Alpengasthof Ammererhof

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Der Alpengasthof Ammererhof
Gasthof Hoher Tauernhof, Aufnahme um 1914.
Links unten das Waschhaus Kolm-Saigurn, unmittelbar dahinter die Zimmererhütte, rechts weiter oben der Tauernhof und am oberen Bildrand, der Spitz, das ist der Sonnblickgipfel; historische Ansichtskarte.

Der Alpengasthof Ammererhof ist ein historischer Übernachtungsbetrieb am Südende des Hüttwinkltals in Kolm-Saigurn am Fuße des Hohen Sonnblicks.

Geschichte

Tritt man durch die Eingangstüre, so steht im Fußboden aus Steinen "A.M.H. 1897. Grüß Gott." Bis Mitte des des 20. Jahrhunderts hieß der Ammererhof Gasthof Hoher Tauernhof.[1] Eine Beschreibung aus dem Jahr 1914:

Kolm-Saigurn. Gasthof Hoher Tauernhof. 1 650 m ü. d. M. am Fuße des Sonnblicks (3103 m). Höhen-Sommerfrische und Touristen-Station. Bahnstation Taxenbach. In groß großartigster Lage mit herrlicher Aussicht. 21 komfortabel einger. Zimmer mit 40 Betten. Badezimmer, Klosetts mit Wasserspülung. Postablage im Hause. Telephon interurban. Bergführerstation. Eigene Meierei. Hochquellenwasserleitung. Vorzügliche Speisen und Getränke. Mäßige Preise. Zimmerbestellungen für das Zittelhaus am Sonnblick. Besitzer G. & A. Ammerer, gleichzeitig Bewirtschafter des Zittelhauses am Hohen Sonnblick.

Chronik des Hauses

Aus der Rojacher-Biografie von Margot Daum:

Ignaz Rojacher wollte auf dem Berghang in Kolm-Saigurn einen Alpengasthof mit der schönsten Aussicht auf die Goldberggletscher errichten. Leider verstarb er vorzeitig und konnte dieses Vorhaben nicht mehr verwirklichen. Von dieser Idee fasziniert, erwarb Anton Holleis, ein Hotelportier aus Bad Gastein, auf dem Berghang ein Grundstück. Mit viel Fleiß und Handarbeit hatte er den Berghang abgetragen und nach jahrelangem Bauen den Berggasthof "Tauernhof" 1897 eröffnet. Die ersten Gäste fanden hierher und waren ob der herrlichen Lage und der besonderen Atmosphäre des Hauses begeistert.

Doch Holleis hatte sich zu viel vorgenommen! Die Last der Verbindlichkeiten, welche durch den Bau entstanden, war zu groß und er musste sich von seinem Gasthof schweren Herzens trennen.

Georg Ammerer hieß der Nachfolger. Unter seiner Führung, zur Zeit der Österreich-Ungarischen Monarchie, stiegen im Haus "hohe Persönlichkeiten" ab.

Der Gasthof wurde zum Ausgangspunkt der Bergsteiger für viele hochalpine Touren und der Meteorologen für das 1886 gegründete Sonnblick Observatorium.

Hoch betagt hatte Ammerer den Gasthof "Tauernhof" nach seinem Namen in "Ammererhof" umbenannt, bevor er ihn aus Altersgründen abgeben musste.

Von 1951 bis 1954 pachtete Georg Seidl (* 6. Juni 1895; † 8. Oktober 1973) mit seiner Frau Theresia Seidl (* 21. Juni 1911; † 1996), geborene Rojacher – war irgendwie mit 'Kolm Naz verwandt' und seinen zwei Töchtern Maria (* 09.02.1931) und Elisabeth (* 17.09.1933) den Ammererhof. Georg war der Enkel von Maria Rojacher, geborene Seidl (* 2. Juni 1848; † 27. Februar 1894), der Gattin des Kolm Naz. Theresia und Georg Seidl hatten vorher das „alte Bodenhaus“ (jetzt steht da das Mauthäuschen der Kolmstraße). Leider wurde es 1951 von einer Lawine weggerissen. Deshalb kam es zur Pacht des Ammererhofes (Tauernhof). Der Ammererhof war unverkäuflich und so kauften die Seidls 1954 ein Kaffeehaus in Unken und nannten es „Sonnblick“.

Im Jahre 1954 pachteten Aloisa und Johann Mühlthaler, vorerst gemeinsam mit dem Österreichischen Alpenverein (OeAV), den Ammererhof. Johann Mühlthaler war zuvor Wetterwart. Den schönen Berggasthof sein Eigen zu nennen und gleichzeitig Kolm-Saigurn weiterhin verbunden zu sein, war wohl sein Traum. Diesen Traum verwirklichte seine Tochter, die ihre Heimat ebenfalls in der Bergwelt von Kolm-Saigurn fand. Luise Tomasek-Mühlthaler erwarb den Gasthof im Jahre 1979. Seither wurde er kontinuierlich renoviert und verschönert. 2018 übernahm Luise’s Sohn Helmut Tomasek-Mühlthaler mit seiner Lebensgefährtin Miriam Popp den Ammererhof.

Weitere Ergänzungen:
Georg Ammerer besaß auch den Bahnhofsgasthof in Taxenbach.[1]

Weblink

Quellen

→ dortige Quellen homepage und Maria Altenhuber, geborene Seidl, Bodenhaustochter

Einzelnachweis

  1. 1,0 1,1 ANNO, Salzburger Volkszeitung, Ausgabe vom 28. Mai 1949, Seite 10