Ansichtskarten von Salzburg

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Auf zahlreichen Ansichtskarten von Salzburg beschreiben ein oder mehrere Bilder die Schönheiten einer Sehenswürdigkeit, einer Gemeinde oder einer Landschaft der Stadt und des Landes Salzburg. Dieser Artikel will die Geschichte der Ansichtskarten in Salzburg beschreiben und damit jene Personen (Künstler, Fotografen, ...) und Unternehmen, die sich mit deren Herstellung und Vertrieb kommerziell befasst haben.

Allgemeines

Eine Ansichtskarte ist eine Postkarte mit einem Bilddruck auf der Rückseite oder sie ist ein fotografisches Papierbild auf ihrer Vorderseite mit einem Adress- und Mitteilungsbereich auf der Rückseite.[1]

Etwa ab 1895 wird das Versenden von Grußkarten gesellschaftlich populär und ermöglicht die Chromolithografie (Mehrfarben-Steindruck) das Herstellen von bunten anstatt nur Schwarz-Weiß bedruckter Karten. Der aufkommende und stetig wachsende Tourismus, die Massenproduktion durch den Einsatz der Schnellpresse und die preisliche Attraktivität beflügeln diese neue Form der Kommunikation. Nach der verwendeten Drucktechnik unterscheidet man Ansichtskarten der Zeit nach wie folgt:

  • bis 1894: Lithografien einfarbig
  • 1895 bis 1906: Chromolithografien mehrfarbig
  • 1914 bis 1965: Echtbildkarten Schwarz-Weiß
  • ab 1970: Echtbildkarten in Farbe

Geschichte der Ansichtskarte in Salzburg

Die Geschichte der Ansichtskarte in Salzburg geht Hand in Hand mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs in Salzburg. Mit der Herstellung und dem Verlegen von Ansichtskarten aus Salzburg beschäftigten sich folgende Personen und Unternehmen:


Personen oder Unternehmen Ansichtskartenmotiv (Beispiel, keine tatsächliche Postkarte zu sehen!) Jahr
Verlag Würthle & Sohn Salzburg Hirschbühel gegen die Mühlsturzhörner 1901
Franz Kulstrunk, Maler, Salzburg Blick auf Morzg mit Eisenbahn (Dampfzug) 1902
Franz Kulstrunk, Maler, Salzburg Schloss Hellbrunn mit Park 1905
Edward Theodore Compton im Verlag Hermann Kerber, Salzburg etwa 10 Motive ca. 1909 bis 1921
Franz Kulstrunk, Maler, Salzburg Salzburg aus der Luft 1910
Fotograf Otto Paap, Mirabellplatz 6, Salzburg Franz Jebinger's Sängergesellschaft "Henndorfer Stübl", Gitarre und Zitter 1910
Verlag und Druck Verlag und Druckerei Josef Huttegger, Salzburg Festung Hohensalzburg 1913
Verlag Ad. Wirthmiller Saalfelden Saalfelden am Steinernen Meer ca. 1915
Verlag und Druck J. Huttegger, Salzburg Maria Plain 1916
Verlag Purger & Co., München Tauernbahn 1920
Verlag Carl Jurischek, Salzburg Hochkönig 1923
Verlag A. Stefsky, Wien Obertrum am See 1928
Verlag A. G. Schöllhorn, Innsbruck Großgmain 1931
Verlag Carl Jurischek, Salzburg Wallfahrtsbasilika Maria Plain 1935
Verlag A. G. Schöllhorn, Innsbruck St. Johann im Pongau 1935
Fotograf J. Schaffler, Obertrum Männergruppe posiert vor der Kirche in Seeham ca. 1935
Verlag Franz Zauner, Lofer Tauernkogel (? keines gefunden) 1938
Verlag Anton Schmidt, Mittersill Habachtal 1939
Verlag Photohaus Josef Schmidt, Lofer Mühlsturzhörner vom Hirschbühel ca. 1940
Verlag P. Ledermann Wien St. Johann im Pongau ca. 1940
Österreichische Luftbildindustrie, Verlag Margarethe Kuhn, Salzburg Seeham ca. 1940
Verlag Ad. Wirthmiller, Saalfelden Saalfelden am Steinernen Meer ca. 1940
Verlag Franz Zauner, Lofer Weißbach bei Lofer ca 1940
Verlag J. Schmidt, Lofer Seisenbergklamm in Weißbach bei Lofer ca 1940
Verlag H. Helff, Obertauern Schloss Tandalier in Radstadt 1942
Verlag K. Glantschnigg, Graz Mariapfarr im Lungau 1943
CJS-Verlag, Salzburg Abtenau 1949
Verlag Photo Diwoky Dorfgastein 1951
Verlag Wilhelm Angerer, Kitzbühel Pass Thurn 1952
Verlag H. Helff, Obertauern Hotel Wiesenegg in Saalbach-Hinterglemm 1953
Verlag E. Wolkersdorfer, Bad Hofgastein Schleierfall - Naßfeld in Badgastein 1953
Verlag Prof. Gustav Fenz, Wien Hintermoos mit Steinernem Meer 1955
Verlag E. Wolkersdorfer, Bad Hofgastein Dorfgastein 1955
Verlag Rettenbacher, Fuschl Fuschl am See 1955
Verlag P. Ledermann, Wien Mitterberghütten ca. 1956
Verlag Alfred Gründler Großgmain 1957
Verlag Karl Haidinger, Photograph, Zell am See Saalfelden am Steinernen Meer ca. 1960
Verlag F. X. Schröck Laufen Zollamt mit Salzachbrücke - Oberndorf bei Salzburg-Laufen an der Salzach ca 1960
Verlag H. Helff, Obertauern Obertauern 1963
Verlag C. R. Wiatschka, Wien Fuscherkar-Kopf ca. 1965
Verlag Tantscher, Abtenau St. Martin am Tennengebirge 1965
Verlag Alfred Gründler Seeham 1965
Cosy-Verlag, Salzburg Palfnersee in Bad Gastein ca. 1965
Verlag Reischl, Salzburg Hotel Walkner in Seeham 1965
Verlag Richard Pietsch, Wien Hüttau 1965
Verlag Alfred Gründler Skidorf Wagrain 1966
Verlag Heinrich Oczlon, St. Johann Hüttschlag 1968
Verlag Walter Kramer, Graz Maria Alm Hintertal 1968
Verlag Risch-Lau, Salzburg Rußbach am Pass Gschütt ca. 1975

