dritte Tor spielen, aber Napoli ist eine Mannschaft mit großer Qualität und nützt das aus, wenn man ihnen Räume gibt. Es sind noch drei Spiele in der Gruppe, schauen wir, was noch möglich ist. Unser Ziel ist, auch nach dem Winter international dabei zu sein. Die Niederlage schmerzt, egal ob sie daheim oder auswärts passiert ist."

Zlatko Junuzovic (Salzburg-Spieler): "Es war ein sehr intensives Spiel. Wir mussten taktisch clever agieren, weil Napoli eine sehr abgezockte Mannschaft ist. Wir waren schon gut im Spiel, aber die Tore waren zu billig, gerade das letzte Tor. Das hat mich ein bisschen an das 3:4 gegen Liverpool erinnert. Wir werden in Neapel natürlich auf Sieg spielen. Wir haben eine super Leistung abgeliefert, aber wir müssen uns auch weiterentwickeln und daran arbeiten, dass man nicht solche Gegentore bekommt."

Carlo Ancelotti (Napoli-Trainer): "Wir haben gut begonnen und waren schnell im Spiel. Am Ende hat unsere Qualität entschieden, aber es war nicht leicht. Dass Mertens jetzt mehr Tore für Napoli als Maradona geschossen hat, ist ein großer Erfolg für ihn. Er ist ein großartiger Spieler und sehr wichtig für uns."

Das Spiel im Liveticker:

Liveblog - das geschah vor dem Spiel:

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Aufgerufen am 20.11.2019 um 03:54 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/red-bull-salzburg-unterlag-napoli-nach-starkem-kampf-mit-23-78018607

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