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Salzburger AK 1914

SAK 1914
Voller Name Salzburger Athletiksport-Klub 1914
Gegründet 24. Juni 1914 (Erstgründung)
7. Mai 1958
Vereinsfarben Blau-Gelb
Stadion Sportzentrum Mitte
Salzburg-Nonntal
Plätze 2.000
Präsident/Obmann Christian Schwaiger/Josef Penco
Trainer Robert Gierzinger
Adresse Ulrike-Gschwandtner-Straße 8
5020 Salzburg
Spielklasse Salzburger Liga
Vereinsregister 927960825
Dachverband ASVÖ Salzburg
Logo
Schriftzug und Logo am Sportzentrum Mitte
Die ehemalige SAK-Sportanlage in Salzburg-Nonntal
Tribüne der alten SAK-Anlage vom Platz aus gesehen
Tribüne auf dem alten SAK-Platz

Der Salzburger Athletiksport-Klub 1914 ist ein Allround-Sportverein aus Salzburg. Der im Stadtteil Nonntal beheimatete Verein führt die Sektionen Fußball, Fechten, Eiskunstlauf, Fitness und Rollschuhlauf. Die mittlerweile aufgelöste Sektion Handball wurde 1971 Österreichischer Meister bei den Männern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung

Der SAK 1914 wurde am 24. Juni 1914 im Gasthof Traube in der Linzer Gasse als Fußballverein gegründet und ist damit der älteste Fußballklub des Bundeslandes Salzburg. Es trafen sich damals der glühende Alpinist Gustav Freytag und eine Handvoll Männer. Die Vereinsfarben wurden bei der Gründung mit Rot-Weiß festgelegt und 1919 auf Blau-Gelb geändert. Bereits vor der Vereinsgründung bestritt die Mannschaft am 4. Juni 1914 auf der Trabrennbahn in Parsch ihr erstes Spiel gegen den FC Traunstein, das die Bayern mit 4:1 für sich entschieden.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs setzte dem Sport vorerst ein Ende.

Gustav Freytag, von Beruf Rechtsanwalt, machte aus seinem völkischen Deutschtum nie ein Hehl und so wurde bereits bei der Gründung des Vereins der "Arierparagraph" in die Statuten aufgenommen. Dieser wurde nach dem Ersten Weltkrieg in der Generalversammlung von 1922 erneut bestätigt. Der darauffolgende Auschluss aller jüdischen Funktionäre und Spieler war umso seltsamer, als nach dem 1. Weltkrieg Ferdinand Morawetz, ein Kaufmann jüdischer Abstammung, erster Gönner und Präsident des Vereins in der Zwischenkriegszeit war.

Erfolgreiche Zwischenkriegszeit

Eine "goldene Ära" begann für den SAK 1914 in der Zwischenkriegszeit. Gespielt wurde vorerst auf dem Exerzierfeld der Hellbrunner Kaserne. Im Land war der Verein nahezu konkurrenzlos, in den westlichen Bundesländern über viele Jahre dominierend. Dank eines gewissen Ferdinand Morawetz senior bezog der Klub 1921 seine Heimstätte auf den Berchtoldgründen (benannt nach dem ehemaligen Außenminister Graf von Berchthold) in Nonntal. Der fußballverrückte Wiener Kaufmann Morawetz steckte als Präsident nicht nur sein Privatvermögen in den Verein, er kaufte auch die Berchtholdgründe und vermachte diesem dem jungen Fußballklub. Seine beiden Söhne Alfred und Fritz bestimmten den Salzburger Fußball noch Jahren später mit. Alfred beim SSK und Fritz beim SAK. Durch den Fehler eines Dressenlieferanten, der gelbe Leibchen mit blauen Krägen lieferte, wurden die Vereinsfarben auf gelb-blau geändert.

