Dietmar Emich

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Didi Emich, 29.12.2008
Didi Emich, Juni 2009

Mag. iur. Dietmar "Didi" Emich (* 14. Juni 1967 in Salzburg) ist ein ehemaliger Salzburger Fußballspieler und Trainer, unter anderem des SV Austria Salzburg.

Leben

Didi Emich war jahrelang Spieler des FC Puch, welcher Anfang der 1990er-Jahre der Kooperationspartner der Austria war. Junge Spieler der Austria sollten sich bei Puch in der zweiten Spielklasse versuchen, während Leistungsträger von Puch − wie Emich 1992/1993 − sich auch in der Bundesliga beweisen durften. Der schnelle Stürmer konnte sich in der Bundesliga allerdings nicht recht durchsetzen und wurde dort nur sieben Mal eingesetzt, erzielte dabei ein Tor. Nach einem halben Jahr beendete er seine Austria-Zeit und kehrte über den FC Linz wieder zum FC Puch zurück. Von dort folgten immer wieder Engagements bei anderen Vereinen, wobei er stets wieder zum FC Puch zurückkehrte, wo er schließlich auch 2005/2006 seine sportliche Laufbahn beendete.

Zu Emichs weiteren Stationen gehörte etwa auch der PSV/Schwarz-Weiß Salzburg. Nach seiner aktiven Laufbahn als Fußballspieler war der gelernte Jurist Emich maßgeblich an dem Projekt beteiligt, die Fußballsektion des PSV in einen Zweigverein auszulagern. Bei einem Gelingen des Projekts und einer darauf folgenden Verlängerung der Partnerschaft mit der Austria wäre Emich als neuer Austria-Trainer vorgesehen gewesen. Ein Projekt, das vorerst scheiterte und einen sportlichen Neustart der Austria mit Gustl Kofler als Trainer zur Folge hatte. Emich absolvierte in München und Köln die Trainerausbildung zur UEFA-A-Lizenz beim deutschen Fußballbund und gründete 2006 die "Soccer Juniors Fußballschule", wo er an vier Standorten (Eugendorf, Grödig, Puch und Freilassing) an einem Nachmittag pro Woche ein Technik- und Koordinationstraining im Sinne der Ajax-Schule anbot. Im Dezember 2008, nach dem überraschenden Wechsel von Miro Bojceski zum SV Grödig, klappte es für Emich dann doch mit dem Trainerposten der Austria.

Als Trainer der Austria schaffte er mit seiner Mannschaft auf Anhieb den Aufstieg in die 1. Landesliga, in der darauf folgenden Saison 2009/10 gelang der Durchmarsch in die Regionalliga West, wo die Austria sich im ersten Jahr auf Rang fünf platzierte.

Am 19. September 2011 erklärte Emich überraschend seinen Rücktritt als Austria-Trainer. Als Grund gab er die Mehrfachbelastung durch Trainerjob, Familie und Beruf an. Emich baute bei der Salzburg AG als Geschäftsführer von ElectroDrive und dem Carsharing-Service EMIL die Elektromobilitätssparte mit auf.

Nach dem Abschied von Gerald Baumgartner im Zuge der finanziellen Turbulenzen des Clubs im Sommer 2016 erklärte sich Emich bereit, vorübergehend wieder als Trainer bei Austria Salzburg auszuhelfen. Im April 2017 lag die Austria auf dem letzten Platz, Emich wurde durch Nachwuchstrainer Atilla Piskin ersetzt, der jedoch den Abstieg in die Salzburger Liga nicht mehr verhindern konnte.

Vorgestellt

Wer Didi Emich als aktiven Fußballspieler auf dem Platz sah und anschließend am Spielfeldrand einige Worte mit ihm wechselte, musste denken, es gäbe zwei Didi Emichs. Den ständig unter Strom stehenden, schimpfenden und häufig vor dem Platzverweis stehenden Emich, vor dem sich selbst einer wie Oliver Kahn gefürchtet hätte. Und den stets freundlichen, zuvorkommenden Magister, mit dem man über Hermann Hesse diskutieren konnte.

Nach zwei Jahren als Chef-Scout bei Red Bull Salzburg ist Didi Emich seit Jänner 2009 als Trainer der Salzburger Austria selbst für die Disziplin seiner Spieler verantwortlich. Kann das ein Coach mit seiner Vergangenheit glaubwürdig einfordern? "Wenn ich das Verhalten der Spieler kritisiere, dann auch mit dem Hintergrund, dass ich unter meinem Verhalten selbst gelitten habe. Die Spieler sollten aus meinem Wahnsinn lernen und nicht dieselben Fehler machen. Dieser Appell fruchtet manchmal, aber nicht immer", sagt Emich und lacht.

Er habe ähnliche Spieler in der Mannschaft, wie er selbst einer war. "Ich verstehe die und versuche sie zu schützen vor den typischen Jasagern, den angepassten Braven, die sich hinaufdienen und nach unten treten. Kreative sind oft streitbare Geister, die müssen nicht immer den angepassten Weg gehen. Diesbezüglich bin ich sehr glaubwürdig bei den Spielern. Ich bin nicht der mit dem,Du-du-Finger‘. Fußball ist ein Kampfsport und braucht eine gewisse Aggression. Selbst ganz Große wie Maradona oder Zidane hatten sich nicht immer unter Kontrolle. Da sollten die Schiedsrichter und das Publikum ein bisschen nachsichtiger sein", sagt Didi Emich.

So ist dem Austria-Coach eine gewählte Wortwahl auf dem Platz weniger wichtig, die taktische Disziplin hingegen sehr. Und dazu gehöre auch, keine Fouls zu begehen. "Ich habe immer wieder gehört: ,Das ist internationale Härte.‘ Was ich aber bei internationalen Spielen erfahren habe, ist, dass ich dort viel weniger geschlagen worden bin als bei uns. Klar gibt es da und dort Ausraster. Aber im modernen Fußball wird nicht mehr gegrätscht. Es wird kein Foul begangen, sonst kommt man nicht in Ballbesitz. In Österreich haben wir lauter Holzhacker."

Und noch eine Erfahrung hat Emich im Ausland gemacht. "Ich wollte schon immer wissen, warum die Deutschen fitter sind als wir. Deshalb habe ich dort die Trainerausbildung absolviert. Die Überraschung war: Dort wird immer mit dem Ball trainiert. Ich habe gesagt: ,Wir machen das seit 30 Jahren, aber kommen nicht weiter.‘ Der Lehrgangsleiter meinte nur: ,Dann macht ihr was falsch. Vergesst die Turnlehrer, wir sind Fußballspieler.‘ Und da habe ich mir gedacht: ,Haha, ich bin im richtigen Film.‘"

Stationen als Spieler

Stationen als Trainer

Quellen