Einzelne Unternehmen

Verlag Karl Jurischek

Hauptartikel Verlag Carl Jurischek

Der Verlag Carl Jurischek bestand von 1883 bis 1995. Gegründet wurde er 1883 von Carl Jurischek (* 1856 oder 1857, † 1897). Im Jahr 1893 wird eine Abteilung für Landschaftsfotografie eingerichtet. Nach seinem Tod führt der Bruder Hubert Jurischek († Erster Weltkrieg) den Betrieb, ab 1908 ist sein Neffe Karl Jurischek (* 1883; † 1951) Eigentümer des Verlages. 1945 wird der Verlag in eine OHG umgewandelt. Besitzer sind seine Frau Marianne Jurischek, die ab 1922 im Betrieb arbeitete, sowie deren Töchter Gertrude, Ingeborg, Marianne und Elfriede. 1973 erfolgt die Gründung einer Ges.m.b.H.. Diese Firma wird per 30. Juni 1995 an Lars Kroiss übergeben.[2]

Österreichische Luftbild-Industrie Verlag Margarethe Kuhn

Hauptartikel Österreichische Luftbild-Industrie Verlag Margarethe Kuhn

Dem Flieger Eduard Kuhn gehörte die Österreichischen Fliegerschule in Salzburg. Nach seinem Tod 1932 wurde diese von seiner Frau Margarethe Kuhn weitergeführt. Auch die Konzession für die Fliegerschule und die Luftbildabteilung wurde auf seine Frau überschrieben. Vom Luftamt wurde ihr ein erfahrener Luftbildfotograf zur Seite gestellt. Ab Mitte der 1930er Jahre erschienen in der Österreichischen Luftbild-Industrie, dem Ansichtskartenverlag von Margarethe Kuhn, Salzburg, Auerspergstraße 27 a, die ersten auf Fliegeraufnahmen basierenden Ansichtskarten aus Salzburg. Margarethe Kuhn und damit ihr Verlag, übersiedelte später nach Bad Ischl.

Cosy-Verlag Salzburg

Hauptartikel Cosy-Verlag Salzburg

1927 erwerben Alfred Gründler der Ältere und Herbert Gründler, ein Banker und ein Techniker, beide leidenschaftliche Hobbyfotografen, Bergsteiger und Segelflieger, den Verlag von Ferdinand Morawetz der Ältere. Die erste Niederlassung war in Salzburg in der Getreidegasse. Von hier aus wurden die Kunden in den umliegenden Fremdenverkehrsorten betreut und Orte sowie Landschaften fotografisch festgehalten.

Alfred Gründler führt nach dem Tod des Bruders 1935 den Betrieb allein weiter. Die Aufnahmen werden mit einer Plattenkamera 13 x 18 gemacht und die Ansichtskarten im Tiefdruckverfahren in Frankreich hergestellt. In den folgenden Jahrzehnten werden mehrere kleinere Fotoverlage übernommen und der Radius auf das ganze Land Salzburg, das Salzkammergut, Osttirol und auf Teile der Steiermark, Oberösterreichs und Kärnten ausgedehnt. 1958/1959 treten der Sohn Alfred Gründler der Jüngere und Tochter Brigitte, beide ausgebildete Fotografenmeister, in den Betrieb ein. Der Verlag beschäftigt nun mehr als zehn Mitarbeiter und verkauft jährlich mehr als eine Million Ansichtskarten. 1969 übersiedelt der Verlag in ein neues Gebäude in Salzburg-Liefering. 1977 übernimmt Brigitte David-Gründler die Leitung. Ihr Nachfolger wurde Edgar David.[3] Stets wurden neue Techniken im Foto-, Produktions- und Druckbereich getestet und erfolgreich umgesetzt. Offsetdruck löste den Buchdruck ab, Spiegelreflexkameras verdrängten die Plattenkameras, Computer die Lithomontage.

Nach Edgar David leitet heute die Tochter von Brigitte David-Gründler, Doris Schiechtl, das Unternehmen. Gemeinsam mit einem Team werden Ansichtskarten, Stadtführer, Kalender und Souvenirartikel produziert und damit für namhafte Pensionen und Hotels Werbung gemacht.[4]

Links zu Sammlungen von historischen Postkarten

Quellen

Einzelnachweise