Am 14. März 1925 veranstaltete der SAK ein Frühlingskränzchen in den Sälen des Hotels Mirabell unter dem Ehrenschutz seiner Ehrenmitglieder Kommerzialrat Heinrich Kiener und Friedrich Baron von Mayr-Melnhof.[1]

Ferdinand Morawetz, der Enkel des damaligen SAK-Präsidenten, erinnert sich 2014 an seinen Vater Alfred und seinen Onkel Fritz: „Sie waren beide ziemlich gute Fußballspieler, aber der Fritz war immer der bessere.“ Seinen Großvater hat Ferdinand Morawetz nie kennengelernt. Der Wiederbegründer des SAK verstirbt bereits 1938 58-jährig in Linz. Aus Erzählungen weiß der ehemalige Elmo-Kino-Betreiber aber, dass sein Großvater den Fußball liebte. Der Geschäftsmann hatte aber auch die richtigen Kontakte – unter anderem zum Salzburger Adel. Diese pflegte er bei gemeinsamen Tarot-Partien im Café Bazar. So kam auch die Freundschaft der Familie Morawetz mit Friedrich Mayr-Melnhof zustande – ein weiterer Gönner des Salzburger Traditionsvereins.

Morawetz soll aber schon in Wien ein Freund des runden Leders gewesen sein und eine enge Beziehung zum jüdischen Fußballklub SC Hakoah gehabt haben. Aus seinen Geschäftsreisen nach England brachte er die ersten Fußbälle und Fußballschuhe mit nach Österreich. In Salzburg investierte er seine Leidenschaft in den SAK. Morawetz wurde 1922 aus dem Verein ausgeschlossen, da er jüdischer Herkunft war und der Verein in diesem Jahr einen "Arierparagraphen" einführte. Er wechselte daraufhin zum 1. SSK 1919, dessen Präsident er wurde.

Bei den Athletikern drehte sich anfangs aber nicht alles um Fußball. Mit dem Sportplatz samt Aschebahn gedeihen in der Zwischenkriegszeit noch weitere Sektionen. Vor allem die blau-gelben Leichtathleten sprinten von einem Rekord zum nächsten. Alexej Stachowitsch verhilft den Leichtathleten in den 1930er-Jahren zu Spitzenleistungen. Die Oktoberrevoultion 1917 zwingt seine zum russischen Hochadel gehörende Familie zum Auswandern. Sie findet 1923 auf dem Anwesen des Onkels Wassilij von Paschkoff auf dem Mönchsberg Unterschlupf. Während Bruder Michael beim Salzburger Tennisclub STC anheuert, bricht Alexej sämtliche Streckenrekorde für den SAK. Er wird Landesmeister im 100- und 200-Meter-Lauf und soll 1936 zu den Olympischen Spielen nach Berlin fahren. Stachowitsch entscheidet sich aber für die Matura.

In der gemeinsamen Liga mit Oberösterreich holen die SAK-Fußspieler 1934 und 1935 den Meister. In beiden Jahren scheiterte der Klub am höchsten damals erreichbaren Ziel für Amateurvereine: Im Finale der Amateurstaatsmeisterschaft scheiterte der SAK an Sturm Graz und - durch eine Entscheidung am Grünen Tisch - an Baden. Die 1933 gegründete Austria ist damals noch kein ernst zunehmender Gegner. 15 Mal in Folge holen die Athletiker von 1924 bis 1938 den Landesmeistertitel. Das Glanzstück folgt 1936 bei den Sommerspielen in Berlin. Die Brüder Edi undKarl Kainberger, Adolf Laudon und Ernst Bacher erringen mit dem belächelten „Team der Namenlosen“ Olympia-Silber. „Mein Vater hat nie viel darüber erzählt. Es war nicht sein Stil, damit anzugeben. Er hat einfach gut gespielt und hat das nie an die große Glocke gehängt“, erinnert sich Sohn Peter Bacher an den Salzburger Mittelfeldspieler, der damals mit der österreichischen Amateur-Elf in Berlin den zweiten Platz hinter Italien belegte. Der Olympia-Torhüter Edi Kainberger schafft später den Sprung ins Ausland zu 1860 München.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1938 wird der SAK-Sportplatz rasch zur Bühne der NS-Propaganda umfunktioniert. Bereits im Juli 1938 nutzen SA-Männer der Heeressportschule Wünsdorf den Platz für eine sportliche Vorführung. Der SAK 1914 darf seinen Namen zwar zunächst behalten, wird aber ebenso wie andere Sportvereine in den NS-Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert. In der Einheitsorganisation der Nationalsozialisten üben bis 1945 mehrere SAK-Funktionäre sportpolitische Ämter aus. Sportlich büßt der SAK seine Vormachtstellung vorerst nicht ein, spielt aber nicht mehr die Rolle wie vor 1938. Die Athletiker nehmen zwar an den Tschammer-Pokal-Spielen teil, haben aber de facto keine Chance. 1943 wird der SAK mit dem SSK und der Austria „kriegsbedingt“ zur Fußballgemeinschaft Salzburg (FG Salzburg) mit SV Austria Salzburg und dem 1. SSK 1919 zur Fußballgemeinschaft Salzburg zusammen, die noch am 8. April 1945 ein Spiel gegen eine Luftwaffen-Elf bestritt.

Salzburgs Pioniere in der höchsten Klasse

Nach 1945 ist es der Kriminalabteilungsinspektor Alfred Schamberger, der den Verein unter Beteiligung der beiden Olympia-Kicker Edi und Karl Kainberger wieder zum Leben erweckt. Nach der Wiedergründung feierte der SAK 1946 und 1947 zwei weitere Landesmeistertitel. Doch die Konkurrenten SV Austria Salzburg und UFC Salzburg hatten aufgeholt. 1952 schließlich gelang der Aufstieg in die höchste Spielklasse. Als erster Salzburger Verein spielte der SAK - nach Siegen gegen Schwarz-Weiß Bregenz und Wiener Neustadt im Aufstiegsturnier - in der Staatsliga A. Die Saison 1952/53 wurde dann aber kein Ruhmesblatt: Nur vier Punkte schaffte der SAK, dessen Größen Hermann Hochleitner, Günter Praschak und Bertl Schmiedinger den Klasseunterschied zu den großen Wiener Klubs anerkennen mussten.

Zwar übernahm in der Stadt zunehmend Austria Salzburg die Führungsrolle, aber in der Saison 1960/61 gelang dem SAK 1914 das Kunststück Aufstieg ein weiteres Mal, diesmal in einem harten Duell gegen Wacker Innsbruck in der Regionalliga West. Auch beim zweiten Anlauf blieb es bei Achtungserfolgen, dabei waren mit Erich Probst sogar ein WM-erprobter Stürmer und im Frühjahr 1962 auch Torhüterlegende Walter Zeman mit von der Partie. Dem Höhenflug folgte der Absturz. 1964 war der SAK gar nur noch drittklassig, spielte in der Landesliga unter anderem ein unrühmliches Spiel gegen den SK Hallein, bei dem es im Herbst 1964 zu einem Platzsturm kam.

Die wilden 1970er und 1980er-Jahre

Nach einer Verjüngung war der SAK 1914 ab 1966 wieder zweitklassig und etablierte sich dort als feste Größe bis 1974, als Reform-bedingt ein Abstieg folgte. Mittlerweile um spätere Klublegenden wie Torhüter Helmut Friedl und Hermann Roitner verstärkt, gelang 1975 der Aufstieg in die Nationalliga (später 2. Division). Sportliche Achterbahnfahrten und häufige finanzielle und vereinspolitische Dissonanzen bestimmten die Folgezeit: Abstieg 1977, Wiederaufstieg 1980, dazwischen häufige Trainerwechsel, ehe 1984 Kurt Wiebach das Zepter in die Hand nahm. Er verhinderte gerade noch den erneuten Abstieg aus der 2. Division und führte den SAK 1985 unter der Präsidentschaft von Winfried Januschewsky völlig unerwartet in die 1. Division. Zlatko Hanicar, Wolfgang Dietinger, Harald Fesl und Gustl Kofler waren herausragende Akteure. Der dritte Auftritt im Oberhaus verlief aber ebenso enttäuschend wie die beiden ersten: Kein Sieg, letzter Platz in der Zwölferliga mit sieben Punkten und im Frühjahr 1986 auch Schlusslicht im mittleren Play-off. Einer der wenigen Lichtblicke im gelb-blauen Dress war ein junger Niederländer namens Frenkie Schinkels.

Beinahe wäre es in dieser Zeit zur Fusion mit SV Austria Salzburg gekommen, die vor allem von derem Klubchef Rudolf Quehenberger betrieben und in der Austria-Mitgliederversammlung mehrheitlich beschlossen wurde. Die SAK-Mitglieder erteilten dem Vorhaben hingegen mit 56:3 Stimmen eine klare Absage, beide Klubs blieben eigenständig.

Die Ära Roitner und die Gegenwart

Der Absturz war nach dem Erstliga-Abenteuer nicht zuletzt wegen fehlender finanzieller Mittel nicht aufzuhalten. 1994 war mit Rang neun in der fünftklassigen Landesliga die Talsohle erreicht. Trainer Hermann Roitner hielt den Stamm, der fast ausschließlich aus dem eigenen Nachwuchs kam, aber über mehrere Jahre zusammen und wurde 1998 mit Rang vier in der Regionalliga West belohnt. Nach dem Abgang Roitners und zahlreicher Spieler verhinderte der SAK drei Mal in Folge nur knapp den Abstieg, ehe 2004 der bittere Gang in die Landesliga nicht mehr zu verhindern war. Trotz einer kurzfristigen Rückkehr in die Westliga 2005 mussten weiterhin bescheidene Ziele gesetzt werden.

Mit dem Bau des Sportzentrums Mitte ab Sommer 2007 wurde das Umfeld für künftige neue Höhenflüge geschaffen. In der Saison 2011/12 klopfte der SAK unter Trainer Eidke Wintersteller wieder an die Tür der Westliga, verfehlte in der Salzburger Liga nur knapp den Meistertitel gegen den SV Wals-Grünau und erreichte das Landescupfinale.

2016 gelang dem SAK nach zehn Jahren die Rückkehr in die Regionalliga, als Tabellenzweiter dank des Aufstiegsverzichts des FC Bergheim. Das Comeback war aber nur von kurzer Dauer, als Letzter verabschiedeten sich die Blau-Gelben schon nach einem Jahr wieder.

Titel und Erfolge

Titel

  • 30 x Salzburger Landesmeister: 1924, 1925, 1926, 1927, 1928, 1929, 1930, 1931, 1932, 1933, 1934, 1935, 1936, 1937, 1938, 1942, 1946, 1947, 1952, 1960, 1961, 1963, 1972, 1979, 1980, 1991, 1998.
  • 6 x Salzburger Landescupsieger: 1929, 1930, 1931, 1932, 1933, 1934
  • 2 x Meister der Liga Oberösterreich-Salzburg: 1934, 1935
  • 4 x Meister der Zweiten Spielstufe: 1952, 1960 (Tauernliga), 1961 (Regionalliga West), 1985 (Bundesliga 2. Division)
  • 3 x Meister Dritte Spielstufe: 1966 (Landesliga), 1975 (Salzburger Liga), 1980 (Alpenliga)
  • 1 x Meister Vierte Spielstufe: 2005 (1. Landesliga)
  • 1 x Meister Fünfte Spielstufe: 1995 (1. Landesliga)

Erfolge

  • 3 Erstligasaisonen: 1953 (Staatsliga A), 1962 (Nationalliga), 1986 (Bundesliga)
  • 3 x Österreichischer Vize-Amateurstaatsmeister: 1934, 1935, 1937
  • 2 x Viertelfinale im ÖFB Pokal: 1962, 1985
  • 3 x Salzburger Landescupfinalist: 1937, 1947, 1948

Bekannte Spieler

Bekannte Trainer

Weitere Sektionen

Neben Fußball werden im SAK 1914 heute noch Fechten, Eiskunstlauf und Rollschuhsport betrieben. Diese Sektionen haben sich in erster Linie der Nachwuchsförderung verschrieben.

Im Handball war der SAK 1971 österreichischer Meister, ging dann aber 1978 in einer Fusion mit dem Stadtrivalen UHC Salzburg auf. Weitere heute nicht mehr bestehende Klubsektionen waren Basketball, Kraftsport, Boxen, Leichtathletik, Schwimmen, Tennis, Tischtennis, Rad und Skisport.

Weblinks

Quellen

  • 90 Jahre SAK 1914, Festschrift 2004
  • Dieter Lindenau: 75 Jahre SAK 1914, Festschrift 1989
  • Zwischen Provinz und Metropole − Fußball in Österreich − Beiträge zur 1. Salzburger Fußballtagung (Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 2016)
  • Salzburger Woche, Ausgabe Stadt Nachrichten, 18. Juni 2014

Fußnoten

  1. Quelle anno, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 14. Februar 1925, Seite 12